Windräder: Eine Frage des Abstandes

Windparks werden im Kreis Hall zweigleisig geplant: Sowohl die Kommunen als auch der Regionalverband können Standorte für die Rotoren festlegen. Die Kriterien für diese Suche sind nicht immer gleich.

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  • Stellten die vom Regionalverband geplanten Wind-Vorranggebiete in der Region vor (von links): Verbandsdirektor Klaus Mandel und die beiden Diplom-Ingenieure Michael Oechsner und Thomas Heinl. 1/2
    Stellten die vom Regionalverband geplanten Wind-Vorranggebiete in der Region vor (von links): Verbandsdirektor Klaus Mandel und die beiden Diplom-Ingenieure Michael Oechsner und Thomas Heinl. Foto: 
  • Techniker bauen einen Mast auf, mit dessen Hilfe die Windgeschwindigkeit im Einkornwald 2000 Meter von Michelbach/Bilz entfernt gemessen werden soll. 2/2
    Techniker bauen einen Mast auf, mit dessen Hilfe die Windgeschwindigkeit im Einkornwald 2000 Meter von Michelbach/Bilz entfernt gemessen werden soll. Foto: 
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Klaus Mandel ist ein umgänglicher Mensch – auch als Direktor des Regionalvertbandes Heilbronn-Franken ist ihm offenbar sehr daran gelegen, zwischen seiner Planungsbehörde und den 111 Städten und Gemeinden in der Region einen Konsens in Sachen Windkraft zu finden.

„Wir sind nicht auf Konflikte aus, auch bei unterschiedlichen Ansichten läuft der Umgang zwischen den Kommunen und uns auf einer anständigen Basis ab“, wie Klaus Mandel bei der Vorstellung der vom Regionalverband favorisierten 41 Windkraft-Vorranggebiete in der Region (das HT berichtete) betonte.

Deftige Debatten über die Windpark-Pläne des Regionalverbandes sind in den kommunalen Gremien dennoch vorprogrammiert – vor allem über die Abstände, die die Rotoren von menschlichen Behausungen tunlichst einhalten sollen.

Während etliche Kommunen im Kreis Schwäbisch Hall zum Beispiel eine Distanz zu klassischen Dörfern und Mischgebieten von mindestens 950 oder 1000 Metern in ihren künftigen Flächennutzungsplänen verankert wissen wollen, genügen dem Regionalverband 700 Meter, wie sie übrigens auch von der Landesregierung in Stuttgart als Leitlinie vorgegeben werden.

Es kann auch noch verzwickter kommen, wie das potenzielle Windrad-Areal mit der Bezeichnung „26-SHA“ zeigt. Das Gebiet zwischen Ruppertshofen und Dünsbach liegt auf zwei Gemarkungen und steht (mit eben jenen 700 Metern Distanz) auch auf der Liste des Regionalverbandes. Während aber die Stadt Ilshofen einen Abstand von 650 Metern zu den umliegenden Dörfern für ausreichend hält, pocht die Stadt Gerabronn auf 950 Meter.

Diskussionen dürfte es auch in Kirchberg/Jagst geben: Das dortige Stadtparlament kippte ein Areal im Streitwald bei Weckelweiler aus der Planung, weil hier Windräder das Hintergrundbild des historischen Städtchens mitsamt seinem Schloss stören könnten. Der Regionalverband wiederum nahm einen leicht vom Streitwald versetzten Standort in seine Pläne auf.

Einigkeit zwischen Regionalverband und Kommunen herrscht dagegen in der Größe der einzelnen Flächen, die tunlichst drei Kilometer Abstand voneinander einhalten sollen: 20 Hektar pro Vorranggebiet müssen es mindestens sein und Platz für wenigstens drei Windmühlen bieten.

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