Weihnachtsaktion: Licht in dunkles Leben bringen

Sie leben allein oder als Familie, sie müssen mit wenig, sehr wenig Geld auskommen und wissen oft nicht, was der nächste Tag bringen wird. Solchen Menschen wollen vier kirchliche Einrichtungen helfen.

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Mit der Aktion »Geschenke unterm Weihnachtsbaum«soll vor allem eines erreicht werden: Menschen eine Freude machen.  Foto: 

Armut in unserer Wohlstandsgesellschaft? Gibt es nicht. Armut ist ganz weit weg. Von wegen. Armut gibt es auch bei uns, in den Städten, auf dem Land und direkt vor unserer Haustür. Doch die wenigstens sehen diese Armut, wollen sie vielleicht auch nicht sehen. Das liegt auch mit an den armen Menschen selbst, die sich für ihre Situation einfach schämen, ein Leben im Verborgenen, im Dunkeln führen. Eine Weihnachtsaktion soll Licht in dieses dunkle Leben bringen. Und dabei sind die Initiatoren auf die Mithilfe der Mitmenschen angewiesen.

„Geschenke unterm Weihnachtsbaum“ nennen der Evangelische Kirchenbezirk, die kirchliche Diakoniestation und das Evangelische Jugendwerk Blaufelden sowie der Diakonieverband der Kirchenbezirke im Landkreis Hall ihre Aktion, deren Vorbereitung jetzt auf Hochtouren läuft. Sie wollen Menschen helfen, „die mit niedrigem Einkommen leben müssen“ wie auf dem Flyer nachzulesen ist. Und wie? Die Veranstalter stellen konkrete Geschenkwünsche von hilfsbedürftigen Menschen zusammen.

Die Wunschzettel werden an Weihnachtsbäumen aufgehängt, die in Blaufelden, Rot am See, und in Gerabronn stehen werden. Jeder, der helfen möchte, nimmt einen (oder mehrere) Wunschzettel ab, besorgt das darauf vermerkte Geschenk und legt es unter dem Weihnachtsbaum ab. Die Initiatoren geben dann das Geschenk an die Menschen weiter, die sich Weihnachten nicht leisten können - und vieles andere auch nicht. Dabei geht es nicht allein um materielle oder finanzielle Hilfe. „Vor allem wollen wir den Menschen eine Freude machen, sie aus ihrem Schattendasein herausholen“, wie es der Blaufelder Dekan Siegfried Jahn und Gabriele Hopfinger vom Diakonieverband beschreiben. Beide sind sehr vorsichtig und zurückhaltend, wenn es um konkrete Situationsbeschreibungen geht. Sie wissen aus ihrer eigenen Tätigkeit und den Erfahrungsaustausch mit anderen Stellen sehr genau „wo es Probleme gibt und wo es brennt“, wie sich der Dekan vorsichtig ausdrückt.

Bis diese Menschen klagen, sich öffnen und nach außen um Unterstützung bitten, müsse sehr viel passieren, wissen der Dekan und die stellvertretende Geschäftsführerin aus eigener Erfahrung. Und sie wissen um das Schamgefühl und die Würde dieser Menschen, die sie unter allen Umständen wahren wollen - „und das in uns gesetzte Vertrauen“. Deshalb werden auch keine Einzelheiten über die von ihnen ausgewählten Empfängern preisgegeben. Diese dürfen ohne jeden Einfluss von außen das wünschen, was sie möchten. Dabei reicht die bislang bekannte Liste (noch werden die Wünsche erst zusammengestellt) von Briketts und winterfester Kleidung für die Kinder über Spielsachen und Geschirrtücher bis hin zur Bahnfahrkarte für den Besuch von Verwandten. Auch wer gibt, erfährt nicht, wer bekommt.

Aber die Initiatoren sind Garant dafür, dass die Geschenke zuverlässig weitergeleitet werden. Unabhängig von der Art und dem Wert der Geschenke geht es ihnen vor allem darum, „das wir mit dieser Aktion anderen Menschen eine Freude machen“, unterstreichen Dekan Siegfied Jahn und Gabriele Hopfinger von der Diakonie.

Info Die Wunsch-Weihnachtsbäume stehen ab 1. Dezember in Blaufelden (Dekanat), Rot am See (Raiffeisenbank) und Gerabronn (LBV). Die Geschenke sollten bis zum 17. Dezember abgegeben werden. Ansprechpartner sind in Blaufelden: Diakonieverband im Dekanat, Telefon 0 79 53 / 8 86 15, Jugendwerk, Telefon 0 79 53 / 8 86 20; in Rot am See: Pfarrer Uwe Langsam, Telefon 0 79 55 / 23 45; in Gerabronn: Pfarrerin Nicole Endmann, Telefon 0 79 52 / 3 08.

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