Afrika in Schdoanich

Obersteinach.  Die Obersteinacher könnten eigentlich mit ihrem Gemeindesaal glücklich sein. Die etwas beengte Situation zwischen Publikum und Bühne schafft eine Atmosphäre, wie man sie weit und breit nicht findet.

Der gemischte Chor unter Leitung des neuen Dirigenten Cornelius Weller heißt die Gäste der Jahresfeier des Liederkranzes Obersteinach mit "Heut ist der schönste Tag in meinem Leben" willkommen. "Herr Ober" in Gestalt des Vorsitzenden des Männerchors Manfred Betz und "Frau Schdoanich"(Monika Fischer, die Chefin des gemischten Chores) führen gekonnt durchs Programm.

Erster Höhepunkt sind die "Sieben Zwerge" mit ihren bis zum "Fast-Nacktsein" führenden Tänzen und dem dazugehörigen Klamauk mit Multifunktionsunterhosen, "vorne Gelbingen und hinten Braunsbach". Der Männerchor unter Leitung von Magdalena Dratwa aus Gröningen glänzt mit "Hans, bleib da" und anderen Ohrwürmern. Der gemischte Chor ist aktuell und singt im Hinblick auf die kommende Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika mit "Buenos Dias Argentina" eine Hommage von Udo Jürgens an die WM 1978. Eine Augenweide waren die "Fifty, Fiftys" mit ihren afrikanischen Songs und Rhythmen. Der Applaus des Publikums für die grazilen Tänzerinnen und die Sänger und Sängerinnen wollte kaum enden.

Natürlich war das Lustspiel "www.hubertus.oje"; der Höhepunkt des Abends. Charly Breyer (den Einheimischen als Postbote bestens bekannt) als mit Anglizismen wenig vertrauter "User" des Internets hatte seine liebe Müh und Not mit dem Wickeln des überraschend aufgetauchten Stammhalters Tobias. Anstatt sich um den neuen Erdenbürger zu kümmern, surfen Hubertus und sein Freund Fridolin ausgiebig im Internet und knüpfen dort arglos Kontakte. Da die Computersprache immer wieder zu Verwechslungen führt, machen die beiden aus der Not eine Tugend und geben den Fremdwörtern passende Namen. "Enter" heißt zum Beispiel im Hohenlohischen "jetzetle". Kuriose Szenen, bei denen Sebastian Grüb, Monika Fischer und Melanie Feuchter ("Olga aus Omsk") mitwirkten, schlossen sich an, die mit dem "Testeinwickeln" des Kopfes von Hubertus (anstelle des Popos von Tobias) ihren Höhepunkt fanden.

Die Jahresfeier wird am kommenden Wochenende, Freitag und Samstag, 12. und 13. Februar, wiederholt.


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Autor: WERNER MEIXNER | 09.02.2010

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