Mammut-Projekt realisiert
Ilshofen. Das größte und teuerste Einzelprojekt von Bausch+Ströbel in Ilshofen wurde gestern per Luftfracht auf den Weg nach Nordamerika gebracht. Die innovative Anlage geht an einen Kunden aus der Pharmaindustrie.
Rund 19 Millionen Euro umfasst der Großauftrag, der gestern Nachmittag beim Maschinenbauunternehmen Bausch+Ströbel in Ilshofen verladen wurde. Damit ist die neue Abfüllanlage das größte und teuerste Projekt der Firmengeschichte.
Fünf Jahre Entwicklungszeit, 10 000 selbst angefertigte Teile und 70 000 geleistete Arbeitsstunden stecken in der innovativen und ambitionierten Anlage. "Wir bewegen uns hier in einer Nische, in der kaum jemand mithalten kann", freuen sich der technische Kaufmann Thomas Bühler und Projektleiter Boris Winterfeldt. Das Duo betreut den Auftrag bis zur Endmontage und Inbetriebnahme beim Kunden, diese soll in vier Monaten abgeschlossen sein.
Zunächst standen Bühler und Winterfeldt jedoch vor einer besonderen Herausforderung: Das Medikament des Kunden besteht aus zwei Komponenten, einer Flüssigkeit und einem Pulver. Die Verarbeitung gestaltet sich also äußerst schwierig, zumal alles steril sein muss. "Das hat in der Maschinenbauindustrie hier in der Region auch noch niemand gemacht", ist Bühler stolz. Rund 14 000 so genannte Karpulen, die Behältnisse für die beiden Komponenten, befüllt die zukunftsweisende Anlage pro Stunde. Der besondere Aufbau des Medikaments - weitere Details sind geheim, ebenso wie der Name der Kundenfirma - soll es dem Endverbraucher leichter machen, den Wirkstoff anzuwenden. Für Bühler ist dies ein klarer Trend: "Es geht immer mehr in diese Richtung. Der Kunde kauft Medikamente im Supermarkt, bekommt sie nicht mehr beim Arzt. Der US-amerikanische Markt ist uns da fünf bis zehn Jahre voraus."
Die Auslieferung des 60 Tonnen schweren Technikwunders schafft in Ilshofen viel Platz, rund 400 Quadratmeter nahm die Anlage dort ein. Für den Abtransport sind vier Sattelzüge vonnöten, das größte Segment muss auf einer speziellen Aluminium-Luftfrachtpalette zum Kunden gebracht werden - die sonst üblichen hölzernen Transportkisten sind zu klein.
Langweilig wird es Bühler und Winterfeldt trotz des Abbaus nicht werden. Winterfeldt begleitet den Aufbau in den USA. Bühler wird Ende Februar einen Vortrag über das zukunftsweisende Abfüllverfahren in Florida halten. Zudem hat sich bereits das nächste Großprojekt angekündigt: "Ein Kunde hat Interesse an einem ähnlichen System", gibt sich Bühler geheimnisvoll. Die Produktion des neuartigen Medikaments ist übrigens für das Jahr 2011 geplant. Markteinführung in Deutschland: 2015.
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Autor: MARIUS STEPHAN | 12.02.2010
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Millimeterarbeit: Der Sterilisiertunnel der Abfüllanlage ist zu groß für eine gewöhnliche Transportkiste und muss deshalb auf eine speziellen Luftfrachtpalette aus Aluminium verladen werden. Werkfoto
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