Konsul hält Gedenkrede

Brettheim.  Auch nach 65 Jahren ist der SS-Mord an drei Bürgern aus Brettheim nicht vergessen: Der Förderverein "Erinnerungsstätte Männer von Brettheim" hält das Gedenken an das Geschehen am Kriegsende 1945 wach.

Die Erinnerungsstätte im Brettheimer Rathaus, die seit ihrer Eröffnung im Jahr 1992 rund 40 000 Besucher zählte, dokumentiert nicht nur den gnadenlosen Terror der SS gegen die eigene Bevölkerung, sondern auch die weitreichende Zerstörung des Landwehr-Dorfes im April 1945.

Für die Geschichte der drei "Männer von Brettheim", die am 10. April 1945 an den Linden vor dem Friedhof erhängt wurden, interessierten sich 2009 rund 1200 Gäste, wie der Förderverein-Vorsitzende Norman Krauß dieser Tage bei der Hauptversammlung bilanzierte.

Die Besucherzahlen sind allerdings trotz vielfacher Bemühungen des Vereins seit einigen Jahren rückläufig. So wurden alle Schulen im Kreis Schwäbisch Hall mit einem "Info-Paket" ausgestattet. Die Resonanz war mit nur einer Rückmeldung allerdings gleich null. Ein gewisser "Sättigungsgrad" mag dabei eine Rolle spielen: "Viele Erwachsene und Schüler aus der Region haben die Erinnerungsstätte ja schon besucht", wie Norman Krauß sagte.

Finanziell steht der Förderverein jedenfalls auf einem stabilen Fundament, wie die schwarzen Zahlen des Kassiers Thomas Pittner zeigten. Die Entlastung des Vorstandes, von Konrad Schneider beantragt, war reine Formsache.

Der Arbeit des Fördervereins und den "Männern von Brettheim" fühlte sich auch Anneliese Knoop-Graf sehr verbunden: An Begegnungen mit der im Vorjahr gestorbenen Schwester von Willi Graf (er zählte zum Kern der "Weißen Rose"), die im Jahr 1997 auch eine viel beachtete Gedenkrede in Brettheim hielt, erinnerte Fritz Braun.

Und auch der Redner für die alljährlich am 10. April terminierte Gedenkfeier steht schon fest: Christian Dumon, französischer Generalkonsul in Stuttgart, wird heuer an der Hinrichtungsstätte vor dem Friedhof sprechen, wie Ortsvorsteher Reiner Groß informierte.

Der Förderverein engagiert sich auch in der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten. Herbert Schulz schloss einen Tagungsbericht mit dem Zitat eines Menschenrechtlers aus Guatemala: "Schweigen nutzt den Tätern und bestraft die Opfer."

Lange wurde auch über die Ermordung von Behinderten im "Dritten Reich" geschwiegen. In einer Gaskammer der "Landespflegeanstalt" in Grafeneck endete im Juni 1940 auch das Leben der Brettheimerin Margarethe Tauberschmidt. Der Förderverein bietet am Samstag, 12. Juni, eine Fahrt nach Grafeneck an. Nähere Informationen gibt es bei Norman Krauß unter Telefon 0 79 58 / 5 08. haz


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26.02.2010

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