Im Windpark herrscht Flaute

Blaufelden.  Der Wind weht kräftig über die Höhen von Wittenweiler - aber im geplanten Windpark unweit des Teilorts von Blaufelden drehen sich noch immer keine Rotoren: Seit acht Monaten ruhen dort die Bauarbeiten.

Sieben gigantische Löcher in der Landschaft - das ist derzeit alles, was von dem geplanten Windpark nördlich von Wittenweiler zu sehen ist. In den nur notdürftig gesicherten Baugruben dümpelt eine trübe Grundwasser-Brühe zwischen den blanken Armierungen für das Fundament der sieben Windmühlen, die sich eigentlich schon längst drehen sollten.

Es kam aber offenbar alles etwas anders als gedacht, als Mike Rico Trentzsch (39) aus dem westfälischen Lippstadt im Dezember 2009 das 23-Millionen-Euro-Vorhaben von seinem früheren Chef Michael Behlau in eigene Regie übernommen hatte.

"Wir haben das Projekt in Wittenweiler mit Planungslücken gekauft", die mit "viel Zeit und Energie" erst wieder geschlossen werden mussten, wie Trentzsch beklagt. So habe sich zum Beispiel erst im Nachhinein herausgestellt, dass "im Kaufvertrag aufgeführte Vereinbarungen nicht existierten". Sogar absolut notwendige Pachtverträge für Grundstücke hätten gefehlt. Die Unbill der Witterung des Jahres 2010 mit einem späten Frühling und einem frühen Winter habe das Projekt zusätzlich ausgebremst.

Zwar seien einige der derzeit 140 Investoren "aus steuerlichen Gründen" wieder abgesprungen, "weil ihnen die Lösung dieser Probleme zu lange gedauert hat", wie Mike Rico Trentzsch gegenüber dem HT sagte.

Die finanzielle Luft ist dem Windpark angesichts derlei Ungemach offenbar nicht ausgegangen: "Die Finanzierung des gesamten Projekts ist gesichert", wie Mike Rico Trentzsch sagte. "Und ich bin auch nicht mit dem Geld der Investoren stiften gegangen", wie der Chef der "Windpark Blaufelden GmbH & Co KG" einschlägige Gerüchte kommentierte, die in Hohenlohe die Runde machen. Allein mit dem Geld von privaten Anlegern aus der Region werden fünf von sieben Windrädern erstellt.

In den nächsten Wochen soll das Windpark-Projekt wieder Fahrt aufnehmen: Zunächst, so der Bauherr, werden die Kabel für den Zugang in das 20-Kilovolt-Stromnetz verlegt - über eine Strecke von fast 20 Kilometern nach Niederstetten. Denn im nahen Blaufelden, so Mike Rico Trentzsch, sei es laut ENBW nicht möglich gewesen, den "Saft" aus der Windkraft einzuspeisen. Allein die Trasse nach Niederstetten schlägt mit rund 1,8 Millionen Euro zu Buche.


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Autor: HARALD ZIGAN | 31.03.2011

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