Oberbürgermeister-Kandidaten antworten auf #crailsheimfragt

Die Crailsheimer haben dem Hohenloher Tagblatt ihre wichtigen Fragen an die Kandidaten mitgeteilt. Hier die Antworten.

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Das Rathaus Crailsheim in Crailsheim.  Foto: 

Wie möchten Sie sich ohne verwaltungsrechtliche Fachkenntnisse gegenüber Fachbereichsleitern behaupten?

Loga: Ich besitze als Kommunalberater einerseits grundsätzliche Fachkenntnisse, andererseits verfüge ich aber auch natürlich über hervorragende Kontakte und Vernetzungen, auf die ich im Zweifelsfalle immer zurückgreifen kann. Seit Jahrzehnten beweise ich, dass die Planung und Umsetzung bei Städten, Gemeinden und Firmen mein Steckenpferd ist, sonst würde ich nicht beauftragt werden. Wie man Menschen dazu bewegt, miteinander an Umsetzungen durchhaltend zu arbeiten, das ist mein Ding. Starke Ideen, zielgerichtete Wege finden und miteinander reden, gepaart mit Führung und Durchhaltevermögen, das bringt uns ans Ziel.

Lukoschek: Das ist mir bewusst, dass eine Ein­arbeitungsphase, um verwaltungsrechtliche Fachkenntnisse zu erlangen, notwendig ist. Als Unternehmer habe ich genauso Verantwortung mich stets über neue Regeln und Gesetze zu informieren beziehungsweise diese anzuwenden.

Klunker: Die notwendige Fachkenntnis werde ich mir aneignen, um Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu verstehen und beurteilen zu können. Teil meines kooperativen Führungsstils ist in erheblicher Weise meinen Mitarbeitern zu vertrauen, trotzdem zu hinterfragen und dann gemeinsam mit den betroffenen Personen zu entscheiden. Eine Führungspersönlichkeit zeichnet sich durch andere Eigenschaften aus als durch Detailkenntnisse.

Kufner: Im Falle meiner Wahl hat mir ein erfahrener Bürgermeister (welcher in Kürze nach seiner zweiten Amtszeit in den Ruhestand geht und bereits Schulsanierung, Mehrzweck- und Kulturhallenbau sowie viele Industriethemen in seiner Amtszeit bewältigt hat) zugesichert, mich in den ersten Jahren als „persönlicher Assistent/Referent“ zu unterstützen. Darüber hinaus werde ich mich natürlich selbstverständlich intensiv in die ganzen Thematiken einarbeiten.

Dreschner: Wie schon gesagt, in Sachen Kommunalpolitik bin ich eine absolute Quereinsteigerin, was aber nicht bedeutet, dass ich mich nicht behaupten kann. Wenn dies nicht der Fall wäre, dann würde ich heute beruflich nicht so erfolgreich sein, wie ich es demnach bin. Wer Kommunalpolitik erfolgreich machen und gestalten will, der muss sich umfassend engagieren und sich in fachliche Themen einarbeiten. Dies ist bei jedem neuen Job­antritt der Fall. Ich setze auf die Unterstützung und gute Zusammenarbeit der sehr gut ausgebildeten Fachkräfte im Rathaus. Diese bilden das Fundament einer funktionierenden Verwaltung. Soweit der Wille zur Zusammenarbeit vorhanden ist, etwas voranzubringen und die Möglichkeit geschaffen wird mit allen Beteiligten etwas Neues im respektvollen Umgang umzusetzen, ist das doch perfekt. Mein starker persönlicher Einsatz, pflichtbewusstes Handeln, Geradlinigkeit bei Sachentscheidungen und nicht zuletzt Menschlichkeit werden es mir möglich machen, eine gute Zusammenarbeit zu schaffen. In erster Linie geht es mir darum, für unsere Bürgerinnen und Bürger eine gemeinsame Zukunft zu gestalten, das Wachstum der Stadt voranzubringen, in wirtschaftlicher als auch in bildungspolitischer Sicht.

Grimmer: Sich behaupten zu müssen, ist der falsche Ansatz. Anerkennung erwirbt man sich über einen fairen persönlichen Umgang, Lern- und Leistungsbereitschaft, Verlässlichkeit, Entschlossenheit, aber auch Gelassenheit, Kommunikationskompetenz sowie Entscheidungsfreude, eine vitale Diskussionskultur und Wertschätzung für das Andersdenken. Wenn jeder in seinem Aufgabenbereich sein Bestes bringt, wird etwas Gutes entstehen.

Blumenstock: In der Branche der angesprochenen Fachkräfte herrscht ein hoher Standard, welcher immer den Respekt füreinander und untereinander als Arbeitsgrundlage des Teamworks darstellt. Ohne diesen Standard ist ein gemeinsames Zusammenarbeiten nicht möglich, und eine erfolgreiche Amtszeit kann nicht gewährleistet werden. Wir alle verfolgen das gleiche Ziel – eine erfolgreiche Kooperation, um regional voranzukommen und den Menschen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. In meinem bisherigen Berufsleben stehe ich mit jedem neuen Projekt genau vor dieser Hürde, welche sich durch Professionalität und Kommunikation nie als solche herausstellt. Natürlich ist es eine Herausforderung, allerdings eine, die ich meistern ­werde.

Hofmann: Mit Respekt und Empathie, ein gewisses Grundwissen muss man sich natürlich aneignen, wie man beim Thema „Verjüngung“ des Gemeinderates deutlich gesehen hat.

Seel: In meiner juristischen Ausbildung stellte das Verwaltungsrecht einen wichtigen Schwerpunkt dar. Das zweite juristische Staatsexamen befähigt zum höheren Dienst in der öffentlichen Verwaltung, weshalb zahlreiche erfolgreiche Oberbürgermeister ebenfalls Volljuristen sind. Ich meine nicht, dass ich mich gegenüber Fachbereichsleitern „behaupten“ werden muss. Vielmehr gehe ich davon aus, mit ihnen konstruktiv auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Meine Aufgabe sehe ich darin – auch verwaltungsinterne – Zielvorgaben zu entwickeln und diese zusammen mit den Mitarbeitern, die ich bisher als äußerst kompetent kennenlernen durfte, umzusetzen. Wichtig ist mir dabei, dass eine bürgernahe Verwaltung gewährleistet ist.

Arnold: Gar nicht! Bei insgesamt sechs Fachbereichen mit jeweiligen Untergruppierungen ist es fast unmöglich für eine Person, sich in all diesen Fachbereichen bis ins kleinste Detail auszukennen. Die Fachbereichsleiter sind deswegen Fachbereichsleiter, weil sie es können! Ich möchte zusammen mit ihnen Themen, Probleme und Lösungen erörtern und umsetzen! Ich bin als Bürgermeisterin auf diese Leute mit ihrem Wissen über ihren Fachbereich angewiesen. Denn selbst mit verwaltungsrechtlichen Fachkenntnissen kann ich nicht jeden Fachbereich mit ausreichendem Fachwissen abdecken. Man muss miteinander arbeiten, nicht gegeneinander!

Sie machen alle viele Versprechungen. Wo beginnen Sie zu sparen?

Loga: In meinem Alltag bin gewohnt bei Städten und Gemeinden genau zu schauen, wo man sinnvoll sparen kann und habe das bereits sehr oft passgenau umgesetzt. Zuerst einmal darin, indem ich politisch oder einseitig- motivierte Investitionen, die bereits eingeplant sind, erneut überprüfe. Die Vergabe von Gutachten muss unbedingt reduziert werden, zum Beispiel beim Thema Verkehr die Menschen, welche täglich zu verschiedenen Uhrzeiten auf den Straßen sind (wie Fahrlehrer, Taxifahrer) miteinbeziehen, die wissen am besten, wann und wo ein Problem ist und haben meist gute Ideen für eine mögliche Lösung – eben miteinander hier vor Ort optimale Lösungen finden. Als EDV-Spezialist werde ich Abläufe in der Stadtverwaltung so weit digitalisieren, dass hier ein eindeutiger Einspar­effekt auftritt. Dabei werden auch Doppelarbeiten entdeckt und eingespart. Über das neue Bürger-Beteiligungsmodell werden schneller und einfacher Einsparpotenziale entdeckt. Einsparung ist wichtig – aber als erfahrener Berater weiß ich, dass die Schaffung und Stabilisierung von Mehreinnahmen viel wichtiger ist. Die speziellen Fördertöpfe (Land, Bund, EU) z. B. ländlicher Raum usw. müssen genau recherchiert werden. Wer von einer Kommune keine Ahnung hat, wird immer nur sparen. Wer eine Kommune voranbringt, wird dafür sorgen, dass mehr Gelder fließen und damit mehr erreicht wird. Als Oberbürgermeister kenne ich beide Aspekte – keine Sorge, wir können für viel mehr Einnahmen sorgen!

Lukoschek: Ich werde zuerst die Ausgaben für die Schulprojekte durch ein konsequentes Einkaufsmanagement reduzieren. Dadurch sollen selbstverständlich die Schulprojekte weder gefährdet noch eingeschränkt werden. Durch meine technischen Fähigkeiten könnten auch zum Beispiel Kosten der Synchronisation der Ampelanlage „grüne Welle“ bedeutend eingespart werden.

Klunker: Ich mache nur Versprechungen, die ich auch halten kann, und bisher sind keine dabei, die ein hohes Budget erfordern, im Gegenteil. Meine Haltung zur Stadthalle kann auf Jahrzehnte hinaus Geld sparen. Die Stadtverwaltung zu einer Einheit zu formen, die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat neu auszurichten und die Unternehmen und Bürger mit ins Boot zu holen, kostet kein Geld sondern schaffen ein neues Wir-Gefühl. Das verspreche ich, und dazu stehe ich auch. Nicht jedes Thema darf als Einzelproblem wahrgenommen werden, wir können sparen, indem wir konzeptionell an Dinge herangehen und Synergieeffekte nutzen. Dazu gehört es auch, die Erfahrungen der Bürgerschaft in seine Überlegung miteinzubeziehen.

Kufner: Als erste Einsparung werde ich auf den Dienstwagen des Oberbürgermeisters verzichten. Statt des Dienstwagens werde ich das Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder mein privates Auto nutzen. Das mag in der Stadtkasse nicht viel ausmachen, aber ist ein erster (symbolischer) Schritt. Darüber hinaus werde ich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Crailsheim prüfen, an welchen Stellen sinnvoll gespart werden kann. Außerdem habe ich bereits einige gute Ideen, um den Haushalt zu entlasten, ohne sich kaputtzusparen. Damit wir nicht von rund 530 Euro Schulden pro Einwohner auf 2500 Euro abstürzen, verzögere ich den Bau der Stadthalle zugunsten der Schulsanierung und würde zunächst nur eine dreigliedrige Mehrzweckhalle bauen, welche dann gemäß den Plänen der Stadthalle zu einem späteren Zeitpunkt erweitert werden könnte.

Dreschner: Ich habe noch nie etwas versprochen, was ich nicht einhalten kann. Es gibt in allen Bereichen Einsparpotenzial, aber um Ihnen eine konkrete Aussage zu machen, muss man sich erstmals einen Gesamtüberblick über alle relevanten Dinge verschaffen.

Grimmer: In der Vergangenheit gab es diverse Gutachten, die wohl nicht notwendig gewesen wären oder die ergebnislos blieben. Das muss sich ändern. Außerdem ist das Weiterführen des Rechtsstreits mit der Südwest Presse zu hinterfragen. Ich würde mich für einen Konsens mit der Gegenpartei einsetzen. Ich frage mich gern: was muss, was soll, was kann sein? Dementsprechend werde ich die Haushaltsplanung der Stadt auch angehen.

Blumenstock: Ich will nicht sparen, ich will sinnvoll und nachhaltig investieren. Im Augenblick sehe ich viele Investitionen, die ich aber nicht als nachhaltig empfinde. In Crailsheim ist sehr häufig zu beobachten, dass wir versuchen Altes zu erhalten, das im ersten Moment sinnvoll erscheint, weil es günstiger ist. Schaut man aber zehn Jahre in die Zukunft, sieht es oft anders aus. Beispiel Hallenbad: sehr häufig Reparaturen, und man leistet sich zwei Wasseraufbereitungsanlagen. Hätte man die Sanierung die letzten zehn Jahre ausgesetzt und hätte gesagt, man baut ein neues beim Freibad, könnten Synergieeffekte, zum Beispiel bei der Wasseraufbereitung, genutzt werden. Das alte Gelände könnte anderweitig genutzt werden und einem neuen Zweck zugeführt werden. Das neue Hallenbad könnte attraktiver gestaltet werden und mehr Besucher anlocken.

Hofmann: Sparen können wir mit dem nötigen Weitblick, indem Synergieeffekte effizienter genutzt werden. Im Moment sind allerdings zwingende Investitionen in die Schulen und den sozialen Wohnungsbau unumgänglich und noch nie waren die Konditionen für eine Investition lukrativer.

Seel: Ich weiß nicht, wo ich finanzielle Versprechungen machte. Festgelegt habe ich mich lediglich darin, dass das Thema Stadt- bzw. Sporthalle in meinem ersten Amtsjahr entschieden wird. Natürlich kosten Projekte, die ich befürworte Geld – das bedeutet, ich strebe sie an, werde mich für sie einsetzen. Ob sie letztlich verwirklicht werden, entscheiden der Gemeinderat und unsere finanziellen Möglichkeiten. Maßgebend für mich ist, dass wir wissen, wohin wir wollen, denn nur dann können wir gestalten und die Stadt voranbringen.

Arnold: Ich mache keine Versprechungen, ohne die finanzielle Situation der Stadt in Augenschein genommen zu haben! Stadthalle, Landesgartenschau und Co. fallen für mich nicht in die Dringlichkeitsvorhaben, weil ich sowieso gegen diese unnützen Geldausgaben bin. Fakt ist, dass wir viele Straßen und Schulen sanieren müssen. Dies hoffe ich nach einer gewissen Einarbeitungsphase als neue Bürgermeisterin (diese Zeit brauche ich auf jeden Fall) umsetzen zu können! Keine leeren Versprechungen und somit schon viel Geld gespart!

Wie halten Sie es mit den geplanten Windrädern über Westgartshausen und Goldbach?

Loga: Ich bin unbedingt für alternative Energien. Ich warne aber: Wenn dadurch unsere Kulturlandschaft zerstört wird, wenn unsere Lebensqualität dadurch beeinflusst wird, und wenn es mit der Entsorgung später noch mehr Probleme geben wird, dann bin ich eindeutig dagegen. Schon jetzt haben wir in 20 Jahren 40 000 Tonnen schlecht recycelbare Rotorblätter als Sondermüll. Haben dann riesige Fundamente im Boden. Müssen wieder Kräne und Lkw-Transporte anrücken und alles abbauen – wollen wir das wirklich? Ich nicht. Ich werde mich als Oberbürgermeister konsequent und hart dafür einsetzen, dass Westgartshausen und Goldbach nicht davon betroffen werden. Ich beobachte seit vielen Jahren persönlich die Forschung in diesem Bereich, und bin davon überzeugt, dass in den nächsten Jahren gute Alternativen entstehen.

Lukoschek: Die Windräder sollen nicht über Goldbach und Westgartshausen aufgestellt werden, weil diese für die Menschen eine Belästigung (in Form von Lärm und Sicht) darstellen. Diese Errichtung sollte weit weg von bebauten Gebieten stattfinden.

Klunker: Noch sind keine geplant, es geht um die Schaffung von Vorrangflächen. Diese halte ich an dieser Stelle für falsch. Ich befürworte Windkraft, es muss aber abgewogen werden an welchen Plätzen. Angesichts der momentan offenen Rechtslage und unklaren Vorgaben der Landesregierung sollten alle Aktivitäten gestoppt werden. Wälder in großem Maße abzuholzen, um die Umwelt durch Windkraft zu schützen, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

Dreschner: Der Ausbau von regenerativen Energien trägt im Wesentlichen zur Nachhaltigkeit bei und ist daher eine gute Idee. Man muss sich hierbei im Klaren sein, dass man für eine einzige Windkraftanlage (WKA) eine Stellfläche von 3000 Quadratmetern benötigt, Abholzung von Waldflächen erfolgt. Der Bau von WKA wirkt sich negativ auf unser Landschaftsbild aus. In welche Windrichtung wir uns drehen, werden wir eine Windkraftanlage sehen. Leider ist ein generelles Ablehnen von Flächen zur Errichtung von Windkraftanlagen nicht möglich. Eine Ausweisung von Konzentrationsflächen muss erfolgen, da sonst die WKA wie Pilze aus dem Boden schießen werden. Als Freund zur Errichtung von Windrädern bezeichne ich mich definitiv nicht, ob in Westgartshausen oder Goldbach.

Grimmer: Als Freund von Fotovoltaik, erneuerbarer Energien und der Erhöhung von Energieeffizienz stehe ich auch der Nutzung von Windenergie an sich offen gegenüber. Allerdings müssen hierfür geeignete Standorte gefunden werden. Dem subjektiven Eindruck nach stehen viele Windräder gerade in der Region Hohenlohe vielfach still. Neben optischen Erwägungen sind zudem gerade auch gesundheitsschädliche Auswirkungen von Schallemissionen zu berücksichtigen und ein angemessener Abstand zu Wohngebieten ist deshalb einzuhalten.

Blumenstock: Das ist ein sehr schwieriges Thema, ich habe selbst bei meinen Schwiegereltern erlebt, was ein Windpark von 13 Windrädern mit einem Rotordurchmesser von 115 Metern bedeutet. Ja, es gibt nachts Lärmbelästigung und ja, es ist sehr gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen hat man sich damit arrangiert. Im Gegensatz dazu kenne ich viele Menschen aus meiner Zeit in Landshut. Hier stehen die Atomkraftwerke ISAR 1 und 2 circa 15 Kilometer entfernt – und das wollte auch keiner haben. Das Problem ist: Was ist die Alternative? Kein Flächennutzungsplan würde sehr wahrscheinlich zu einem Wildwuchs führen. Viele alternative Flächen sind nicht mehr vorhanden, somit sehe ich im Augenblick wenig Möglichkeiten die Fläche für die Windräder zu verhindern bzw. die Abstände zu vergrößern.

Hofmann: Der Weg zur „grünen“ Stromerzeugung ist sicherlich der richtige, allerdings sollte ein größerer Abstand zu Wohngebieten eingehalten werden. Wenn man diese im Moment mit dem Mindestabstand baut, ist dieser Bereich für künftige Erweiterungen verschlossen.

Seel: Windkraft stellt bei der Stromversorgung durch neue Energiequellen eine wichtige Komponente dar. Bei der Auswahl geeigneter Standorte gilt es, vielfältige Aspekte zu berücksichtigen. Ein stetiger, kräftiger Wind wie in den Küstenregionen steht hierbei an erster Stelle. Crailsheim kann dies bei Weitem nicht bieten. Schon deswegen müssen Landschaftsverträglichkeit, ein hoher Mindestabstand zu Wohngebieten, Lärmschutz etc. eine wichtige Rolle spielen. Deswegen finde ich es richtig, dass der Gemeinderat Windkraftanlagen in Westgartshausen ablehnte.

Arnold: Sie sind groß, hässlich und durch Gigantomanie problematisch. Der Nutzen ist noch nicht einwandfrei nachgewiesen. Es gibt Subventionen für den Bau von Windrädern, aber langfristig gesehen werden wir nicht so viel „nutzlose“ Windkraft brauchen. Es gibt bessere Alternativen für erneuerbare Energien. Windräder sind ein herber Einschnitt in Flora und Fauna, und jeder Einwohner sollte sich mal nach Möglichkeit ansehen, welche Ausmaße diese Windräder haben. Eigentlich wollte ich mal ein Blatt eines Windrades auf den Marktplatz legen, um deutlich zu machen, was wir unserer Umwelt antun. Also Evi Arnold, wieder mal dagegen.

Was tun Sie für das örtliche Handwerk?

Loga: Ich stehe für das Handwerk und werde dies auch sehr offensiv fördern. Werde persönlich dafür sorgen, dass jeder Betrieb nächstes Jahr individuell die Fördertöpfe des Landes und des Bundes, die ich sehr gut kenne, für sich anzapfen und realisieren kann. So gibt es ab Januar die Möglichkeit, dass jeder Betrieb vom Land Baden-Württemberg 10 000 Euro für eine geplante EDV-Umstellung – hin zu mehr digitalen Abläufen – erhält. Gleichzeitig werden wir diese Förderung dafür verwenden, dass die Abläufe zwischen Gewerbe und Stadt deutlich schneller und einfacher gestaltet werden!

Klunker: Für Jungunternehmer/Unternehmensgründer kann ein Handwerkerzentrum eingerichtet werden. Die Infrastruktur eines von der Stadt zur Verfügung gestellten Gebäudes kann den Start in die Selbstständigkeit erleichtern. Und: Wo immer das geht, werden Aufträge der Stadt an örtliche Handwerker vergeben.

Kufner: Ich stehe hierzu im steten Austausch mit den Handwerkern der Region sowie dem Handwerkskammerpräsident Ulrich Bopp. Diesen Austausch möchte ich im Falle meiner Wahl vertiefen. Für zwei Sachen werde ich mich auf jeden Fall stark machen: dass unsere Handwerker während Arbeitseinsätzen im Stadtgebiet kostenlos und nach Möglichkeit direkt vor der Baustelle parken können. Das andere ist die Attraktivität der Handwerksberufe zu fördern, damit das wertvolle Handwerk auch ausreichend Nachwuchs bekommen kann.

Grimmer: Auf meinen Veranstaltungen in den Stadtteilen mache ich mich immer dafür stark, bei der Vergabe städtischer Aufträge das örtliche Handwerk fair zu berücksichtigen. Es sollte nicht das billigste Angebot von irgendwo zum Zuge kommen, wenn das Angebot von hier das ökonomisch sinnvollste für die Stadt ist. In Ellwangen etwa übernimmt meist ein Architekt die Planungen und ein dort ansässiges Bauunternehmen die Umsetzung. Das muss auch in Crailsheim wieder möglich sein.

Wie wollen Sie die Verwaltung führen, mit wie vielen Bürgermeistern?

Loga: Meine Erfahrung zeigt mir, dass eine konsequente und starke Führung die Verwaltung zum Erfolg führt – und dazu benötige ich auch die beiden Bürgermeister an meiner Seite. Die Handlungsfähigkeit der Stadtverwaltung darf nicht geschwächt werden, denn letztendlich müssen wir für Sie als Bürger handeln können – schnell und zuverlässig! Und alle Mitarbeiter der Verwaltung müssen ernst genommen und miteinbezogen werden – und ihre Erfahrungen einbringen können.

Klunker: Die Verwaltung führe ich mit einem kooperativem Führungsstil in dem Vertrauen, Eigenverantwortung, Zielorientierung und gegenseitige Wertschätzung elementar sind. Mit wie vielen Bürgermeistern muss gemeinsam mit dem Gemeinderat entschieden werden. Jetzt eine Ankündigung zu treffen, wie es sein wird, wäre unseriös. Ich kann mir vorstellen, auf den Ersten Beigeordneten zu verzichten und die Aufgaben auf die Fachbereiche zu verteilen, den Bereich Personal selbst zu übernehmen. Hinsichtlich der anstehenden Aufgaben auf beide Beigeordnete zu verzichten, halte ich für nicht sinnvoll.

Kufner: Als Oberbürgermeister und als Experte für BWL und Personal würde ich meinen Schwerpunkt vor allem auf Finanzen, Personal und Bildung setzen und nur noch einen Beisitzer mit dem Schwerpunkt Bau einstellen. Hierfür habe ich bereits einen ausgezeichneten und erfahrenen Kandidaten im Hinterkopf, welchen ich gerne dem Gemeinderat vorstellen würde und dessen bisherige Erfahrungen und Projekte unter einem anderen Oberbürgermeister gut auf die anstehenden Herausforderungen von Crailsheim passen. Somit würde ich die Verwaltung mit einem Oberbürgermeister und nur noch einem weiteren Bürgermeister führen. Bei der Führung ist für mich ein ausgezeichnetes Betriebsklima genauso selbstverständlich wie eine gelebte Dienstleistungskultur gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sowie einer manchmal harten aber immer herzlichen und wertschätzenden Zusammenarbeit mit den Räten.

Grimmer: Mein Vorschlag sind zwei zusätzliche, qualifizierte Fachbereichsleiter statt zwei zusätzliche Bürgermeister. Hiervon verspreche ich mir eine flachere Hierarchie sowie die Aufwertung anderer Fachbereiche wie Bildung oder Stadtgesellschaft, Kultur, Wirtschaft. Über die Aufgaben- und Kompetenzverteilung mit den aktuellen Fachbereichsleitern für Finanzen und Bauen muss man sprechen. Zudem habe ich einen weiteren Fachbereich für Digitales ins Gespräch gebracht.

Wie ist Ihre Meinung zur unechten Teilortswahl?

Loga: Ich stehe dazu, dass diese erhalten bleibt. Zum einen wurden zwischen 1972 bis 1974 Verträge geschlossen – und an die hält man sich, bis ein Bürgerentscheid das Thema aufhebt. Wer eine andere Meinung dazu hat, sollte sich dazu auch die damals geschlossenen Verträge und die Gemeindeordnung des Landes Baden-Württemberg genauer anschauen – er wird merken, dass es ein sehr gravierender, lang andauernder Schritt ist: zehn Jahre Übergangszeit. Zum anderen haben sich die Ortsvorsteher ja wirklich bewährt! Die Abschaffung der unechten Teilortswahl wird auch keine größeren Einsparungen bedeuten – im Gegenteil: Es entsteht hoher Verwaltungsaufwand und der ist mit höheren Kosten verbunden!

Klunker: Wir müssen eine Parität herstellen zwischen den Ortschaften und den großen innerörtlichen Stadtteilen, die heute schon fragil ist. Die Abschaffung der unechten Teilortswahl ist nicht der richtige Hebel, um den scheinbar zu großen Gemeinderat zu verkleinern. Die Gewährleistung der Einflussnahme der Teilorte im Gemeinderat muss sichergestellt sein.

Kufner: Jeder Teilort und Stadtteil benötigt eine starke Stimme. Crailsheim wollte in den 70er-Jahren die Teilorte dabeihaben, und nun sind die Teilorte auch fair zu behandeln. Ich habe mir mit einigen Experten bereits Gedanken zur Verschlankung und Erhöhung der Fairness gemacht. Einer der besten Ansätze war dabei, dass für jeden Teilort und jeden Stadtteil eine fixe Anzahl an Gemeinderäten in den Gemeinderat einziehen darf. Und zwar so, dass jeder fair vertreten ist und keiner ohne Vertretung dastehen muss. Viel wichtiger als die Verschlankung ist für mich die Optimierung der Diskussionskultur sowie die drastische Verkürzung der Sitzungsdauer – mindestens wie zu Zeiten von OB Andreas Raab. Dies könnte durch eine optimierte Informationspolitik und regelmäßige Treffen der Verwaltungsspitze mit den Fraktionsvorsitzenden geschehen.

Grimmer: Wir brauchen eine faire, wirklich repräsentative Demokratie. Es geht deshalb nicht um eine Abschaffung der unechten Teil­ortswahl, sondern um Überlegungen, auch bislang nicht oder in Anbetracht ihrer Größe unterrepräsentierte Stadtteile angemessen zu beteiligen.

Braucht der Crailsheimer Gemeinderat mehr Ausschüsse und weniger Fraktionszwang?

Loga: Ja, wir brauchen einen Bau- und einen Finanzausschuss – damit Kompetenz besser gebündelt wird und schneller für den Bürger entschieden wird. Dies bedeutet aber auch, dass die Fraktionen intern sich abstimmen. Der Fraktionszwang an sich ist nicht schädlich – es muss aber dazu klare Regeln geben. Als Oberbürgermeister werde ich der entschiedene Macher sein, der sich darum kümmert und das Ganze in Bewegung setzt.

Kufner: Kommunalpolitik sollte immer ideologiefrei und ohne jeglichen Fraktionszwang gelebt werden. Alle sollten miteinander der Stadt Bestes suchen. Harte Debatten sind dabei erwünscht, aber letztendlich sollte sich am Ende die Mehrheit für das bessere Argument entscheiden – unabhängig von wem dies kommt und was dies für einen selbst bedeutet. Was wiederum für einen Externen einfacher ist. Ich denke nicht, dass der Gemeinderat mehr Ausschüsse benötigt. Vielmehr sollte eine bessere Informationspolitik eingeführt, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger einbezogen sowie ein frühzeitiger Austausch mit den Fraktionsvorsitzenden durchgeführt werden. Das ist auch der Grundgedanke von „100 Tagen 50 Kompetenzen“. Letztendlich geht es um einen fairen und wertschätzenden Umgang von Stadt, Räten und Bürgern sowie die nüchterne Suche nach dem Besten für die ganze Stadt – und zwar für die heutigen wie auch die zukünftigen Bürger.

Grimmer: Ja, denn es geht um Stadt- und nicht um Parteipolitik.

Unter großer Bürgerbeteiligung wurde ein Stadtentwicklungsplan (STEP) erarbeitet. Werden Sie STEP fortsetzen?

Loga: Ja, werde ich, denn ich kann als einziger Kandidat sagen, dass schon mein Wahlkampf gelebte Bürgerbeteiligung ist! Das STEP-Konzept wird in der Bürgerbeteiligung fortgeführt – günstiger, schneller und regelmäßiger. Ich weiß, wie wir das umsetzen, und ich werde dies auch in aller Konsequenz zum Erfolg führen, da können Sie sicher sein.

Klunker: Ich war selbst aktiv am STEP beteiligt, und die Enttäuschung über den Verlauf war der Grund für meine Kandidatur für den Gemeinderat. Dass Bürgerbeteiligung ein essenzieller Teil meiner Grundsätze ist, bringe ich deutlich zum Ausdruck. Die Ideen aus dem STEP wieder aufzugreifen, neu zu sortieren und ggf. weiterzuführen wird die Arbeit meiner ersten Amtsperiode durchziehen.

Grimmer: Der Umgang mit den STEP-Ergebnissen war ignorant. Gerne nehme ich Ergebnisse des Prozesses in künftige Überlegungen, Entscheidungsfindungen und Prioritätensetzung auf.

Hofmann: STEP sollte weiterhin berücksichtigt werden, allerdings ist seit 2012 vieles geschehen, was in diesem Umfang noch nicht vorgesehen war. Daher ist eine Aktualisierung bzw. Erweiterung dringend notwendig, um den Entwicklungsplan an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Seel: Der derzeit gültige Stadtentwicklungsplan wurde vor über fünf Jahren verabschiedet und gibt bis zum heutigen Tag wichtige Impulse. Von Anfang an war jedoch klar, dass er der regelmäßigen Überarbeitung und Anpassung an neue Entwicklungen bedarf. Deshalb soll der STEP-Prozess fortgeführt werden. Er bietet die Möglichkeit, die Bürgerschaft auch in Zukunft mit ihren vielfältigen Erfahrungen an der Vorbereitung wichtiger kommunalpolitischer Weichenstellungen zu beteiligen.

Crailsheim wächst. Wie kann die Flächenversiegelung trotzdem gestoppt werden?

Loga: Mein Schwerpunkt wird darauf liegen, dass zuerst Brachflächen in der Innenstadt aufgelöst werden. Es ist für mich Chefsache, dass Natur und Landschaft erhalten bleiben – logisch!

Klunker: Indem wir erstens bereits versiegelte Flächen überplanen und verbauen, zum Beispiel im Stadtteil Türkei oder den vielen Leerständen in der Stadt, zweitens verstärkt Mehrgeschosswohnungsbau in neuen Wohngebieten umsetzen, drittens Investoren und Unternehmen, die erweitern wollen, dazu bringen Tiefgaragen oder Parkhäuser zu bauen.

Hofmann: Indem vorhandene Flächen durch Geschosswohnungsbau und Parkhäuser in den Gewerbegebieten effizienter genutzt werden. Viele Flächen werden im Gewerbegebiet durch Parkplätze verschwendet, hier könnte ein zentrales Parkhaus, welches von allen Unternehmen genutzt wird, Abhilfe schaffen.

Grimmer: Vor dem Hintergrund endlicher Flächen müssen wir durch Nachverdichtung, Dachaufbauten und Geschosswohnungsbau eine umgebungsfreundliche Architektur einfordern.

Seel: Auch wenn die Ausweisung neuer Baugebiete vor allem in den Stadtteilen unerlässlich sein wird, messe ich der Innenentwicklung große Bedeutung zu. Brachliegende Flächen, leerstehende Gebäude müssen unbedingt genutzt werden. Mit deren Eigentümern werde ich verhandeln und versuchen, sie zum Verkauf oder zur eigenen Nutzung zu bewegen. Ein zentraler Aspekt hierbei ist die Geltendmachung staatlicher Zuschüsse, sowohl für private als auch kommunale Investitionen.

Wie stehen Sie zur geplanten Baumfäll­aktion am Spital?

Loga: Mir ist die Natur und Landschaft in und um Crailsheim herum sehr wichtig – das habe ich in meinem Wahlprogramm bereits schon hervorgehoben. Ich sehe die Baumfällaktion kritisch und werde das Vorhaben stoppen, bis konkrete Alternativen nochmals geprüft worden sind. Ich werde für eine Balance zwischen Natur, den Bedürfnissen des Menschen und den Wünschen der Wirtschaft sorgen.

Klunker: Dagegen!

Grimmer: Ich bedauere die Entscheidung zum Fällen der Bäume. Zudem muss geprüft werden, ob durch das Entfernen nicht Schäden an den Spitalbauten zu erwarten sind – etwa durch Absenken des Erdreichs, wenn die Wurzeln vermodern.

Seel: Die Verwaltung hat nach erfolgter Bürgerbeteiligung den Erhalt der Bäume vorgeschlagen. Weshalb der Gemeinderat mehrheitlich anderer Auffassung ist, erschließt sich mir gegenwärtig nicht. Ich halte das Spitalareal für ein städtebauliches Juwel, welches durch einen Verlust der Bäume an der Spitalkapelle leiden würde. Aus diesem Grund hoffe ich, dass bis zum Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden.

Sind Sie wirklich so blauäugig und glauben, dass die DB uns in absehbarer Zeit einen neuen Bahnhof spendiert?

Loga: Nein. Die Deutsche Bahn wird keinen Bahnhof „spendieren“. Sie wird aber in einen Bahnhof investieren, wenn sie davon einen Vorteil hat. Oder ein anderer Investor wird sich dafür interessieren (zum Beispiel wurde dies schon mit dem Bahnhof in Bretzfeld mit viel Flair umgesetzt).  Aber auch im Zuge einer geplanten Landesgartenschau besteht hier eine echte Möglichkeit. Ich verfüge persönlich über Kontakte direkt in die Bereiche, wo verhandelt werden muss, habe mich vorab schon erkundigt und bin sehr optimistisch.

Klunker: Das betrifft weit mehr als nur das marode Gebäude sondern auch die ganzen Flächen drum herum. Man muss der DB deren Vorteile einer Erneuerung aufzeigen und über die Zukunft des Bahnknotenpunkts Crailsheim insgesamt sprechen. Nicht blauäugig, vielmehr optimistisch, denn steter Tropfen höhlt den Stein und ich kann versprechen dafür zu kämpfen, dass es so kommt.

Seel: Was möglich ist, sieht man im benachbarten Dombühl, das derzeit mit Millionenaufwand einen neuen Bahnhof einschließlich eines barrierefreien Gleiszugangs erhält. Angesichts der weit größeren Bedeutung Crailsheims als Eisenbahnknotenpunkt bin ich überzeugt, dass es gelingen kann, der DB klarzumachen, dass auch sie einen Vorteil davon hat, unseren Bahnhof den Erfordernissen der Zeit anzupassen. Dies bedingt höchsten persönlichen Einsatz bei den zuständigen Entscheidungsträgern, der für mich selbstverständlich ist. Briefeschreiben allein genügt nicht, dies weiß ich aus meiner langjährigen Tätigkeit als Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten, bei der ebenfalls immer wieder Verhandlungen mit der Bahn zu führen waren.

Was unternehmen Sie gegen die bröckelnde Infrastruktur (Banken, Post, Läden verschwinden) in den Stadtteilen?

Loga: Ich werde ein Wirtschaftsförderungskonzept aufsetzen, speziell für kleinere interessante Fachgeschäfte in den Stadtteilen. Aber auch der verträgliche Land- und der Naturtourismus muss im Außenbereich gestärkt werden! Darin habe ich schon Erfahrung gesammelt. Deshalb wird es uns möglich sein, für die jungen Generationen eine Lösung in den Stadtteilen zu entwickeln.

Klunker: Da sind uns als Stadt im Prinzip die Hände gebunden, denn die Ent­scheidungen treffen die Unternehmen selbst. Die Stadt kann Anlaufstellen ­unterstützen, die wie in anderen kleinen Dörfern die Einrichtungen kombinieren.

Grimmer: Bei der Sicherstellung einer ­medizinischen Versorgung ist die Kommune in der Pflicht. Es kann aber nicht die Aufgabe der Stadt sein, in den genannten Bereichen eine Abdeckung in den Stadtteilen zu gewährleisten.

Blumenstock: Filialen von Banken und Post sind in einer Zeit der Digitalisierung ein Auslaufmodell, ich bin selbst nicht für die Abschaffung von ­Bargeld, allerdings kann man in anderen Ländern sehen, wie es bei uns in nicht allzu ferner Zukunft aus­sehen wird. Schon jetzt spielen Bankfilialen eine immer kleinere Rolle im eigentlichen Devisen­verkehr. Stattdessen setzen viele Banken auf Vertreter, die bei Bedarf ins Haus kommen. Ein anderes Thema sind Ladengeschäfte. Hier denke ich, kann man einen Trend erkennen, der eher positiv zu bewerten ist, allerdings wird es der klassische Laden schwer haben. Im Kommen sind Läden, die auch Lieferungen oder Bestellungen vorbereiten, die nur noch abgeholt werden müssen, wie zum Beispiel bei REWE To Go. Hierbei sind die Größe und der Standort nicht mehr das Hauptkriterium. Neue Zielgruppen können dadurch erschlossen werden, wie zum Beispiel ­Senioren, die nicht mehr selbst einkaufen gehen können oder berufstätige ­Menschen, die nach Feierabend ihre Zeit nicht beim Einkaufen verschwenden ­wollen. Trotzdem sollte man Grund­stücke vorhalten, die es den Unternehmen ermöglichen wirtschaftlich zu arbeiten.

Hofmann: Dies wird durch die zunehmende Digitalisierung (Internethandel, ­Onlinebanking usw.) leider nicht auf­zuhalten sein. Die Grundversorgung muss allerdings weiter gewährleistet sein, und ich werde mich diesbezüglich in den nächsten zwei Wochen mit einem großen Lebensmittelunternehmen treffen.

Seel: Zu verhindern, dass unsere Stadtteile ausbluten, betrachte ich als eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre. Meine Antwort: Schaffen wir die Rahmenbedingungen für möglichst viel Lebensqualität. Die am Bedarf orientierte Ausweisung von Baugebieten ist für mich ein erster, wichtiger Schritt. Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs ist unabdingbar. All das trägt dazu bei, dass sich die Bewohner der Stadtteile dort wohlfühlen, nicht abwandern, dass neue Mitbewohner dazukommen. Und dies wiederum ist Voraussetzung einer vielfältigen und beständigen Infrastruktur.

Was tun Sie gegen den Ärztemangel?

Loga: Als OB werde ich zusammen mit den niedergelassenen Ärzten und dem Krankenhaus das Thema konsequent und zielgerichtet schnell angehen. Die Lösung wird ein medizinisches Versorgungszentrum sein, in dem Ärzte – von Bürokratie befreit – sich in erster Linie um Patienten kümmern können. Dieses Zentrum kann in der Langen Straße ­angesiedelt werden, da dort ab Frühling entsprechende Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stehen. Gleichzeitig werde ich dafür sorgen, dass das Krankenhaus nicht noch mehr Kompetenzen abgibt und erhalten bleibt. Dazu wird es mit mir als Oberbürgermeister auch einen Ausbildungsgang zum Arzt-Assistenten in Crailsheim geben, dessen Absolventen gleich in Crailsheim loslegen können. Ich habe schon in diesem Bereich beraten und weiß, was möglich ist und wie ich es angehen muss, damit wir in Crailsheim eine zuverlässige ärztliche Versorgung erreichen!

Grimmer: Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Pensionierung verschiedener Ärzte wird sich die Situation in Crailsheim verschärfen. Um diese Herausforderung zu lösen, gibt es diverse Überlegungen: Zum einen sollte eine nahtlose Praxisübergabe sichergestellt werden. Bei der Akquise von Ärztinnen oder Ärzten ist auch darauf zu achten, ggf. den Partner bzw. die Partnerin beim Jobwechsel zu unterstützen. Nicht selten scheitert der Zuzug von außen an der persönlichen Situation. Zum anderen sollte über ein Ärztehaus in Kooperation zwischen Stadt und Unternehmen nachgedacht werden. Bei Arbeitgebern besteht ein maßgebliches Interesse, dass ihre Beschäftigten auch kurzfristig ­Termine erhalten und versorgt sind – zumal bereits Betriebsärzte vorgehalten ­werden.

Wenn das Finanzamt verlegt werden sollte, wohin und mit welchen Mitteln?

Klunker: Wichtig ist, dass die Außenstellen der Einrichtungen in Crailsheim erhalten und für die Bürger erreichbar bleiben. Wohin und mit welchem Kostenanteil der Stadt muss in Abstimmung mit dem Landkreis diskutiert werden. Die Einrichtung eines Behördenzentrums, in dem alle gemeinsam untergebracht sind, könnte auch für den Landkreis Synergieeffekte erzeugen und so beiden helfen.

Grimmer: Als Standort für ein Behördenzentrum in Crailsheim habe ich das ZOB-Gelände ins Gespräch gebracht. Hierher könnte auch die Außenstelle des Finanzamts verlegt werden, womit Flächen in der Schillerstraße gewonnen werden. In dieser Angelegenheit muss mit dem Land Baden-Württemberg über die finanzielle Abwicklung gesprochen und bestenfalls Bundesfördermittel eingeworben werden.

Wie wollen Sie für mehr Einigkeit im Gemeinderat sorgen?

Klunker: Fehlende Einigkeit ist nicht das Problem in einem demokratisch gewählten Gremium. Wichtiger ist es, dass alle denselben Kenntnisstand zu Themen haben, Sitzungsvorlagen keine essenziellen Fragen mehr offenlassen und klar ist, dass die Stadtverwaltung mit ihrem OB an der Spitze und der Gemeinderat für dieselbe Sache stehen, an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen und arbeiten: die Stadt Crailsheim.

Grimmer: Nicht Parteipolitik sollte im Vordergrund stehen, sondern die Sachfragen, die man nur als Team am besten löst. Es geht insgesamt um eine respektvolle Kommunikation und Debatte in und mit dem Gemeinderat, zum anderen sollen Fachausschüsse Beschlussvorlagen des Gemeinderats künftig besser vorbereiten.

Seel: Der Eindruck meiner bisherigen Gespräche mit Vertretern aller Gemeinderatsfraktionen ist, dass alle daran interessiert sind, konstruktiv an dem Vorankommen der Stadt mitzuarbeiten. Unterschiedliche Meinungen in Sachfragen sind für mich dabei Ausdruck einer lebendigen Demokratie. Es gilt, den Diskussionsprozess konsequent zu einer Mehrheitsentscheidung zu führen, die dann aber auch respektiert und umgesetzt wird. Wichtig ist eine gleichermaßen faire und unvoreingenommene Zusammenarbeit. Ich kann es nur immer wieder betonen: Auch wenn ich Mitglied der CDU bin, meine Arbeit als Oberbürgermeister wird nicht von parteipolitischen Interessen, sondern ausschließlich vom Wohl der Stadt und seiner Menschen bestimmt sein.

Welche Maßnahmen sind vonseiten der Stadt nötig, damit Integration in Crailsheim gelingt?

Klunker: Crailsheim ist in Sachen Integration schon sehr gut aufgestellt. Es wird von städtischer Seite, vor allem aber auch durch sein starkes ehrenamtliches Engagement hervorragende Arbeit geleistet. Mir ist es wichtig, die Kulturen und Religionen zusammenzubringen, durch gemeinsame Aktionen Hürden zu überwinden und Nähe und Vertrauen zu schaffen. Dazu gehört auch die Unterstützung der Kindergärten, Schulen und Vereine, denn dort wird die alltägliche Integrationsarbeit geleistet.

Grimmer: Wer in existenzieller Notlage zu uns flüchtet, dem muss geholfen werden. Gleichzeitig müssen Asylverfahren gegen Missbrauch abgesichert werden und zügig erfolgen. Wenn jemand unser Gastrecht missbraucht, muss er das Land verlassen – ganz gleich woher er auch kommt. Die besten Maßnahmen sind diejenigen, die umgesetzt werden, bevor etwas passiert; wir müssen geeignete Unterkünfte bereithalten, Sprachkurse anbieten, Patenschaften initialisieren, Arbeitsmöglichkeiten eröffnen und dann von Betroffenen auch ihr persönliches Engagement erwarten.

Seel: Neue Mitbürger zu integrieren, betrachte ich als eine Schlüsselaufgabe für unser lebendiges und soziales Miteinander. Dies bedarf struktureller Maßnahmen wie der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie ein ausreichendes und den Bedürfnissen angepasstes Angebot an Kindergärten und Schulen. Unverzichtbar ist ein gesellschaftliches Engagement, das die Türe zu echter Teilhabe an einem gemeinsamen Alltag öffnet. Den Vereinen und Kirchengemeinden messe ich hierbei eine große Bedeutung bei, vor allem in der Integration Jugendlicher. Dass die Stadt den Ehrenamtlichen hierbei zur Seite steht, sie aktiv unterstützt, ist für mich selbstverständlich.

Wie teuer war das Beratungsunternehmen, das Ihren Wahlkampf organisiert hat?

Loga: Das Beratungsunternehmen heißt Jürgen Loga und Petra Seiter. Die Homepage kommt ebenfalls von uns selbst. Die Flyer und Plakate habe ich alle über Corel Draw 4.0 erstellt. Ausgedruckt wurden die Plakate natürlich über einen lokalen Händler, Schnelldruckladen Klunker. Die Flyer wurden selbst erstellt und direkt von den Verteilunternehmen gedruckt. Es gibt keine Werbeagentur, keine Marketing-Beratung. Da ich die meisten Texte im Alltag in die Internetseite (auch Facebook) schreibe, hat die Partnerin meines Sohnes, eine Gymnasiallehrerin für die Sprache Deutsch, das Lektorat übernommen. Alle Texte, Ideen und Ansätze wurden und werden von mir entwickelt, wobei ich natürlich mich umfassend über andere Kampagnen informiert habe. Das ist meine prinzipielle Arbeitsweise und meine Erfahrung, die zum Erfolg führt.


Finanzamt und ehemaliges Amtsgericht sind ein Schandfleck für die Innenstadt. Ist hier eine Sanierung geplant? Oder ist das eventuell ein neuer Standort für die Stadthalle?


Loga: Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Nach meinen Recherchen ist das Hauptproblem das Land Baden-Württemberg, das bislang eine vernünftige Umnutzung blockiert hatte, obwohl es schon Versuche der aktuellen Stadtverwaltung gegeben hat. Ein neuer Standort für die Stadthalle ist dort leider unwahrscheinlich. Aber was kann Crailsheim mit mir mehr: In einem der alten Gebäude lässt sich sehr gut die von mir vorgeschlagene Markthalle integrieren. Ein Treffpunkt mit Flair, u. a. heimischen Produkten, auch mit Spezialitäten aus anderen Ländern. Einkaufen, bummeln, mit Freunden treffen – wie es in anderen Städten auch bereits der Fall ist.

Welche Priorität hat für Sie eine Merlins-Halle? Wie stellen Sie sich die Umsetzung vor? Sollten sich die Merlins an der Finanzierung beteiligen?

Klunker: Fragen Sie mich als Merlins-Verantwortlichen, dann hat eine Spielstätte für die erste Mannschaft eine hohe Priorität. Denn vom Beginn der Planung bis zur Umsetzung vergehen mehrere Jahre. Es ist mir momentan aber wichtiger, eine Hallen-Infrastruktur für unseren Jugendbereich zu erweitern, denn der kann aktuell nicht weiter wachsen, und mit der Arena Hohenlohe haben wir eine adäquate Spielstätte, wenngleich sie unseren Etat stark beeinflusst. Als Oberbürgermeister ist es mir natürlich wichtig, eines der Aushängeschilder wieder zurück in die Stadt zu bekommen. Eine Merlins-Halle auf Kosten der Stadt zu bauen, stand aber nie zur Diskussion. Die Beteiligung der Merlins, aber auch der Kulturschaffenden und der Unternehmen in Crailsheim hingegen ist wichtiger Bestandteil, um eine Lösung zu finden, die allen gerecht wird – oder es zumindest versucht. Es hat bereits einige Gespräche gegeben, weshalb ich sehr optimistisch bin, es ist aber noch zu früh, um hier schon konkreter zu werden. Um mit einem Gerücht aufzuräumen: Mit mir zieht kein Merlins-Bürgermeister ins Rathaus ein, und es war nie mein persönliches Ziel oder meine Motivation für das Amt zu kandidieren, um eine Merlins-Halle umzusetzen.

Warum graben Sie den ZOB wieder aus? Er wird doch als Parkplatz abends benötigt.

Grimmer: Bislang wird nichts ausgegraben. Als Standort für eine mögliche Stadthalle habe ich den ZOB oder eine Innenstadtlage zur Diskussion gestellt. Am ZOB könnte auch ein Behördenzentrum mit Gastronomie und Hochschul-Außenstelle entstehen, um Belebung und Aktivität an der nahegelegenen Jagstaue zu erhalten.

Halten Sie eine Umgehungsstraße für Roßfeld für realistisch?

Grimmer: Ja, aber Priorität müssen die Schulsanierungen und der Bau von Hallen für den Schulsport haben. Die auch von Lastwagen sehr befahrene Landstraße von Crailsheim bis zur Autobahnauffahrt West ist in schlechtem Zustand und sollte saniert und ausgebaut werden. Vielleicht kann man sogar mal mit der Landesregierung über einen weiteren Autobahnanschluss in Höhe von Triensbach/Erkenbrechtshausen sprechen, um die Gewerbegebiete Hofwiesen, Hardt und Flügelau besser mit der Autobahn zu verbinden.

Können wir nicht lieber eine Eishalle statt einer Stadthalle bauen?

Grimmer: Ich glaube nicht, dass der Bedarf an einer Eishalle mit dem Bedarf einer Stadthalle zu vergleichen ist. Offen bin ich dafür, den Weiher im Spital wieder zu aktivieren, beispielsweise um in kalten Wintern eine Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen anzubieten.

Wie wollen Sie mehr bezahlbaren Wohnraum für Geringverdiener schaffen?

Grimmer: Das ist eine große Herausforderung, der sich auch der Gemeinderat und die aktuelle Stadtführung stellen. In der Vergangenheit hätte Immobilienbesitz der Stadt nicht veräußert werden dürfen (Julie-Pöhler-Straße). Die Stadt wird sich wohl im Wohnungsbau engagieren und zugleich auf eine umgebungsfreundliche Architektur achten müssen, die die Innenstadt wie die Neubaugebiete effizient nutzt – eben auch für den Wohnungsbau. Allerdings ist bereits bei einfacher Bauweise mit Mieten in Höhe von 8€/m² zu rechnen. Für private Investoren gibt es lukrativere Perspektiven am Immobilienmarkt.


Wollen Sie mehr Fördergelder in den Jugendbereich der Vereine investieren?

Grimmer: Gutes zu fördern, ist immer ein hehres Ziel. Es wäre aber unseriös, zu großzügige finanzielle Unterstützungen zu versprechen, während Mammutprojekte wie ASG- und LSS-Sanierung anstehen und Kistenwiesenhalle sowie Jahnhalle baufällig sind. Vereine und Ehrenamt möchte ich zunächst dadurch unterstützen, dass bürokratischer Aufwand auf das Notwendigste reduziert wird und wir für das Ehrenamt über eine Ehrenamtskarte nachdenken, die – beispielsweise im Verbund mit umliegenden Gemeinden – Vergünstigungen in Kinos, Gastronomie, Bäder, Museen und dergleichen bereithält.

Wie begründen Sie, dass Sie sich mehreren Gruppen als Kandidat angeboten haben?

Grimmer: Ich habe mich nicht angeboten, sondern wurde von verschiedenen Fraktionen angesprochen, die einen gemeinsamen Gegenkandidaten zum aktuellen Amtsinhaber Rudolf Michl suchten. Als parteiloser Crailsheimer, der im politischen Feld arbeitet, hätten sich die Gruppen hinter mir versammeln können. Nachdem Herr Michl seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bekannt gab, suchten die beteiligten Parteien jedoch jeweils ihren eigenen Kandidaten. Ich habe mich dann für meine eigene Kandidatur entschieden und bin damit auch vollkommen unabhängig.

Wie sind Ihre Pläne zum Ausbau des Breitbandnetzes in den umliegenden Stadtteilen mit momentan schlechter Versorgung?

Grimmer: Nicht nur in unserer Umgebung haben Unternehmen und Bewohner in ländlichen Gebieten oft mit einer unbefriedigenden digitalen Netzversorgung zu kämpfen. Die jederzeitige Internet-­Verfügbarkeit hat sich jedoch als ein weiteres Grundbedürfnis der Menschen etabliert. Gigabitfähigkeit, eine hohe Netzqualität sowie eine breite flächenmäßige Abdeckung heißen die Anforderungen für die Zukunft, und diese müssen die Netzbetreiber stemmen.

Ist es möglich, in Crailsheim das Nachtleben für junge Leute attraktiver zu machen?

Grimmer: Es ist nicht nur möglich, sondern notwendig, dass wir das Leben für junge Leute in Crailsheim insgesamt attraktiver machen. Denn im Vergleich zu Hochschulstädten wie Schwäbisch Hall, Ansbach, Aalen oder Ellwangen fehlt es uns in Crailsheim genau an diesem jungen Leben in der Stadt. Auch Menschen höheren Alters sind gerne unter jungen Leuten, sodass wir diesen Weg unbedingt finden und gehen müssen.

Sie fordern mehr Digitalisierung – auch an den Schulen?

Grimmer: Ja. Aus meiner Schulzeit bin ich Freund des analogen Lernens, aber wir müssen erkennen, dass die Jobs der Zukunft, für die wir unsere Kinder ausbilden, digitale Kompetenzen erfordern. Deshalb brauchen wir neben Lehrern, die in den hierfür geeigneten Fächern entsprechendes Wissen vermitteln und anwenden, auch die erforderliche Infrastruktur. Das Digitalste in der Schule dürfen nicht die Pausen sein.

Wie kommt man an die „Fleischtöpfe“ des Landes/Bundes ran?

Seel: Das Thema Finanzen genießt bei mir allerhöchste Priorität. Deswegen werde ich dieses Ressort in meinem unmittelbaren Zuständigkeitsbereich ansiedeln. Um Fördertöpfe optimal ausnutzen zu können, bedarf es einer genauen Kenntnis der höchst komplizierten Förderrichtlinien von Bund, Land und EU. Förderanträge müssen rechtlich wasserdicht und schlüssig begründet werden. Für mich als Juristen ist diese Vorgehensweise eine bewährte Selbstverständlichkeit. Persönliche Verhandlungen werde ich mit Nachdruck führen.

 

Wie soll ein CDU-Kandidat die Kluft der Parteien im Gemeinderat überwinden?

Seel: Das Maß aller Dinge ist gegenseitiger Respekt und eine mit allen Stadträtinnen und Stadträten faire und unvoreingenommene Zusammenarbeit. Ich kann es nur immer wieder betonen: Auch wenn ich Mitglied der CDU bin, meine Arbeit als Oberbürgermeister wird niemals parteipolitische Interessen verfolgen, sondern ausschließlich das Wohl der Stadt und seiner Menschen. In einer möglichst zeitigen Klausurtagung mit dem Gemeinderat möchte ich beginnen, bestehende Gräben zu überwinden und die Grundlage für ein menschliches und vertrauensvolles Miteinander schaffen.

Warum wehrt sich die CDU so stark gegen die Elemente der direkten Demokratie? Wären diese nicht gerade auf kommunaler Ebene sinnvoll?

Seel: Die CDU hat zuletzt auf Landes­ebene die Möglichkeiten für Bürgerentscheide auf kommunaler Ebene deutlich erweitert. Nun reichen sieben Prozent der Bürger aus, ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Ich begrüße das ausdrücklich. Ansonsten bin ich der Auffassung, dass die Bürger zu Recht erwarten können, dass Oberbürgermeister und Gemeinderat die Aufgaben, für die sie demokratisch gewählt wurden, verantwortungsbewusst erfüllen

Worin zeigt sich Ihr christdemokratisches Profil in der Kommunalpolitik?

Seel: Für mich kommt es darauf an, mich an einem christlich geprägten Wertesystem zu orientieren und es in Taten umzusetzen. Ich bin der Überzeugung, dass mich das mit allen Fraktionen des Gemeinderats verbindet. Eine konsequente Sachpolitik im Respekt vor Mensch und Natur,  Toleranz gegenüber anderen Auffassungen, in klarer Abgrenzung zu jeder Form von Ausgrenzung und Diskriminierung.

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