Virtuose Brillanz in drei Sälen Konzerte des Hohenloher Kultursommers in Schillingsfürst mit reizvoller Bandbreite

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Am Sonntag gastierte der Hohenloher Kultursommer wieder einmal auf Schloss Schillingsfürst. Die Palette reichte dabei von sprühenden Klavierbravourstücken und erzählerischem Flötenton bis zur Blechbläserperfektion.

Bei den beiden zeitgleich beginnenden Konzerten konnten die Besucher zwischen Flötensonaten von Johann Nepomuk Hummel und Carl Reinecke in der Ludwig-Doerfler-Galerie, gespielt von der Flötistin Christiane Meininger und dem Pianisten Rainer Gepp sowie Lisztschen Klavierwerken wählen, die Mariam Batsashvili im Musiksalon im Schloss erklingen ließ.

Der Musiksalon war besonders gut besucht - nicht nur wegen der Lisztschen Musik, die in Schillingsfürst Tradition hat, denn Franz Liszt war des Öfteren zu Gast bei der Familie Hohenlohe-Schillingsfürst und mit dem Kardinal Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingsfürst befreundet.

Mariam Batsashvili, die vor zwei Jahren schon das Festivalpublikum in der Kunsthalle Würth in Hall begeistert hatte, entfachte ein Feuerwerk an höchster Klaviervirtuosität mit Stücken wie der Tarantella aus "Venezia e Napoli" oder der zweiten Ungarischen Rhapsodie. Dem standen versonnenere Stücke wie die "Bénédiction de Dieu dans la solitude" gegenüber.

Ähnlich versonnen spielte Rainer Gepp in der weniger gut besuchten Doerfler-Galerie Liszts "Au bord d'une source". Nuancierter in der Wiedergabe hätte man sich das Stück durchaus vorstellen können. Zusammen mit Christiane Meininger glich Gepp dies etwas mit einer verträumt interpretierten Bearbeitung der dritten "Consolation" aus.

Umrahmt wurden die beiden Liszt-Stücke von Flötensonaten. Heiter-gewitzte Töne trafen in Hummels noch ganz der Wiener Klassik verschriebener D-Dur-Sonate auf aufgewühlt wie sanft ausgelotete Schattierungen. In Reineckes Undine-Sonate traf das Duo schön den erzählerischen Tonfall der Komposition. Nach scherzohaft zerrissenem Intermezzo und empfundener Idylle mündete das Werk in finale dramatische Leidenschaft.

Besucher des Konzertes mit Mariam Batsashvili bot sich mit dem Schlusskonzert eine Vergleichsmöglichkeit. Das insgesamt 13 Musiker umfassende Blechbläserensemble "10-for-Brass" hatte sich - wegen anhaltenden Regens erstmals in der Geschichte des Konzerttags - in der evangelischen Kilianskirche ebenfalls Liszts zweiter Ungarischer Rhapsodie angenommen.

Besonders begeisterte neben der virtuosen Brillanz und perfekten Abstimmung der Musiker der feinsinnige Umgang mit dem effektvollen Arrangement. Vergleichbar damit faszinierten zuvor schon die Interpretationen der Ouvertüre aus Georg Friedrich Händels "Feuerwerksmusik" und von Gioachino Rossinis "Wilhelm Tell"-Ouvertüre.

Ruhigere Werke, schön klar und gesanglich dargeboten, wirkten kontrastreich ausgleichend. Dazu gehörte etwa der Choral "O Roma nobilis", den Liszt für den hohenlohischen Kardinal komponiert hatte. Abschließend waren unterhaltsame Töne mit George Gershwins swingendem "Rialto Ripples" und Zequinha Abreus quirlig, aber nicht übertrieben gespieltem "Tico Tico" zu hören. Am Ende bedankten sich die Blechbläser für den begeisterten Beifall und die Bravorufe mit zwei Zugaben.

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