Wenn das Wahllokal schließt, geht die Arbeit weiter

Freiwillige Helfer sorgen auch in Gaildorf dafür, das bei der Stimmabgabe alles reibungslos funktioniert.

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Lena Marcovic gibt am Sonntagnachmittag in der Limpurghalle ihre Stimme ab. Birgit Hünnefeld betätigt mit der Hand den Schieber, der den Einwurfschlitz der Wahlurne freigibt.  Foto: 

Würden Sie bitte eine Kabine weiter wählen?“ – „Aber wir gehören zusammen!“ – „Das geht trotzdem nicht!“ Ja, auch der sanfte Hinweis aufs Regelwerk gehört bisweilen dazu an diesem Sonntag im Kernersaal der Limpurghalle. In dem Gebäudekomplex geht es zu wie im Taubenschlag. Nebenan feiert der Gaildorfer Obst- und Gartenbauverein im 40. Jahr sein Erntefest. Und es ist der 24. September 2017, Deutschland wählt einen neuen Bundestag. Auch die Menschen in Gaildorf haben also die Wahl.

Fortlaufende Nummern

Dass die Wählerinnen und Wähler dieses Recht wahrnehmen können, dafür sorgen auch unzählige Helfer, die an diesem Sonntag im Einsatz sind. Gleich nach der Tür des Kernersaals steht ein Tisch. Dahinter sitzt Silke Köger und streicht mit einem grünen Stift fortlaufende Nummern ab – pro Wähler eine. Somit weiß sie, wie viele Menschen in diesem Wahllokal ihr Kreuz machen. Kurz vor halb vier am Nachmittag sind es 571. Zudem kann später abgeglichen werden, ob die Zahl der hinterlassenen Wahlbenachrichtigungen mit der Strichliste übereinstimmt.

Einen Meter weiter stehen drei Tische aneinander. Dort sitzen seit 12.45 Uhr in der „zweiten Schicht“ Kerstin Elßer, Ilka Domke und Birgit Hünnefeld. „Gefühlt kommen schon viele Leute“, erzählt Letztere. Einen Vergleich hat sie nicht – wie Ilka Domke ist auch sie das erste Mal als Wahlhelferin im Einsatz. Andrea Ingrisch von der Stadtverwaltung habe sie gefragt, und sie haben zugesagt. Eine kurze Einweisung, dann konnte es losgehen.

Die Tätigkeiten der drei Helferinnen sind klar definiert: Kerstin Elßer hakt die Liste der Wahlberechtigten ab, Ilka Domke sammelt die Wahlbenachrichtigungen, die die Wähler mitbringen müssen. Birgit Hünnefeld wieder­um hütet die Wahlurne und schiebt die Abdeckung des Einwurfschlitzes zur Seite, wenn jemand seinen Stimmzettel abgeben möchte. Und auch die drei Wahlkabinen auf der gegenüberliegenden Seite des Saals haben die Damen stets im Blick.

Blick auf die Handy-Uhr

Nach dem Ende der Wahl um 18 Uhr haben die Helferinnen noch keinen Feierabend. Dann müssen sie die Stimmen gemeinsam zählen. „Das ist bei anderen Wahlen weniger aufwendig“, weiß Kerstin Elßer. Schließlich müssen bei der Bundestagswahl Erst- und Zweitstimme ausgewertet werden. Apropos Uhrzeit: Wer auch nur eine Minute nach 18 Uhr kommt, kann seine Stimme nicht mehr abgeben. Die große Uhr im Kernersaal geht allerdings ein paar Minuten nach. „Drum schauen wir sicherheitshalber aufs Handy“, sagt Ilka Domke schmunzelnd. „Da stimmt die Uhrzeit ganz sicher.“

Entsorgung Nach Wahlen hängen sie oft noch tage- oder wochenlang an Bäumen und Laternenmasten: Wahlplakate. Die Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung (GOA) teilt nun mit, dass Kunststoff-Wahlplakate von heute an bis zum 14. Oktober kostenfrei auf den Wertstoffzentren Ellert und Reutehau in Essingen und Ellwangen abgegeben werden können. „Alle Anlieferungen außerhalb dieses Zeitraums werden kostenpflichtig gegen Kleinmengenregelung abgerechnet“, heißt es weiter.

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