Mekka der Gartenfreunde
Langenburg. Am Wochenende strömten bei schönstem Wetter Tausende von Gartenfreunden zu den Fürstlichen Gartentagen rund ums Langenburger Schloss.
In den Höfen, im Burggraben und in den Gärten boten Händler alles feil, was in einem gepflegten Garten gefragt ist. Beim Schlendern durch das bunte Angebot an Deko-Artikeln, Pflanzen, Gartenmöbeln und Naturkosmetik fiel der Trend zu Handgemachtem in erstklassiger Qualität auf.
So auch die Naturkosmetika von Laura Schmidt, die zum ersten Mal auf dem Langenburger Markt ihre selbst gemachte Kosmetik anbot. Sie erzählt von ihrem Werdegang von der angehenden Pharmazeutin zur Botanik-Expertin mit eigener Naturkosmetiklinie. "Botanik ist meine Leidenschaft", betont sie und erklärt den Zuhörern den Herstellungsprozess ihrer Pflegeprodukte. Ihre Rezepte sind "Erfahrungssache", sagt sie, "die Auszüge der Pflanzen zusammen mit den ätherischen Ölen machen den raffinierten Unterschied!" Von der Atmosphäre des Marktes begeistert, bietet sie allen Interessierten an, sie einmal in ihrem Garten im Chiemgau zu besuchen, um einen Tee zu trinken, denn "da sieht man dann, dass alles von einer Person kommt, von der Pflanze bis zur Creme".
Ebenso begeistert von der einmaligen Kulisse sind die Landfrauen aus Gröningen an ihrem Stand mit selbst gebundenen Kränzen. Gertrud Roth schwärmt: "Wenn man das ganze Flair hier spürt, ist die Mühe vergessen, dann hat sich das Ganze schon gelohnt." Und so trifft man auf dem gesamten Marktgelände durchweg gut gelaunte Beschicker, die mit den Besuchern das Gespräch suchen, und den schönen Tag zusammen mit ihren Kunden genießen.
Einer von ihnen ist der Kräuterbauer Paul J. Stoiber aus der Nähe von Passau. Er preist seine selbst gemachten Kräuter-Pestosorten auf einem Karussell an. Jeder darf probieren, und wer sich zu mehreren Proben der köstlichen Kräuterpasten hinreißen lässt, ist schon nach wenigen Minuten auf Du und Du mit dem Kräuterbauer. Der hat eine ganz eigene Philosophie entwickelt, weshalb man seine Spezialitäten kaufen sollte: "Man braucht zum Leben nur Wasser, Brot und Liebe, der Rest sind Gelüste!" Dann packt er einem noch ein Rezeptheft mit in die Tüte und widmet sich dem nächsten Besucher, dem er seine Philosophie nahebringen will.
Die Philosophie seines Standnachbarn ist einfacher. Er ist Spezialist für Pfingstrosen und hat über 800 verschiedene Sorten im Angebot. Er meint dazu schlicht und einfach: "Pfingstrosen machen glücklich!" Und nur wer genau hinsieht, entdeckt, dass der Pfingstrosenzüchter ein noch größeres Geheimnis hütet - auf einem bemalten Stein auf seinem Tisch weist ein Pfeil geradewegs den Weg zum Paradies. Folgt man dem Pfeil, kommt man direkt mitten in den fürstlichen Garten, der an diesem wunderschönen Spätsommer-Wochenende vom Paradies gar nicht so weit entfernt war.
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Autor: JULIA VOGELMANN | 06.09.2010
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Gertrud Roth von den Landfrauen Gröningen hatte selbst gemachte Kränze im Angebot.
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