Landfilmwochen in der Kirchberger "Klappe"

Als eine "Erfolgsgeschichte in der Provinz" sieht die Bildungsreferentin des Evangelischen Bauernwerks, Veronika Grossenbacher, die Hohenloher Landfilmwochen im Kirchberger Kino "Klappe".

HARTMUT VOLK |

Seit neun Jahren veranstaltet das mehrfach preisgekrönte Programmkino mit dem Bauernwerk in Hohebuch im dreijährigen Turnus die besondere Veranstaltungsreihe mit Filmen und Informationen zum Thema Landwirtschaft und Landleben. Auch Gaumengenüsse, vorzugsweise aus der Region, fördern dabei die Liebe zum Land: Zur Eröffnungsveranstaltung mit Ministerialdirektor Wolfgang Reimer und dem Ersten Landesbeamten Michael Knauss verwöhnte Bernulf Schlauch die Gäste mit seinem Bächlinger "Holunderzauber". Kino- und Küchenchef Heiner Dormann zauberte am Freitag ein lateinamerikanisches Menü - der kulinarische Einstieg für den Dokumentarfilm aus Paraguay "Raising Resistance", der den Blick über den Tellerrand hinaus öffnet.

Das kleine südamerikanische Land ist mittlerweile der viertgrößter Sojaxporteur der Welt. Zu 97 Prozent wird gentechnisch verändertes Soja angebaut. Die Flächen dafür expandieren enorm durch die Rodung des Regenwaldes und die Enteignung der Kleinbauern, die sich nun gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen zur Wehr setzen. Ein kleines Dorf im Sojameer nimmt es nicht mehr hin, dass seine Kinder an Krebs erkranken oder erblinden, wenn sie am Bach spielen, vergiftet durch das Totalherbizid Glysophat, das die Sojafarmer auf die umliegenden Felder sprühen.

Der Film zeigt zum einen eindrücklich und beklemmend die verheerenden ökologischen und sozialen Folgen einer von multinationalen Agrarkonzernen diktierten Wirtschaftsweise, die nicht der Ernährung der Menschen, sondern einzig dem Kommerz dient. Zum andern gibt er auch Mut zur Hoffnung. Der Widerstand wächst überall, zum Beispiel auch im Nachbarland Argentinien. Zum ersten Mal in der Geschichte wurden dieses Jahr dort Soja-Großproduzenten wegen Mordes durch ihre giftigen Sprühnebel vor Gericht gestellt. Zu verdanken ist dies den unerschrockenen "Müttern von Ituzaingo", einem kleinen Dorf bei Cordoba.

Sophia Gatica und Maria de Lagero sind zwei der Hauptaktivistinnen, Sie waren mit Regisseur David Bernet beim Filmgespräch anwesend, das der Kirchberger Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner moderierte. Im Gespräch wurde schnell klar, wie die Verbraucher ursächlich mit dem Problem verbunden sind. Die Sojaimporte landen in den Trögen der Mastställe, und Billigfleisch hat den Fleischkonsum und damit die Sojanachfrage enorm in die Höhe getrieben.

"Billigschnitzel kommen teuer", fasste Ebner zusammen und sprach sich für eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten aus. Einen Beitrag dazu leistet die Initiative "Veggieday", die einen fleischlosen Tag in der Woche zum Ziel hat. Im Kinofoyer gab es dazu Informationen und Anregungen vom Grünen-Kreisverband und der Vegan-Gruppe Schwäbisch Hall. "Wir wollen zeigen, dass vegetarisches Essen weit mehr ist als nur langweilige Käsespätzle", sagte Sprecherin Anne Lenzen. Mit ihren anderen jungen Mitstreitern hat sie einen "Veggie-Guide" für Schwäbisch Hall erarbeitet. Mit kreativen Rezepten wirbt sie für eine fleischlose Ernährung.

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