Flieger gerät ins Trudeln
Weipertshofen. Bereits seit letzten Samstag sind die Reiselfinger Segelflieger zu Besuch beim Flugcamp der Sportfliegergruppe Crailsheim. Dabei sorgte vor allem gutes Wetter für viele Trainingsmöglichkeiten und Erfolge.
"Segelfliegen ist Teamsport", erklärte Fluglehrer Florian Blobel gestern auf dem Flugplatz. "Es sind schon fünf bis sieben Mann nötig, um einen in die Luft zu bringen." Kein Wunder also, dass bei so viel Sportlichkeit auch der Flugbetrieb in den vergangenen Tagen von den beiden Fliegergruppen gemeinsam organisiert wurde.
Im Zentrum des einwöchigen Flugcamps standen heuer Schulungen. "Das galt für beide Gruppen", ergänzte der 27-jährige Blobel, "wir üben jeden Tag das Starten und Landen, damit die Flieger routinierter werden." Da das Wetter sich so gut gehalten hatte, konnten rund 50 Starts am Tag ausgeführt werden. Dabei übten die drei Scheinpiloten, darunter ein Fluglehrer und fünf Flugschüler aus Reiselfingen auch Manöver, die auf dem heimischen Flugplatz nicht möglich sind, so wie zum Beispiel den Start mit Flugzeugschlepp. Bei dieser Startmöglichkeit wird das Segelflugzeug mit einem Seil an einem Motorflugzeug befestigt - und nicht wie sonst an einer Seilwinde.
Aber auch im Flug mussten die Teilnehmer mit außergewöhnlichen Situationen fertig werden. "Wir haben Trudeln ausprobiert", erklärte Campteilnehmer Max Schoppe. "Dabei reißt bei einer Tragfläche der Abtrieb ab und das Flugzeug dreht sich wie ein Ahornblatt um sich selbst." Zwar sollte das keinem Flieger je wirklich passieren, aber käme der ein oder andere doch einmal in eine solche Situation, ist ein wenig Erfahrung von Vorteil. Neben dieser Übung gefiel dem Reiselfinger aber auch der Crailsheimer Platz recht gut: "Das ist nochmal ein ganz neues Erlebnis. Außerdem herrschte auch super Stimmung." Dem kann der Crailsheimer Fliegerfreund Florian Blobel nur zustimmen: "Wir hatten keine Probleme, alles hat sofort geklappt. Das ist wirklich selten!"
Zu der allgemein guten Stimmung trugen sicher auch die beiden ersten Alleinflüge von Yannick Dorer (Reiselfingen) und Bernd Gehringer (Crailsheim) teil: Gemäß der Fliegertradition wurden beide einem Ritual unterzogen. Bei diesem drückten ihre Kollegen ihnen zuerst einen Strauß aus den "Flugplatzgewächsen" in die Hand - dieser diente dazu, dass die künftigen Alleinflieger schon einmal ein Gefühl für den Steuerknüppel bekommen. Zum anderen wurde beiden, damit es sich besser sitzt, ein Eimer Wasser über das Gesäß gekippt. Im Anschluss schlug jeder Pilot den zwei Neulingen noch auf ihren nassen Allerwertesten.
Info Weitere Informationen gibt es unter www.sfgcrailsheim.de.
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Autor: MELANIE LAUKEMANN | 20.08.2011
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