Eine Million Euro für Kunstrasenplatz

Architektin Heiderose Gölz hat im Technischen Ausschuss des Gemeinderats Gaildorf den Plan für den neuen Sportplatz vorgestellt. Die Stadt will jetzt die Vereine einbeziehen.

|
Der TAHV Gaildorf spielt auf dem hinteren Sportplatz. Dort soll der Kunstrasenplatz angelegt werden.  Foto: 

Die Fußballer des TSV Gaildorf brauchen einen langen Atem: Seit vielen  Jahren warten sie auf einen neuen Sportplatz. Jetzt ist er in greifbarer Nähe. „Wir brauchen ihn dringend“, unterstreicht Gerhard Strohmeier vom TSV-Förderverein in der Bürgerfragestunde des Technischen Ausschusses am Mittwochabend im Rathaus die Forderung des größten Vereins der Stadt. Die Fußballer müssten fürs Training oft auf andere Sportplätze ausweichen.“ Jedes Dorf habe heute einen Kunstrasenplatz, argumentiert später Gemeinderat Günther Kubin vor vollen Zuhörerreihen. Architektin Heiderose Gölz stellt dem Gremium den Plan vor. Auf der Fläche des hinteren Sportplatzes soll er angelegt werden, ein kompakter Platz und zwei Kleinspielfelder, eine Weitsprung- und eine Hochsprunganlage. Beim Reitplatz hat Gölz eine Speerwurfanlage geplant. Hinter der Laufbahn ist eine Fläche zum Abstellen der Tore vorgesehen, insgesamt zehn Stück. Sie plant einen zwei Meter breiten Umgang und ein 5,50 Meter hohes Gitter. Die Speerwurfanlage würde für das Sportabitur benötigt, erklärt sie. Im Platz müsste eine neue Drainage eingebaut werden.

Sportplatz ohne Blitzschutz

Gölz schlägt vor, eine Fünf-Jahres-Pflege in den Kostenplan mit aufzunehmen. „Mit 15.000 Euro sind wir dabei.“ Die Architektin zählt die Kosten der einzelnen Posten auf. Die Gemeinderäte hören aufmerksam zu, vermissen eine schriftliche Vorlage. Gemeinderätin Margarete John bittet darum. Der Kunstrasen kommt nach jetziger Planung auf 231.000 Euro. Gölz kalkuliert für den Blitzschutz mit 10.700 Euro. Unterm Strich ist die Stadt beim Kunstrasenplatz mit 1,005 Millionen Euro dabei. Im Sitzungssaal herrscht kurz Schweigen.

„Sie präsentieren uns hier ein Rundumsorglos-Paket“, sagt Gemeinderat Frank Stettner. Er fragt nach der Beschaffenheit des Spielfelds. Die Architektin schlägt eine große Gesprächsrunde mit dem TSV vor. Die Schulen wurden bereits im Vorfeld eingebunden, räumt Bürgermeister Frank Zimmermann ein und beantwortet Stettners Frage nach der Kostenaufstellung. Hans-Joachim Hunn vom Steueramt korrigiert den Rathauschef, der mit 50 Prozent Zuschuss bei der Fachförderung rechnet: „Aus dem Ausgleichsstock können wir vielleicht mit 200.000 Euro rechnen, bei der Fachförderung Sportstättenbau setze ich auf 15.000 Euro.“

Mit einer Selbstbeteiligung der Vereine ließen sich die Kosten senken, meint Zimmermann. „Wir müssen gut abwägen, was wir benötigen“, meint er. „Wir werden nicht viel reduzieren können“, befürchtet Günther Kubin. Er freut sich, dass das, „was seit langem im Raum steht, langsam Form annimmt“. Gemeinderätin John bittet Zimmermann, „ganz sicher“ abzuklären, ob beide Förderungen kumulierbar sind. „Wir wollen jetzt nur Ihr Okay, dass wir die Zuschussanträge stellen können“, sagt Zimmermann. Der Baubeschluss würde eh erst dann gefasst, wenn die Zusagen vorliegen. „Fachförderung und Ausgleichsstock schließen sich nicht aus,“ stellt Hans-Joachim Hunn klar. Die Architektin sagt zu, die Kostenaufstellung schriftlich nachzureichen. Im nächsten Jahr soll nach der Feinabstimmung die Ausschreibung erfolgen. 2019 könnte der Kunstrasenplatz gebaut werden.

Eigenleistung gewünscht

Nach der Sitzung stehen einige TSV-Mitglieder vor dem Rathaus und sprechen über den Plan. „Wenn wir Eigenleistung bringen, haben wir keine Gewährleistung“, wirft ein Mann ein. Ein anderer befürchtet höhere Kosten, „wer weiß, was für einen Kunstrasen sie vorgesehen hat. Da gibt es Qualitätsunterschiede und große Preisunterschiede.“ Ein anderer verweist auf die Architektenkosten: „100.000 Euro sind nicht schlecht.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Keiner soll zurückbleiben

Die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und das Landratsamt im Kreis Ansbach bilden eine Jugendberufsagentur – zur besseren Förderung benachteiligter Jugendlicher. weiter lesen