Welternährung auf dem Prüfstand

Viele Prognosen können unterschiedlich interpretiert werden. Das ist auch bei der Welternährung nicht anders, wie eine Diskussion in Crailsheim zeigte.

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Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf geschätzte knapp zehn Milliarden Menschen wachsen. Besitzt der Planet die Chance, sie alle mit Nahrungsmitteln zu versorgen? Die Teilnehmer der Diskussionsrunde im Johannesgemeindehaus waren sich zumindest in diesem Punkt einig: Es ist möglich. Allein der Weg dorthin hält verschiedene Varianten offen.

Zwar erkannte Bauernverbands-Vertreter Wilhelm Wackler die Bemühungen der alternativen und regionalen Landwirtschaft an. Er war allerdings auch überzeugt, dass das Rad der Landwirtschafts-Geschichte nicht zurückgedreht werden könne.

Den Gegenpart zu Wackler stellte Isabella Hirsch dar. Die Aktivistin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft aus Feuchtwangen hat dem Wachstum abgeschworen und ihre Betriebsgröße auf ein "überschaubares Maß" zurückgefahren - zugunsten von mehr "Luft zum Leben". Sie zeigte sich überzeugt, dass die EU-Subventionierung vorrangig Großbetrieben zugutekommt.

Landtagsabgeordneter Friedrich Bullinger (FDP) forderte die Verbraucher auf, bereit zu sein, mehr für ihre Lebensqualität aufzubringen. Bullinger plädierte für mehr Regionalität im Lebensmittelregal, war sich aber bewusst, dass die höheren Preise nicht von allen bezahlt werden können (und wollen).

Andrea Müller (Niederstetten) vom evangelischen Bauernwerk stellte in den Raum, dass Deutschland schon heute nicht mehr in der Lage sei, sich selbst mit Lebensmitteln zu versorgen: "Wir verbrauchen für die bei uns verkauften Produkte Land in Südamerika." Sie baut auf kleine Strukturen. "Kleinbauern mit maximal zwei Hektar Land sind der Schlüssel für eine boomende Landwirtschaft", meinte Müller.

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