Zu viele Plätze bleiben leer

Die Auftaktveranstaltung am Montag, 18. Februar, hat ein klares Ziel: Experten sollen den teilnehmenden Betrieben einige Impulse vermitteln, wie sie dem Mangel an Auszubildenden entgegentreten können.

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Auch die Region hat einiges dazu beigetragen, dass in Baden- Württemberg zuletzt 1500 Ausbildungsplätze unbesetzt blieben. Archivfoto/Weigert

Im vergangenen Jahr blieben in Baden-Württemberg rund 1500 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt- und Experten gehen davon aus, dass die Situation aufgrund des demografischen Wandels auch weiterhin angespannt bleiben wird. In Heilbronn-Franken wurden in 2012 ebenfalls wieder weniger Lehrverträge abgeschlossen. Konkret waren es 119 weniger, was einem Minus von 5,9 Prozent gegenüber 2011 entspricht. Wie viele Lehrstellen im laufenden Jahr besetzt werden, bleibt abzuwarten. Laut der Handwerkskammer Heilbronn-Franken waren jedoch noch nie zuvor bereits am Ende des Jahres so viele freie Ausbildungsplätze (rund 600) für das kommende Lehrjahr gemeldet.

Der Sorge um den Nachwuchs im Handwerk nimmt sich die Demografieinitiative RegioBIZ der Wirtschaftsfördergesellschaft Schwäbisch Hall (WFG) künftig mit einem neuen Projekt an: dem Handwerkervesper. Projektleiterin Melanie Schlebach erklärt: "Mit den Nachwuchssorgen haben wir ein Thema ausgewählt, bei dem im Handwerk aktuell am meisten der Schuh drückt. Schulabgänger entscheiden sich immer weniger für eine Tätigkeit im Handwerk und generell sinken auch die Schülerzahlen." Damit bringt Schlebach die beiden größten Probleme nochmals auf den Punkt: den demografischen Wandel und die Tatsache, dass Jugendliche vermehrt in kaufmännische Berufe drängen oder ein Studium beginnen.

Im Landkreis Schwäbisch Hall ist die Situation besonders angespannt. Dort blieben 59 Ausbildungsplätze unbesetzt - deutlich mehr als in den anderen Landkreisen Heilbronn-Frankens. Rainer Biedermann, stellvertretender Kreishandwerksmeister hat eine Erklärung: "Viele Jugendliche kennen die handwerklichen Berufe gar nicht mehr. Deshalb ist ihnen auch nicht bewusst, was das Handwerk leistet und wie wichtig diese Branche ist."

Michael Szabo vom gleichnamigen Autohaus in Wertheim und Kreishandwerksmeister des Main-Tauber-Kreises appelliert an interessierte Bewerber: "Oft scheitert es auch an der Selbsteinschätzung. Wenn ein Schüler schlechte Noten hat, fühlt er sich möglicherweise ungeeignet. Wenn diese Noten aber beispielsweise in Deutsch oder Sport zustande kommen, spielt das weniger eine Rolle. Im Handwerk kommt es mittlerweile vor allem auf technische Fähigkeiten an, die viele Jugendliche durchaus besitzen."

Neben einer Imagekampagne der Handwerkskammer, die laut Umfragen bereits erste Erfolge gebracht hat, soll das Handwerkervesper ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein. Hier erhalten die Teilnehmer Impulse von Experten und haben die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Bei der ersten Veranstaltung wird der Demografie-Lotse Karl-Heinz van Amern-Kasten zu Gast sein. Er wird aufzeigen, wie die Jugendlichen heute angesprochen werden sollten und welche Erwartungen diese an den Ausbildungsbetrieb stellen.

Melanie Schlebach wird den Unternehmen außerdem ein neues Angebot vorstellen, mit dem Schüler und Betriebe besser zusammengebracht werden sollen. Im Dialog sollen gleichzeitig weitere relevante Themen für speziell auf das Handwerk ausgerichtete Veranstaltungen gesammelt werden. Dann hofft die Projektleiterin, "dass ein weiteres Handwerkervesper im Herbst und vielleicht auch im nächsten Frühjahr möglich ist".

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