Welterfahren und heimatliebend

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Es liegen sehr viele tief verborgene Wunder in der Natur und im Menschen, die wir nicht kennen, weil unser Auge und Ohr sich bloß mit den äußeren Dingen beschäftigt (). Mit diesen Gedanken aus "Die Seherin von Prevost" von Justinus Kerner, die Dr. Hans Mattern in dem von ihm herausgegebenen Kerner-Büchlein zitiert, könnte man seine eigene Lebensphilosophie beschreiben. Der gebürtige Crailsheimer, der 35 Jahre im Regierungspräsidium Stuttgart als Landeskonservator die Bezirksstelle für Natur- und Landschaftsschutz in Nordwürttemberg leitete und sich viel mit äußeren Dingen beschäftigen musste, hat die Kraft für seine Arbeit immer aus inneren Quellen geschöpft.

So sind auch seine Ausflüge in die Welt der Literatur zu sehen. In seinem Bemühen, die schwäbischen Dichter wie Uhland, Kerner, Mayer, Schwab und Gerok nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat er in Büchern und Aufsätzen immer wieder an die Schätze der schwäbischen Romantik erinnert. Sein zusammen mit dem polnischen Germanistik-Professor Marek Halub aus Wroclav (früher Breslau) verfasstes Buch über Ludwig Uhland fand internationales Interesse.

Das Reisen ist eine Leidenschaft, die Mattern auch im Alter noch pflegt. Waren es früher die Reisen, die ihn in die kargen Landschaften nördlich des Polarkreises führten, so reist er heute lieber im mitteleuropäischen Raum. Sein Interesse gilt natürlich immer den Pflanzen und der Geologie, aber genauso interessant ist für ihn die Kultur eines Landes, die Menschen und ihre Geschichte, ihre Sprache, ihre Literatur. Hans Mattern ist in Crailsheim aufgewachsen. Sein Vater, der einige Schulbücher verfasste, war Rektor der Gewerbeschule in Crailsheim. Nach dem Abitur studierte er in Tübingen und Innsbruck Biologie, Geografie und Chemie und promovierte über Algen. Ein Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft hatte ihn an den Bodensee geführt, wo er im Auftrag der Bodensee-Wasserversorgung die Algenflora des Überlinger Sees untersuchte.

"Da steht er: korrekt im dunkelgrünen Trachtenanzug, nie ohne Krawatte, immer mit festem Schuhwerk, meist den ,Bertsch - ein Pflanzenbestimmungsbuch - unterm Arm und Zettel in den Händen", so beschreibt ihn sein Nachfolger im Amt, Reinhard Wolf. Und so haben ihn viele kennengelernt, die mit ihm Exkursionen machten. Die Ergebnisse seiner langjährigen Forschungsarbeit hat Mattern in seinen drei Büchern über das Jagsttal mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit, aber für jedermann leicht lesbar, veröffentlicht: Das obere, das mittlere und das untere Jagsttal erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch mit seinem in diesem Jahr erschienenen Buch "Naturschutzgebiete und Naturdenkmale im Altkreis Crailsheim" hat er seiner Heimat ein Denkmal gesetzt.

Hans Mattern erinnert sich an eine behütete Kindheit in Crailsheim. Mit den Eltern wurde sonntags die Umgebung erwandert. Entferntere Gebiete wurden mit der Bahn erreicht. Dem Reisen mit der Bahn ist er zeitlebens treu geblieben. Viele seiner Leserbriefe und auch sein Büchlein "Bahnfahren und Wandern" bezeugen das.

Viele Gedichte, die Hans Mattern in seinem Justinus-Kerner-Geschenkbüchlein herausgegeben hat, kann er auswendig rezitieren: "Wohlauf noch getrunken / Den funkelnden Wein" oder "Preisend mit viel schönen Reden". Aber auch viele Erzählgedichte von Wilhelm Busch, dessen Humor wie dessen nüchterne Einschätzung der Wirklichkeit ihm immer gefallen hat. So möge ihn heute an seinem Geburtstag ein Busch-Vers erfreuen:

Obgleich die Welt ja, so zu sagen, / wohl manchmal etwas mangelhaft, / Wird sie doch in den nächsten Tagen/ Vermutlich noch nicht abgeschafft. / So lange Herz und Auge offen, / Um sich am Schönen zu erfreun, / So lange, darf man freudig hoffen, / Wird auch die Welt vorhanden sein.

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