Vom Schimmern

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Stefan Fitzlaff stellt eine auf japanische Formen bezogenen Vase seines Lehrers Horst Kerstan vor.  Foto: 

Über die Jahre seien die Vasen und anderen Keramikstücke zusammengekommen, erzählte Ursula Wegener bei der Führung von Stefan Fitzlaff durch die derzeit in ihrer Floristikschule in der Schillerstraße zu sehenden Ausstellung.

Stefan Fitzlaff vereint in seiner Biografie einige der Hersteller der ausgestellten Vasen oder auch rein dekorativen Keramikstücke. Hans-Karl Starke habe ihn gelehrt, dass eine Vase nicht fertig sein dürfe, sondern fertig werden müsse. Bei ihm hatte Fitzlaff zwischen 1977 und 1979 im Institut Bingenheim in der Arbeit mit behinderten Menschen gelernt. Danach folgte eine Lehre in der Töpferei Heckmann in Schwäbisch Hall. Flachförmige Vasen von Hans und Renate Heckmann hatte Ursula Wegener unter anderem für ihre damalige Gärtnerei gekauft. Sie sind nun in all ihren schillernden Farben zu sehen.

Stefan Fitzlaff thematisierte daran das Thema Glasur. Hans Heckmann habe damals eindeutig festgehalten: "Wer bei mir Glasurrezepte abschreibt, verbaut sich seinen eigenen Weg." Und einige seien daran gescheitert. Überhaupt seien Heckmanns in den 1980er-Jahren führend in der Entwicklung hin zu höheren Brenntemperaturen gewesen - was aus den Erfordernissen der Zeit zu erklären sei: Das Geschirr hatte nun Spülmaschinentemperaturen auszuhalten.

Glasur spielte auch bei Horst Kerstan aus Kandern, bei dem Fitzlaff nach der Lehre vier Jahre lang als Geselle arbeitete, eine wesentliche Rolle. Kerstan orientierte sich zum Teil an der japanischen Glasurtechnik des Tenmoku: eine dunkle, ölfarben erscheinende Glasur, die wunderbar schimmert.

Dabei betrachtete Fitzlaff die Exponate der Wegener-Sammlung mit heller Begeisterung. Die brachte er auch für eine ebenfalls wunderbar schimmernde Vase von Beate Kuhn auf. Sie habe das, was Gefäß sei, neu interpretiert. So lassen sich manche, scheinbar als Gefäß aufgelöste Körper immer noch verwenden, wie etwa die "Flügel".

Ähnlich verhält es sich mit Vasen von Brigitte Schuller, die wie Muschelhäufungen wirken, aber einfach nur eine Umdeutung von Schälchen zur Vase sind. Besonders die Glasur verleiht ihnen diesen Muscheleindruck, der sich auch bei Gefäßen von Görge Hohlt wiederfindet.

Bei Karl und Ursula Scheid bewunderte Stefan Fitzlaff dann die innere Spannung eines Gefäßes, das eine dünne Wand aufweise, die aber immer noch dick genug sei, um dem Brennvorgang standzuhalten. Zu einem kleinen Quader von Bruno Asshoff, der seine Funktion als Vase erst auf den zweiten Blick offenbart, bemerkte Fitzlaff, dass hier die Idee des Körpers vor der des Gefäßes gestanden sei.

Schließlich kam er noch auf die Keramikschule in Kassel und den dortigen Meister Walter Popp zu sprechen. Einige der Exponate stammen von dessen Schülern: die von Heidi Kippenberg, auch hier mit Anlehnungen an japanische Formen, und von Robert Sturm, dessen Vase leichte Parallelen zu denen Heckmanns aufweist. Bei Popp habe er sich auch einmal beworben, wusste Fitzlaff zu berichten. Der habe ihn aber mit dem Hinweis abgelehnt, doch lieber bei Kerstan zu bleiben.

Für Fitzlaff selbst gelte das Orientieren an der chinesischen Töpferei. In dieser Hinsicht habe er viel experimentieren müssen, um zur für ihn idealen Glasur zu gelangen. Einen Vorwurf, den er seinem eigenen Handwerk macht, konnte man an diesem Nachmittag für ihn nicht aufrechterhalten: sich nie bemüht zu haben, Gegenstände zu vermitteln. Info Die Keramik-Ausstellung in der Floristikschule von Ursula Wegener im "Stadtgarten" in der Schillerstraße ist täglich außer sonntags zwischen 10 und 19 Uhr noch bis zum 10. Januar 2015 zu sehen.

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