Links geht und rechts sät
Honhardt. Gestern bestellten Landwirte und Verbraucher einen Acker in Honhardt - und setzten so ein Zeichen für eine gentechnikfreie Landwirtschaft.
Bei jedem Schritt hängten sich dicke Erdklumpen an die Sohlen der Gummistiefel. Doch das hielt die Teilnehmer der Aktion "Zukunft säen", organisiert von den Honhardter Demeterhöfen in Zusammenarbeit mit dem Bündnis Gentechnikfreies Hohenlohe, dem Beratungsdienst Ökolandbau Schwäbisch Hall und Demeter Baden-Württemberg, nicht davon ab, das vorbereitete Getreidefeld zu bestellen.
Die fünfte Klasse der Waldorfschule Crailsheim, die die Patenschaft für das Weizenfeld übernommen hat, half bei der Aussaat tatkräftig mit. Links geht, rechts sät: Es war gar nicht so leicht, die Körner im richtigen Rhythmus zu werfen. Nicht zu hoch und nicht zu tief, so dass eine Mütze voll Weizen bis zum anderen Ende des Ackers ausreichte. Bei einigen Schülern war das Saatgut schon auf halbem Wege ausgesät. Ob die Aussaat trotzdem erfolgreich war, werden sie bei regelmäßigen Besuchen kontrollieren.
"Wir säen, was wir in Zukunft ernten und essen wollen", betonte Landwirt Martin Klopfer, "deshalb sind wir gegen jeden Anbau von genmanipulierten Pflanzen. Weder wir Bauern wollen sie, noch die Verbraucher." Das biodynamische Saatgut, das Klopfer auf seinem Acker aussäen ließ, stammte aus einer Getreidezüchtung, die auf die Entwicklung gesunder und robuster Sorten im Einklang mit der Natur setzt.
"Das Saatgut ist die Quelle allen Wachsens", bekräftigte Rainer Hofmann vom Bündnis Gentechnikfreies Hohenlohe, "darin steckt so viel Wissen und eine jahrhundertealte Kultur, das darf man nicht aus der Hand geben." Mit dem Ausbringen des Saatguts aus der Hand darf dieser Entschluss durchaus wörtlich verstanden werden.
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Autor: CHRISTINE HOFMANN | 18.10.2010
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