Windpark Burgholz: Auf den Weg gebracht

Der Windpark Burgholz wächst: Die Straßen sind gerüstet, die Schneisen geschlagen, auf dem Umladeplatz steht alles bereit - nur die Rotorblätter fehlen noch.

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    Die Firma OMS macht den Weg frei: Das „Lichtraumprofil“ über den Straßen muss auf die Anlagenteile zugeschnitten werden. Foto: 
  • Die einzelnen  Segmente wiegen 60 Tonnen, ein Turmteil bringt’s auf 125 Tonnen. Das muss eine Straße aushalten 2/3
    Die einzelnen  Segmente wiegen 60 Tonnen, ein Turmteil bringt’s auf 125 Tonnen. Das muss eine Straße aushalten Foto: 
  • Bauleiter Sascha Krohn organisiert den Transport. 3/3
    Bauleiter Sascha Krohn organisiert den Transport. Foto: 
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Windmühlenflügel sind alles andere als schwerelos. Und sie sind groß. Richtig groß. Das ist nicht erst Thema, wenn sie in der Landschaft stehend an 200 Meter hohen Luftschichten kratzen, Wind ernten, aber auch Schatten werfen, lärmen und Vögel gefährden: Zunächst müssen sie diesen Standort ja erreichen.

Beim Blick auf die zwölf Langenburger Anlagen, auf je vier in Bühlertann und Fichtenau nimmt sich das Vorhaben „Windpark Burgholz“ mit seinen drei Türmen weder neu noch sonderlich groß aus. Aber Bauleiter Sascha Krohn, aus Hamburg eingekaufter Spezialist, der für die Firma Vestas unter anderem in Bühlertann gearbeitet hat, meint, ein Waldstandort sei schon etwas Besonderes – und deutlich komplexer. Auch der Anfahrtsweg ist nicht ohne: Von der A 6 bei Kirchberg geht’s an Lendsiedel vorbei über Eichenau zum Windpark. Wer schon sich mal schimpfend und schwitzend durch eine enge Parkbucht laviert hat, kann sich vielleicht vorstellen, welches Geschick und welche Erfahrung es braucht, einen über 40 Meter langen Sattelschlepper oder auch einen ferngesteuerten „Selbstfahrer“ oft Zentimeter genau an Gräben, Bäumen und Hausmauern vorbeizusteuern.

Die ersten Teile für den Burgholzer Windpark stehen am Umladeplatz bei Kirchberg bereit. Alle Komponenten des Turms sind unter 35 Meter lang; wobei die unteren Segmente einen Durchmesser von sechs Meter haben und in drei Schalenteilen angeliefert werden, die am Bestimmungsort miteinander verschraubt werden. Allein die Schrauben, die diesen Koloss zusammenhalten müssen, bringen zwölf Kilo auf die Waage.

„Selbstfahrer“ ab 4. August

Noch sind die 62 Meter langen Rotorblätter nicht da. Sie werden ab 4. August auf den Selbstfahrer der Firma Goldhofer geladen, auf dem sie in Kurven und an Engstellen aufgerichtet oder gedreht werden können. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von sechs Stundenkilometern geht es  per Fernbedienung Richtung Burgholz. Um dabei den Verkehr nicht zum Erliegen zu bringen, wurden Ausweichstellen angelegt – mithilfe von Alu-Platten, die mit 18 Tonnen pro Quadratmeter belastbar sind.

In einer Zeit, in der Menschen zunehmend achtgeben auf ihre Umgebung, ist es zentrales Anliegen, sagt Krohn, wenig zu verändern; die Fahrbahnverbreiterungen etwa sind zeitlich begrenzt. Auch würden „möglichst keine Bäume gefällt“. Wo sich das nicht vermeiden lasse, sei jede Aktion mit den Naturschutzbehörden und der Gemeinde, abgestimmt.

Für die Anlieger, für alle die dort unterwegs sind, gibt es dennoch deutliche Einschnitte.

Im Burgholz-Park entstehen drei Anlagen, Typ Vestas V 126, mit einer Leistung von 3,3 Megawatt pro Windrad.

Die Firma Vestas als größter Hersteller Europas für Windkraftanlagen baut diese Anlagen im Auftrag der ENBW westlich von Werdeck (Rot am See) und östlich von Seibotenberg (Gerabronn).

Die 27 Hektar große Fläche liegt in einem privaten Waldgebiet. Mit dem Sockel misst die untere Sektion 33 Meter; alle fünf Teile türmen sich auf eine Nabenhöhe von 149 Meter. Der Rotordurchmesser beträgt 126 Meter.

Ausgegangen wird von einer Windgeschwindigkeit von 6,1 Meter pro Sekunde. Damit kann der Park rechnerisch 24 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Das entspricht dem Verbrauch von 6500 Haushalten und einer  Einsparung von rund 18 000 Tonnen Kohlendioxid. bt

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