Vor der Fußball-EM: In Pamier gibt es keine besonderen Veranstaltungen

Während in der französischen Partnerstadt Pamiers der Ball in Sachen Europameisterschaft flach gehalten wird, ist in Bilgoraj in Polen  die Vorfreude groß.

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Vor zwei Jahren bei der WM: Das Bilgoraj-Komitee (rechts Vorsitzender Manfred Salinger) und seine polnischen Freunde (links sitzend Bilgorajs Oberbürgermeister Roslan) feierten in Bilgoraj einen Sieg der deutschen Mannschaft .  Foto: 

Grzegorz Bryla bereitet derzeit die Ankunft des Crailsheimer Bilgorajkomitees in der polnischen Partnerstadt vor. Doch die Fußballspiele der EM lässt er sich nicht entgehen, vor allem das zwischen Polen und Deutschland nicht. „Ich bin ja ein fußballbegeisterter Deutschlehrer. Da muss ich mir das Spiel fast schon von Berufs wegen ansehen“, sagt er augenzwinkernd. Auch wenn er selbst wenigstens die Sonntagsspiele mit seinen Altherren-Fußballern im Stammlokal an der Maria-Himmelfahrts-Kirche anschauen wird – die Wirtin erwartet 50 bis 60 Besucher und wird eine große Leinwand aufstellen – gibt es in Bilgoraj doch ein „Public Viewing“.  „Spätestens seit der letzten EM in Polen und der Ukraine wird das bei uns großgeschrieben“, teilt Bryla mit. „Bei einer EM oder einem Finale der Champions League sind 100 bis 150 Besucher eine Selbstverständlichkeit.“

In Pamiers, der südfranzösischen Partnerstadt von Crailsheim, sieht das freilich ganz anders aus, obwohl Frankreich EM-Gastgeberland ist. „Unsere Region ist eher ,Terre du rugby‘“ – Rugbyland also, sagt Dominique Lafont, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees in Pamiers. Sie habe herumgefragt. „Klar schauen wir uns die Spiele im Fernsehen an. Aber wir werden bestimmt nichts Besonderes veranstalten.“

In Bilgoraj hingegen ist die Vorfreunde zu spüren, berichtet Bryla, „wobei so groß wie vor vier Jahren ist sie nicht. Fähnchen, weiß-rote T-Shirts oder Werbespots sind aber seit mehreren Wochen auf Schritt und Tritt präsent.“

Fahne und T-Shirt liegen bereit

Mit großer Spannung erwartet  Bryla das Spiel Polen – Deutschland am Donnerstag. „Das würde ich ja am liebsten mit meinen Crailsheimern ansehen“, sagt Bryla, „aber die sind bis dahin noch nicht ganz in Bilgoraj angekommen.“ Die Delegation startet zwar am Mittwoch, sieht sich das Spiel aber in Breslau auf einem Zwischenstopp an, „beim Public Viewing“, teilt Komitee-Mitglied Monika Schuch mit. „Meine Utensilien, Fahne, T-Shirt, Kette und so weiter, liegen schon bereit.“

Dabei ist auch Dennis Arendt, Mitglied des Gemeinderats und seit einer Woche frisch gebackener stellvertretender Abteilungsleiter der TSV-Herrenfußballabteilung. Seine Fußballbegeisterung lebt er auch als Schiedsrichter und Stadionsprecher beim TSV aus. Er ist einer derjenigen des Bilgoraj-Komitees, die nach dem Spiel in jedem Fall als Gewinner weiterziehen, denn seine Familie hat polnische Wurzeln. Dennoch wird er grundsätzlich „wie immer“ mit der deutschen Mannschaft jubeln, sagt er. „Ich freue mich aber auch, wenn es die polnische Mannschaft möglichst weit schafft. Ich werde sie in ihren anderen Spielen, die nicht gegen Deutschland gehen, aber moralisch unterstützten“, sagt er augenzwinkernd.

Weil das Bilgoraj-Komitee immer um diese Jahreszeit der Partnerstadt einen Besuch abstattet, haben Deutsche und ihre polnischen Freunde schon öfter gemeinsam Fußball geschaut. Monika Schuch: „Natürlich hat da jeder auf seine Mannschaft gehofft und Schals und Fahnen getauscht.“ Umgekehrt waren polnische Austauschschüler in Crailsheim zu Gast, als die polnische Nationalmannschaft ihren ersten Sieg über die Deutschen überhaupt feierte – bei der Qualifikation zu dieser EM. Grzegorz Bryla und die polnische Delegation feierten gepflegt in der Ingersheimer „Kanne“. Auch diesmal wird er „seinen Jungs“ mit allen Kräften zujubeln. „Selbstverständlich werde ich der Nationalelf um den Megastar Robert Lewandowski die Daumen drücken.“ „Und beim Spiel gegen Deutschland fände ich ein Remis durchaus ok.“ Immerhin sei Deutschland Weltmeister. Und auch wenn die Statistik den Polen nicht viel Hoffnung auf ein Erreichen der K.-o.-Runde gebe, seien die Bia?o-Czerwoni (die Weiß-Roten) mit großen Hoffnungen nach Frankreich gefahren. Die großen Favoriten seien für ihn Gastgeber Frankreich, aber auch Deutschland, Spanien, England und Belgien. „Polen hat so richtig keiner auf der Rechnung – bis auf die eigenen Fans natürlich“.

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