Mit Lamas auf Wanderschaft

Gerabronn.  Mit Hunden Gassi zu gehen, ist üblich, doch im Ferienprogramm der Gemeinde Gerabronn wurden die Hunde durch Lamas ersetzt. Nicht nur für die Kinder, auch für die Tiere war dies Neuland.

Treffpunkt zur Wanderung mit Lamas ist bei Familie König in Amlishagen, doch weit und breit ist nichts von den Tieren aus den Anden zu sehen. Wo haben sie sich nur versteckt? Auf einem schmalen Weg machen sich die Teilnehmer in Zweierreihen auf den Weg hinunter zur Hubertusmühle ins Brettachtal. Dort grasen die Lamas genüsslich auf der Wiese und nehmen ein Bad in der Sonne. Respektvoll begegnen die Kinder den noch unbekannten Tieren.

Wolfgang Wörner, der für den landwirtschaftlichen Bereich in der Hubertusmühle zuständig ist, springt kurzfristig als Betreuer ein und erklärt den Jungen und Mädchen die richtige Führung von Lamas. "Es ist ein lebendiges Tier und keine Stoffpuppe", warnt Wörner, deshalb ist auch Vorsicht geboten. Natürlich muss auch die Frage beantwortet werden, ob es denn stimmt, dass die Lamas spucken. Wörner hatte sich schon gedacht, dass diese Frage noch gestellt wird. Er erklärt, dass die Lamas sich nur in Rangkämpfen untereinander anspucken und dies nicht gegenüber Menschen tun. Daraufhin atmen die Teilnehmer auf.

Die Lamas Armani, Kasper, Monti, Pepe, Camelot und Jokel werden von jeweils zwei Teilnehmern an der linken und an der rechten Seite mit Leinen geführt. Wichtig ist es hierbei, dass die Leinen durchhängen und nicht zum Schwingen gebracht werden. Ebenso gibt Wörner den Kindern den Rat, nicht hinter den Lamas zu laufen, denn da Insekten unterwegs sind, können die Tiere auch einmal mit ihren Hufen ausschlagen.

Bevor es mit einem gewissen Sicherheitsabstand auf Wanderschaft geht, wird Lucia von ihrem Lama beschnuppert. Daraufhin hält sie sich die Nase zu und sagt: "Das stinkt." Außerdem gibt sie - mit erhobenem Zeigefinger - dem Lama den Tipp, sich doch bitte öfters die Zähne zu putzen.

Mit elegantem Schritt stolzieren die Lamas mit ihrem buschigen Schwanz bei hohen Temperaturen über Stock und Stein. "Zum Glück bin ich kein Lama, sonst wärs mir auch so warm", sagt Sophie erleichtert. Ob groß und gesellig oder bunt und bockig - schon nach kurzer Zeit merkt man, dass jedes Lama seine Eigenart hat. Doch in einer Hinsicht sind alle Tiere gleich: Bei jeder Gelegenheit versuchen sie ein Blatt zu erhaschen.

Zwischendurch stellt sich die Frage, wie schwer denn ein Lama sei. Wie aus der Pistole geschossen antwortet Erik: "Eine Tonne." Schmunzelnd korrigiert Wolfgang Wörner dies, denn die Lamas wiegen etwa 100 bis 120 Kilogramm.

Bei der Wanderung kommt auch das Streicheln der Tiere nicht zu kurz, wird aber nebensächlich, da sich die Kinder auf die Lamaführung konzentrieren müssen. "Am liebsten würde ich mich draufsetzen und tragen lassen", erwähnt Verena erschöpft.

Die Lamas merken, als es wieder nach Hause geht, und rennen mit Karacho den Berg hinunter. Allerdings sind die Kinder nun ja geübt und haben ihre Lamas im Griff.


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Autor: NICOLE REIN | 02.09.2010

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