Ausweis hilft im Ernstfall den Angehörigen

Blaufelden. 

Sechs bis acht Jahre muss ein Dialysepatient heute statistisch auf eine neue Niere warten. Vor 20 Jahren waren es noch drei bis vier Jahre. Kein Wunder, dass deshalb Martin Kalus bei seinem Vortrag "Organspende bewahrt Leben", organisiert von der AOK und den Landfrauen Blaufelden, eine Botschaft besonders am Herzen lag: "Jeder sollte sich bereits zu Lebzeiten Gedanken über eine Organspende machen." Wie wichtig dieser Appell ist, verdeutlichen die aktuellen Zahlen eindrucksvoll. Der Bedarf an Spendernieren ist enorm gestiegen, die Zahl an potenziellen Spendern jedoch nicht.

Was das für Dialysepatienten bedeutet, die mit einer kaputten Niere auf ein gesundes Organ warten, bekommt Kalus täglich im Klinikum Stuttgart mit. Der gelernte Krankenpfleger betreut dort die Warteliste: "Das ist kein leichter Job, bei mir klopfen Patienten mit Tränen in den Augen an der Tür und wollen wissen, wie lange es noch dauert."

Das Hauptproblem der niedrigen Spendenbereitschaft in Deutschland liege daran, "dass die meisten Menschen Hemmungen haben, sich Gedanken über den eigenen Tod zu machen", so Kalus. Bis zu einem gewissen Grad könne er das verstehen. Andererseits gab er zu bedenken, dass damit im Ernstfall die Verantwortung an die Angehörigen abgeschoben werde. "Wer seinen Nächsten diesen Stress ersparen möchte, sollte sich deshalb frühzeitig Gedanken darüber machen".

Organspendeausweise sind kostenfrei im AOK-Kunden-Center Gerabronn erhältlich, Telefon 0 79 52 / 96 01-0. pm


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28.12.2009

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