Ein Aufzug für das Rathaus

Wildenstein.  Rekord-Etat in Fichtenau: Mit einem Volumen von 12,69 Millionen Euro wird der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2008 um 20 Prozent überboten. Viele Projekte werden heuer in der Gemeinde realisiert.

Ein solch großer Haushalt stellt eine Gemeinde, die eher zu den kleineren im Landkreis zählt, natürlich vor große Herausforderungen. Verwaltung und Gemeinderäte, die die Haushaltssatzung einstimmig verabschiedeten, zeigten sich indes gewillt, diese anzunehmen. Die größten Aufgaben seien dabei die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs - der Verwaltungshaushalt ist mit einem Volumen von 8,69 Millionen Euro ebenfalls auf hohem Niveau - sowie der Erhalt der Infrastruktur.

"Gleichzeitig sollte der Spagat gelingen, Neues zu schaffen oder Einrichtungen so nachhaltig zu sanieren, dass auch noch viele Generationen nach uns etwas davon haben", sagte Bürgermeister Martin Piott. 90 Prozent der geplanten Investitionen des Vermögenshaushalts, der mit 4 Millionen Euro rund 2,8 Millionen Euro über dem Vorjahresetat liegt, sind heuer für Baumaßnahmen vorgesehen. Allen voran soll das Millionenprojekt Kanalsanierung und Abwasserbeseitigung vorangetrieben und weitgehend abgeschlossen werden. Rund 2,5 Millionen Euro sind dafür vorgesehen - allerdings nur, wenn das Land entsprechende Zuschüsse beisteuert.

Rund 650 000 Euro sollen in den Straßenbau fließen: Für die Sanierung der Holzapfelstraße in Wäldershub (Kosten rund 200 000 Euro) und die Umgestaltung der Kreuzung Gladiolenstraße in Unterdeufstetten (zirka 115 000 Euro) wurden bereits Zuschussanträge gestellt. Der dritte Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der kommunalen Infrastruktur. Langfristig sollen alle Haushalte mittels Glasfaseranbindung in den Genuss einer schnellen und stabilen Internetverbindung kommen. 30 000 Euro sind für die ersten Schritte in Richtung Zukunft im Haushalt eingestellt.

Doch nicht alle Gelder werden in diesem Jahr unterirdisch ausgegeben. Ein viel diskutiertes Projekt soll nun umgesetzt werden, dessen Nutzen die Bürger beim Besuch des Rathauses am eigenen Leib spüren können: Der Einbau eines Personen- und Lastenaufzuges im Wildensteiner Rathaus. "Wir haben auch früher schon den Einbau eines Aufzuges vertreten, allerdings immer erst dann, wenn man sich das auch leisten kann", stellte der Bürgermeister in diesem Punkt klar. Im Rekordjahr 2012 ist es nun so weit.

In zwei Sondersitzungen hat sich der Finanzausschuss das 227 Seiten starke Zahlenwerk des Etats "Seite für Seite und Haushaltsstelle für Haushaltsstelle" vorgenommen, betonte Martin Piott und wies damit Vorwürfe zurück, die Haushaltsberatungen hätten unter Ausschluss der Öffentlichkeit allein hinter verschlossenen Rathaustüren stattgefunden. "Über 200 Seiten hat man diskutiert, abgewogen, beraten und den am besten zu vertretenden Ansatz vorgeschlagen", so Martin Piott. Am Schluss stehe ein gemeinsam erarbeitetes Werk, das mit gutem Gewissen zur Verabschiedung vorgeschlagen werden könne.


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Autor: CHRISTINE HOFMANN | 04.02.2012

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