Wehe, wenn der Wind zu heftig bläst

Windkraft: Zwischen dem Abladeplatz bei Kirchberg und dem entstehenden Windpark Burgholz ist ein Selbstfahrer unterwegs – meist im Schritttempo.

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  • Der Selbstfahrer mit einem Rotorblatt, das in diesem Moment dreimal höher ist als die Stromleitung. 1/3
    Der Selbstfahrer mit einem Rotorblatt, das in diesem Moment dreimal höher ist als die Stromleitung. Foto: 
  • Manuel Deistler und Ralph Teyssler mit den Steuerungen. 2/3
    Manuel Deistler und Ralph Teyssler mit den Steuerungen. Foto: 
  • Den Selbstfahrer auf engen Straßen zu rangieren, ist hohe Kunst. 3/3
    Den Selbstfahrer auf engen Straßen zu rangieren, ist hohe Kunst. Foto: 
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Ist da über Nacht ein weiteres Windrad gewachsen? Nein. Der hoch über dem Wald aufragende „Neue“ im Kirchberger Windpark bewegt sich. Und er hat keine Flügel. Dann wird klar: Das ist selbst ein Flügel, näher dran halt, und auf dem Weg zum neuen Standort Burgholz.

Er hat schon eine ziemliche Reise hinter sich, dieser Flügel, den sie „Blade“ nennen, „Rotorblatt“, und der mit 15 800 Kilo Gewicht und 62,5 Meter Länge ein echter Brocken ist. Gebaut wurde er in Dänemark, kam dann auf einem Seeschiff nach Bremerhaven und mit einem 72 Meter langen Lastwagen drei Nächte lang durch Hamburg und praktisch quer durchs Land nach Kirchberg. Da war dann erst mal Schluss.

Umladen für Hohenlohe

Keine Chance für einen 72-Meter-Transport, auf den engen Straßen, Kurven und Jagstbrücken zu rangieren. Die Kosten und die Eingriffe in die Landschaft bei einem Ausbau wären unverhältnismäßig hoch, sagt der auf Sonderfahrten spezialisierte Michael Hecker, der den gesamten Transport koordiniert und derzeit praktisch Tag und Nacht im Einsatz ist. An diesem Punkt kam der Selbstfahrer der Firma Goldhofer ins Spiel. Und Experten wie Ralph Teyssler und Manuel Deistler, die das Rotorblatt per Fernsteuerung durch Hohenlohe schaffen – wie ein gigantisches Modellfahrzeug, das mit 530 Pferdestärken bewegt wird. Die beiden arbeiten bei Wind und Wetter, sehen sich jeden Tag mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Vor allem das mit dem Wetter ist gar nicht so einfach: Ist das Rotorblatt zum Transport aufgerichtet, darf der Wind maximal zwölf Meter pro Sekunde zurücklegen, sonst wird’s kritisch.

Wie hoch ist ein 62,6 Meter langes Bauteil, das mit einer Neigung von 41 Grad aufgestellt ist? In jedem Fall deutlich zu hoch für die Stromleitung. Da gilt es dann, die lange Last abzulassen, bis sie parallel zur Straße auf ihre gesamte Länge kommt. Die Spitze zittert dann wie der Arm eines bayrischen Bierzeltwettkämpfers beim Maßkrugstemmen. Und eine sechzig Meter lange gerade, freie Strecke ist auch nicht überall Selbstverständlichkeit. Michael Hecker ist froh, wenn er alle Teile im Burgholz hat. Die letzten drei Rotorblätter wurden am Donnerstag auf den Umladeplatz gebracht; sie treten am Montag und Dienstag die letzte Etappe ihrer Reise mit dem Selbstfahrer an.

Blaufelden: Bei Wittenweiler sind fünf Anlagen genehmigt.
Fichtenau: Drei Anlagen genehmigt.
Gerabronn: Um drei  auf sechs Anlagen kann  der Windpark Dünsbach wachsen.
Kirchberg: Elf Anlagen sind gebaut.
Langenburg: Im Brüchlinger Wald werden  zwölf Anlagen gebaut
Rot am See: Drei Anlagen bei Hausen am Bach, für eine weitere läuft das Genehmigungsverfahren. Zwei Anlagen bei Brettenfeld und drei bei Beimbach bzw. Seibotenberg – Windpark Burgholz – werden gebaut. Weitere Anlagen liegen  in Bayern.
Stimpfach: Bei Rechenberg wurden drei Anlagen genehmigt. Zehn gibt’s in der Nachbarschaft (Ellwanger Berge).
Wallhausen: Zwei Anlagen bei Schainbach; zwei weitere sind möglich

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Kommentare

13.08.2017 12:17 Uhr

Windräder

Und so wird unsere Hohenlohe sinnlos zerstört.!!!!!!!!!

Windräder in Hohenlohe verringern keine CO2. Sie verstoßen gegen das EEG Gesetz, welches 2000 Vollast Stunden als Bedingung für die Förderung vorgibt. Die Windgutachten sind Wunsch-Papieren ohne irgend eine Garantie. Die Bürger, die sich beteiligen, können nach ihren Geld pfeifen. Die Wind-Lobby und die Grundbesitzer streichen das Geld ein.

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