Film über Hohenlohe begeistert die Zuschauer in Langenburg

56 Szenen, 51 Interviews, 70 Stunden Rohmaterial, mehr als drei Jahre Produktionszeit: Ebenso prosaisch wie beeindruckend sind die nackten Zahlen hinter dem Filmprojekt „Hohenloher Perlen“.

MANFRED MÜHLENSTEDT |
Aus dem Rohmaterial destillierten die Filmschaffenden eine gut zweistündige Reise zu den schönsten Flecken und interessantesten Menschen in Hohenlohe. Vor ausverkauftem Haus wurde das Werk am Samstagabend im großen Saal des Langenburger Mawell Resorts erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Es fand großen Anklang.

Waldemar Jauch und Hubert Ulrich, beides langjährige Mitglieder des Film- und Videoclubs der Volkshochschule Crailsheim standen hinter der Kamera und – viel aufwendiger – unterzogen sich der mühseligen Arbeit am Schneidetisch. So waren sie sichtlich stolz, als ihr Werk erstmals über die Leinwand flimmerte.

Verein plagen Nachwuchssorgen

Doch zuvor eröffnete Otto Neumann mit dem Song vom „Hohenloher Wind“ den Abend. Dann folgten, wie es sich für eine Premiere gehört, die Ansprachen. Bernd Krug, Sprecher im Film, und Waldemar Jauch wandten sich an das aufmerksam lauschende Publikum. Waldemar Jauch berichtete in launigen Anekdoten aus der Entstehungsgeschichte. Er verschwieg aber auch nicht, den Verein plagen Nachwuchssorgen. Ein Projekt wie die „Hohenloher Perlen“ lässt sich eben nicht mit einigen Takes auf dem Smartphone bewältigen, es fordert Geduld und Können.

Beides haben die Filmemacher zur Genüge. Das bewiesen die folgenden zwei Stunden. Der Veranstaltungssaal erwies sich für die Vorführung als Glücksfall. Ein Film lebt auch von der „Kultur der Projektion“. Wer kennt ihn nicht, den störenden Kopf des Vordermannes oder das verrutschte Bild auf der Leinwand? Beides gab es an diesem Abend nicht. Angenehm entspannt und ungestört konnten die gut 160 Zuschauer ihren Blick über Hohenlohe schweifen lassen. Und das Gezeigte war beeindruckend. Das galt für die Aufnahmetechnik wie für den Inhalt.

Bei der Gestaltung zeigte sich die Erfahrung der Filmer: Die Kameraführung ruhig, keine zappelnden Schwenks, geruhsame Zooms, die Farben leuchtend, die Motive klar erfasst und mit spürbarer Sympathie ins Bild gesetzt. Trotz der Spieldauer von gut zwei Stunden kam keine Langeweile auf, denn keine Szene dauerte mehr als drei Minuten, gerade genug, um die Bilder zu genießen und die Erklärungen des Sprechers zu verstehen.

Von den „Hohenloher Perlen“ fehlte keine – jedenfalls keine die dem Hohenlohe-Kenner aufgefallen wäre. Die Heuholzer Wengerter kamen zu Wort, geschliffene Feuersteine leuchteten, Flachs wurde gebrochen (Finsterlohr), die Creglinger Madonna durfte strahlen, Götzens eiserne Hand zeigte ihre nach vierhundert Jahren immer noch vorhandene Beweglichkeit, die unvermeidlichen „Hummele“ tummelten sich in der Ilshofener Arena, Bauernpfarrer Willi Mönikheim predigte auf Hohenlohisch in Gaggstatt – und so ging es weiter.

Bald auch DVD

Perle reihte sich an Perle: Ganz aktuelle: die Biogas-Anlage Ludwigsruhe, elegante: das Mawell-Resort, knorrige: Bernulf Schlauch, feinsinnige: die Künstlerin Susanne Rudolph, traditionsverbundene: Fürst Philipp und sein Langenburger Schloss und so fort.

Nicht alle können genannt werden. Doch noch gibt es Gelegenheit sie zu treffen. Der Film soll noch mehrmals gezeigt werden. Die Termine werden rechtzeitig veröffentlicht. Außerdem wurde vom Film eine DVD gefertigt, die in Kürze wieder zur Verfügung steht.

Die Zuschauer an diesem Abend waren sich einig: „Sou schäh is bo uns, s’muass am ab und zu zeicht werre, damit mrs widder merkt.“ Und ein anderer fügte hinzu: „In zwanzg Johr sett mr n noch amal ougucke, dr mitt mr wisse was mr ghott hewwe.“ Hoffentlich schimmern die Perlen dann noch so schön wie heute.

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