Flugtag: Wolken von der Seite sehen

Bei der Traditionsveranstaltung der Crailsheimer Segelflieger in Weipertshofen gab es viele Besucher, viel gute Laune und atemberaubende Flugvorführungen.

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  • Die Rauchfahne zeigt es deutlich: Pilot Uwe Schreyer hat sein Doppeldecker-Flugzeug eben in der Luft gedreht. 1/2
    Die Rauchfahne zeigt es deutlich: Pilot Uwe Schreyer hat sein Doppeldecker-Flugzeug eben in der Luft gedreht. Foto: 
  • Dem kleinen Emil (mit Pilot Bernhard Kuhn) ist das Unbehagen vor seinem ersten Flug ins Gesicht geschrieben. 2/2
    Dem kleinen Emil (mit Pilot Bernhard Kuhn) ist das Unbehagen vor seinem ersten Flug ins Gesicht geschrieben. Foto: 
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Emil, sechs Jahre, ist natürlich ein bisschen aufgeregt. Es ist sein erster Flug, und er darf neben dem Piloten sitzen. Zum Glück sind sein kleiner Bruder und seine Mama Carina Schwenk aus Gerabronn auch dabei, und der erfahrene Pilot Bernhard Kuhn aus Ellwangen sowieso. Wo Emil denn hinfliegen will, fragt Kuhn. „Zu den Windrädern da drüben“, sagt Emil, und schon geht der Rundflug los.

Diese Rundflüge sind ein Teil des Programms der Flugtage am Flugplatz in Weipertshofen, und was den vielen Gästen da geboten wurde, konnte sich sehen lassen – im Wortsinn, denn der Höhepunkt der Veranstaltung waren atemberaubende Flugvorführungen. Dafür waren Uwe Schreyer mit seinem roten Doppeldeckerflitzer vom Typ Pitts S2B und Volker Fischer mit einem russischen Trainingsflugzeug Yak zuständig.

„Mein Flieger ist eine Gifthummel“, sagt Uwe Schreyer, die von seinem Fliegerkollegen hingegen ist größer und eleganter – und eine Flugzeugikone. Denn als die russische Maschine abhebt, freut sich Pascal Betz: „Die Yak hat einen Sternmotor. Das ist ein ganz besonderer Sound.“ Pascal Betz führt das Flugbuch, weiß also genau, welcher Flieger gerade in der Luft ist. „Heute Abend muss die Liste ins Regierungspräsidium gefaxt werden.“ Denn damit die Sicherheit auf dem Boden und in der Luft gewährleistet ist, gibt es einen ganzen Aktenordner voll Bestimmungen. Und ein Vertreter des Regierungspräsidiums, zu erkennen an seiner Warnweste mit dem Aufdruck „Luftaufsicht –  Safety Inspector“ war vor Ort.

Dann zeigten die Piloten, was sie draufhaben, Loopings, Schrauben – sehr beeindruckend. „Man muss immer zu einer Flugshow gehen, nicht zu einem Flugwettbewerb“, sagt Pilot Schreyer, „denn wir fliegen spektakulärer.“

Sehenswert waren auch der Ballonstart und die Landung der Haller Fallschirmspringer, fünf an der Zahl. Ein wichtiger Höhepunkt der Flugtage vollzog sich für die Mitglieder der Sportfliegergruppe (SFG) Crailsheim am Sonntagmorgen.

Nach dem Feldgottesdienst wurde das neueste Kind des Vereins, eine Duodiscus, vorgestellt. Der Segelflieger hört auf den schönen Namen DK („Delta Kilo“) Wph (für Weipertshofen), und das Wettbewerbskennzeichen lautet WH, erklärt Pressesprecher Maximilian Schust. „Wir sind zwar ein Crailsheimer Verein, aber mit den Kennzeichen wollen wir unsere Verbundenheit mit Weipertshofen ausdrücken.“

Der neue Flieger ist für Strecken- und Leistungsflüge ausgerichtet, berichtet SFG-Flieger Florian Blobel. „600 Kilometer schafft man damit locker. Aber das kommt natürlich auch auf den Piloten und das Wetter an.“

Am Sonntag war Florian Blobel der Mann an der Schranke. Er fliegt zwar selbst schon seit Jahren. Doch heute ist er dafür zuständig, dass die Zuschauer nicht über die Landebahn laufen. Denn das ist eine Besonderheit des Weipertshofener Flugplatzes: Das Rollfeld wird von einer Straße durchschnitten. Und immer wenn ein Flugzeuge startet oder landet, heißt es: Schranke dicht. Damit es nicht zu unliebsamen Kollisionen kommt, hält Flugleiter Uli Casper ständig Funkkontakt mit den Piloten und den beiden Schrankenmännern. Denn nicht nur die vereinseigenen Flugzeuge zogen am Wochenende zum Flugtag über das Rollfeld, auch Flugzeuge aus Ellwangen, Rothenburg oder Backnang waren angeflogen. „Wir freuen uns, dass befreundete Fliegergruppen uns aushelfen“, so wird SFG-Vorsitzender Jürgen Häfele zitiert. „Ohne Hilfe würden wir das Riesenfest nicht stemmen.“

Mittlerweile ist der kleine Emil von seinem etwa 15-minütigen Rundflug zurückgekommen. Glücklich steigt er aus dem Flugzeug. „Es war cool“, sagt er, als er wieder festen Boden unter den Füßen hat.“ Er hat natürlich die Windräder gesehen, „von oben“, und Wolken „von der Seite“. Und zwei Mähdrescher, drei Bulldogs und ein Freibad. „Und Bauern haben uns zugewinkt.“

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