Ursachen und Krankheitsbilder

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Blasenschwäche kann verschiedene Ursachen und Ausprägungen haben. Am häufigsten kommen Stress- und Dranginkontinenz vor. Weitere Formen sind Reflex-, Überlauf- und extraurethrale Inkontinenz.

Stressinkontinenz hat meist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur oder eine Schädigung des Bandapparates, der die Harnröhre verschließt, als Ursache. Ausgelöst werden kann sie durch eine Schwangerschaft oder durch andere Formen der Überlastung wie schwere körperliche Arbeit, Übergewicht und chronische Bronchitis bei Rauchern. Auch eine Absenkung von Organen im Beckenbereich kann eine Inkontinenz auslösen.

Dranginkontinenz hat einen starken Harndrang als Kennzeichen. Hier werden zwei Formen unterschieden: Die motorische Dranginkontinenz (Reizblase) ist auf eine Funktionsstörung zurückzuführen. Sie kann durch Entzündungen, Harnleiter- oder Blasensteine, durch Hormonmangel oder durch Tumore hervorgerufen werden. Bei der sensorischen Dranginkontinenz ist die Blase überaktiv, weil Nerven die Blasenwand stimulieren. Hier können ebenso Entzündungen, Harnleiter- oder Blasensteine oder Tumore der Auslöser sein.

Reflexinkontinenz nimmt dem Betroffenen die Kontrolle über seinen Harndrang. Es ist nicht möglich, die Blasenentleerung willentlich zu steuern. Zugrunde liegt in diesem Fall eine Fehlbildung oder Verletzung von Nervenbahnen. Das Gehirn hat keine Kontrolle über das Blasenzentrum. Betroffen sind meist Patienten mit Querschnittslähmungen, schwerem Bandscheibenvorfall oder offenem Rücken.

Überlaufinkontinenz ist eine Form, bei der das Gleichgewicht zwischen Blase und Harnröhre gestört ist. Der Urin fließt ungehindert ab, bis ein Druckausgleich zwischen Blase und Harnröhre hergestellt ist. Grund für das Überlaufen ist meist eine Nervenschädigung, zum Beispiel nach Operationen.

Extraurethrale Inkontinenz ist Urinabgang durch andere Öffnungen als die Harnröhre. Man spricht auch von absoluter Inkontinenz. Bei Kindern können Fehlmündungen des Harnleiters oder eine fehlerhaft angelegt Harnröhre die Auslöser sein. Tritt die Erkrankung im Erwachsenenalter auf, liegt die Ursache meist in Urinfisteln. Fisteln sind kleine Gänge, die sich im Körperinneren bilden können. Sie treten nach Chemotherapien oder nach gynäkologischen Operationen mit einer unbemerkten Verletzung der Blase auf.

Bei Männern kann es nach einer Prostata-Operation zur Harninkontinenz kommen. Ursache ist meist eine Verletzung des Schließmuskels. Sie kann entweder physikalisch oder durch eine Operation behandelt werden. Falls die Inkontinenz auf eine Überaktivität der Blase zurückzuführen ist, kann sie medikamentös behandelt werden. Ein Urologe kann die Ursache ermitteln.

Quelle: Berufsverband der Frauenärzte

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