Vielfältigkeit fasziniert

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    Erinnert an Fotografie: Hjalmar Kunz' Volksfestplatz-Bild. Fotos: Ralf Snurawa Foto: 
  • "Anziehend": eine Holzskulptur von Siegfried Luffler. 2/2
    "Anziehend": eine Holzskulptur von Siegfried Luffler. Foto: 
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Vom Landschaftsgemälde über abstrakte Farbflächen, von festgehaltener Bewegung bis zur Blütenfotografie reicht die Palette der Werke, die bei der Jahresausstellung von "Form und Farbe" im Crailsheimer Stadtmuseum im Spital gezeigt werden.

Im Badhaus sind die Bilder, Fotografien und Skulpturen von 17 Mitgliedern des "Form und Farbe"-Vereins zu sehen. Besonders eindrücklich sind die Holzskulpturen von Siegfried Luffler. "Anziehend" heißen zwei von ihnen. Beide Figuren erscheinen in sich zu leben, abgeschlossen. Das trifft auch auf die beiden "Silhouetten" zu, bei denen die Haltung noch entscheidender ist, fehlt doch der Gesichtsausdruck.

Auch eher in Gedanken verloren erscheint die Person auf Hjalmar Kunz' "Volksfestplatz, Blick von der Hakro-Arena zur Innenstadt". Kunz präsentiert auf seinen ans Fotografische erinnernden Bildern festgehaltene Bewegung, unterstrichen durch Aufnahmewinkel, die den Eindruck vermitteln, die Bildern seien aus der Bewegung heraus entstanden, vor allem bei "Fass!" mit den springenden Hunden.

Dagegen wirken die Landschaftsbilder von Wolf-Dieter Kaiser, Werner Kupfer und Roland Schönig als großer Kontrast: gerade, ruhig, ob Landschaften hier oder in der Ferne darstellend. Allerdings wecken Kaisers Bilder etwas Misstrauen. Zu genau, zu geordnet sieht hier die Natur aus, als wolle Kaiser sie hinterfragen. Dagegen lassen sich Kupfers Landschaften durchaus als "verträumt" bezeichnen, wie es Vereinsvorsitzende Zita Stuiber bei der Vernissage formulierte. Burga Bauer liefern Landschaften Farbflächen. Damit setzt sie sich auch abstrakt auseinander - wie auch Gisela Kohr mit ihrem "geteilten Land", die sonst eher Blumenstillleben bevorzugt. Blumen und Stillleben hat daneben Solveig Kunz in ihren Fotografien thematisiert: vom Kubus bis zur Gegenüberstellung von gelben und weißen Tulpen.

Wie Bauer beschäftigt sich Sara Oget mit dem Changieren zwischen Abstraktem und Konkretem. Geometrische Kreise setzt sie in "Korona" Farbflächen aus. Kleine Raumbilder verschmelzen in "Diagenese" oder "Trypophobia 1" zu einem großen Bild. Sogartig zieht einen die nichts Gutes ahnen lassende "Verwirbelung" von Doris Knödler ins Bild.

Zita Stuibers "Unterwasserwelt" beschwört daneben Harmlosigkeit. In den Raum gehängt spielt ihr "Apfel-Blüte" mit den zwei Seiten derselben Sache. Ähnlichkeiten mit Elke Wolfs Malweise lässt ihre "Sommernacht" vermuten. Wolf hat ihre Bilder mit "Farbspiele" bezeichnet und sucht dabei kräftige Farben.

Dagegen drohen Johann Otteans Spielereien mit dem Passepartout und seine gezeichneten Erzählungen fast unterzugehen. Roland Hornbergers Zebras können sich da gegen Kunz' Tulpen etwas besser behaupten, auch wegen des knalligen Kontrasts von schwarz-weiß zu blauem Abendhimmel und rötlicher Sonne - auch gespiegelt im Wasser, zu dem die Zebras sich hinuntergebeugt haben.

Mit Gefühlsaussagen und dem Menschen direkt beschäftigen sich neben Lufflers Skulpturen auch Marius Simon, Manfred Schmidt und Katrin Wielgoß. Schmidt sucht dafür den Bleistiftstrich, während Simons Bilder zu mäandern scheinen: "Berührung und Distanz" ausdrückend, wie es Zita Stuiber in ihrer Einführung nannte.

Wielgoß' Bilder wollen dagegen unbedingt mit dem Betrachter kommunizieren: besonders die "Wilde Sau" und "Drama Baby" mit dem Dialog zwischen Schimpanse und Gorilla. Selbst der "einsame Moment" verlangt nach Zweisamkeit.

Info Die Jahresausstellung von "Form und Farbe" ist noch bis zum 20. September im Crailsheimer Stadtmuseum zu sehen. Die Öffnungszeiten: mittwochs von 9 bis 19 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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