Hilfe ist willkommen
Gerabronn. Erfolgreich ist der Kurs Sozialführerschein in die zweite Runde gestartet. Die Teilnehmer informierten sich bei der Praxisbörse im evangelischen Gemeindehaus in Gerabronn über mögliche Einsatzfelder.
"Jede Hilfe ist uns willkommen", sagt Bernhard Frank, "denn es fehlt an vielen Ecken und Enden." Der junge Mann aus Rot am See gehört zu einer kleinen Gruppe Ehrenamtlicher, die sich im Freundeskreis Asyl um die 70 Menschen verschiedenster Nationen kümmern, die zurzeit im Asylbewerberheim in Blaufelden leben.
"Es geht meist um ganz einfache Dinge: Ein amtliches Schreiben übersetzen, bei der Eröffnung eines Kontos helfen oder ein Fahrrad reparieren. Oder einfach mal zuhören", erklärt Frank den Teilnehmern des Kurses Sozialführerschein, den das Netzwerk Diakonie zusammen mit dem evangelischen Kirchenbezirk Blaufelden, der katholischen Seelsorgeeinheit Hohenloher Ebene, der Diakoniestation Blaufelden, dem Diakonieverband, der Evangelischen Heimstiftung Hohenlohe, dem Hospizverein im Kirchenbezirk Blaufelden und dem Seniorenheim Schrozberg anbietet.
Die Arbeit mit Flüchtlingen ist ein Bereich des Jugendwerks in Blaufelden, der eigentlich kein offizieller ist und doch als solcher existiert, weil Menschen da sind, die Hilfe suchen. Gabriele Fohrer aus Gerabronn kann sich spontan vorstellen, die Arbeit des Freundeskreises zu unterstützen. "Vielleicht kann ich hier einen Deutschkurs anbieten", überlegt die pensionierte Lehrerin, "ich habe schließlich lange genug Kinder unterrichtet. Nun habe ich aber mehr Lust, mit Erwachsenen zu arbeiten." Zeit genug habe sie, erzählt die 61-Jährige und Lust, sich sozial zu engagieren auch. "Ich möchte meine Zeit gerne sinnvoll einsetzen und etwas Gutes tun", sagt Gabriele Fohrer. Zunächst will die Gerabronnerin die Arbeit im Asylbewerberheim an einem der Praxistage kennenlernen.
Auch in der "OffenBar", der Begegnungsstätte der beiden Gerabronner Kirchengemeinden, die ehrenamtliche Mitarbeiter sucht, möchte Gabriele Fohrer einen Schnupperbesuch machen: "Es gibt so viele Felder, in denen wirklich Hilfe gebraucht wird. Ich finde es gut, dass hier jeder das für ihn und seine Interessen passende Angebot herausfinden kann."
Tatsächlich hat jeder Kursteilnehmer mindestens ein Angebot gefunden, das er in den kommenden Wochen genauer kennenlernen möchte. Der eine unterstützt die Arbeit im Seniorenheim, der andere organisiert eine Spendenaktion für bedürftige Familien, ein dritter informiert sich, wie die Mitarbeiter des Hospizvereins schwerkranke Menschen in den Tod begleiten.
"Es ist ganz wichtig, nicht nur die theoretische Seite kennenzulernen, sondern auch einen Einblick in die Praxis zu bekommen", sagt Diakon Martin Heubach. Außerdem müssten sich die Ehrenamtlichen nicht auf unbestimmte Zeit zur Mithilfe verpflichten. "Jeder sucht sich hier einen Bereich aus, der gut zu ihm passt und sagt schließlich seine Unterstützung für ein Projekt oder für zum Beispiel ein Jahr zu", berichtet Heubach, "eine Verlängerung des sozialen Engagements ist natürlich jederzeit möglich."
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Autor: CHRISTINE HOFMANN | 06.02.2012
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