Verbindung zur Schule ist nie abgebrochen

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Selten werden so viele Hände geschüttelt, umarmen sich so viele Menschen, strahlen so viele Gesichter. Das große Ehemaligentreffen am Abend des Jubiläumsschulfests „150 Jahre Realschule am Karlsberg“ am Samstag war ein riesiges Wiedersehensfest – von 1500 Schülern, Lehrern, Freunden. Es gab viel zu erzählen.

Da war zum Beispiel Halim Amani, geboren 1991 in Kabul und mit seiner Familie aus Afghanistan geflohen, nachdem ein Familienangehöriger dort getötet wurde. Halim erhielt 2008 die mittlere Reife und machte anschließend bei Vion in Crailsheim eine Ausbildung. „An der RAK wurde das Wissensfundament gelegt, für den Feinschliff sorgte die Ausbildungsleiterin“, blickt er zurück. Am Berufskolleg machte er die Fachhochschulreife. Anschließend zog es den basketballbegeisterten mit einem Stipendium in die USA, wo er an einem College sowohl Basketball spielte als auch sein Englisch intensivierte. Zurück in Crailsheim avancierte er prompt zum Heimsprecher bei den Merlins und war drei Jahre bei der Textilfirma Hakro als Key-Account-Manager tätig. „Das eine ergab sich durch das andere“, sagt er. Seit seiner Heirat wohnt er in Braunschweig und arbeitet als Vertriebsleiter bei einem Zulieferbetrieb für VW – nochmals ein richtiger Karriere­sprung für ihn.

Doktorarbeit geschrieben

Dann war da noch der frischgebackene Doktorand Markus ­Thieroff, Realschulabgänger 2002. Nach dem Besuch des Wirtschaftsgymnasiums studierte er Kommunikationswissenschaften an der Uni Stuttgart. „Medien fand ich schon in meiner Schulzeit spannend. Damals habe ich als Schülerzeitungsredakteur mitgearbeitet, Filmchen gedreht und später beim Hohenloher Tagblatt ein Praktikum gemacht.“ Noch mehr reizte ihn die Frage, was Medien mit Menschen machen und umgekehrt, was er im Masterstudium vertiefte. In seiner Doktorarbeit untersuchte er die Zwänge, denen Journalisten unterworfen sind und die jeweilige Themenauswahl – beim Print-Medium und beim Online-Auftritt.

Nie abgebrochen ist die Verbindung von Sabine Feuchter, geborene Störrle, vom Abschlussjahrgang 1990 zu ihrer ehemaligen Schule. „Die damalige Realschule Crailsheim bereitete mich auf meine Ausbildung als Erzieherin vor“, erzählt sie. Seit 1994 ist sie bei der Stadt Crailsheim angestellt und arbeitet in der Kinderkrippe im Stadtteil Kreuzberg.“ Seit ihre eigenen Kinder Lars und Janne die RAK besuchen, interessiert Sabine Feuchter als Elternvertreterin besonders die Schulentwicklung. „Die Umstellung von Klassen- auf Lehrerunterrichtsräume war schon ein entscheidender Einschnitt“, meint sie, obwohl die eigenen Kinder immer das Heimatgefühl schätzten, das sie an der RaK erlebten.

Ebenso schätzt sie die gute ­Unterstützung der Schüler bei der Berufsfindung. Sabine ­Feuchter war außerdem jahrelang bei der Mittagessensausgabe in der Schulmensa aktiv. Sie wünscht sich, dass das Engagement der ­Eltern auch in Zukunft erhalten bleibt. „Manche bewegen hier richtig viel“, sagt sie und freut sich, ehemalige Klassen­kameraden zu treffen und Lehrer, die sie noch aus ihrer eigenen Schulzeit kennt. „Die gelebte Schulgemeinschaft und das Fest als Krönung heute sind richtig toll.“

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