Vervielfältigen unter Lebensgefahr

Kopieren? Ist doch ein Kinderspiel! Heute schon, aber während des Dritten Reiches setzten die Mitglieder der "Weißen Rose" beim Vervielfältigen ihrer Flugblätter ihr Leben aufs Spiel.

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Thomas Kortenkamp zeigt Ursula Mroßko Schreibmaschinen und Vervielfältiger, wie sie von den "Weiße Rose"-Mitgliedern verwendet worden sind.  Foto: 

Seit mittlerweile 15 Jahren wird in Crailsheim der "Tag der Weißen Rose" begangen. Immer am 22. September, am Geburtstag von Hans Scholl, dem in Crailsheim geborenen Kopf der studentischen Widerstandsgruppe in München, gibt es eine Veranstaltung, die das Wirken der "Weißen Rose" aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet.

Am Dienstag erläuterte Thomas Kortenkamp die Umstände des Herstellens der "Weißen Rose"-Flugblätter. Der Restaurator von historischen Schreib- und Vervielfältigungsmaschinen ist der Spezialist schlechthin für alle Fragen, die sich mit dem technischen Herstellungsprozess von Flugschriften beschäftigen.

Diese Fragen werden in der "Weißen Rose"-Forschung oft vernachlässigt, obwohl sie, so Kortenkamp, von erheblicher Bedeutung sind. Schließlich gab's in den 1940er-Jahren keinen Copy-Shop, in dem man eben schnell mal 5000 Flugblätter drucken lassen konnte, und daheim stand kein Drucker, der rasch ein paar Hundert ausspuckte.

Oft nachts, mit bescheidenen technischen Mitteln und immer unter Lebensgefahr fertigten die Studenten in München die Flugblätter an und verschickten sie entweder per Post oder verteilten sie, was Hans und Sophie Scholl am 22. Februar 1943 zum letztendlich tödlichen Verhängnis wurde.

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