UFA-Casting bei Möbel Bohn: Echte Tränen auf Kommando

UFA-Casting am Samstag bei Möbel Bohn: viele aufgeregte Gesichter, viele nervöse Flecken auf den Wangen. Sind die Fotos und Videoclips etwa der Beginn einiger wunderbarer Show-Karrieren aus Hohenlohe?

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"Hat man gesehen, dass ich geweint habe?", fragt Rosa Linda Haaf aufgeregt. Denn das hatte sie bezweckt. Sie hatte zeigen wollen, dass sie quasi auf Knopfdruck Tränen vergießen kann. Sie zittert noch: "Das muss ich immer, wenn ich in der Rolle weine."

"Die UFA-Talentbase sucht Talente für das größte deutsche TV- und Filmhaus", erklärt Otto Nitschke. Die UFA produziert TV-Serien, Dokudramen und große Kinofilme. "Macht euch keinen Stress", sagt Nitschke zu Rosa Linda und den vielen Talenten, die entdeckt werden wollen. "Das macht richtig Spaß."

Rosa Linda Haaf ist beim Casting in der Eingangshalle des Möbelhauses Bohn in Crailsheim die Nummer eins. Nein, sie hat das Casting nicht gewonnen, denn das kann man gar nicht. Doch sie war mit dem Stylen rechtzeitig fertig und stand als Allererste vor der Kamera von Fotograf Marcel Nitschke. Er erklärt ihr genau, wie sie in die Linse blicken soll. "Jetzt lächeln. Mal über die Schulter schauen." Und dann ein Lob: "Gut gemacht!" Danach will sie ihr schauspielerisches Talent vor der Videokamera beweisen. Sie tut so, als ob ihr Freund eben Schluss machen will. Rosa Linda schafft es, vor laufender Kamera und vielen Zuschauern loszuweinen. Respekt! Als sie fertig ist, brandet Beifall auf.

Träume verwirklichen

Heidi Gedamke-Haaf steht im Hintergrund und ist stolz auf ihre Tochter. Sie kennt den Traum der 19-Jährigen: "Sie will Schauspielerin werden. Warum soll sie das nicht verwirklichen? Sie soll ruhig zweigleisig fahren", meint die Mutter, die weiß, dass die Tochter auf dem anderen Gleis bereits gut unterwegs ist: Rosa Linda macht derzeit eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Sie ahnt aber auch: "Man muss es wenigstens versuchen. Dann muss man sich später nichts vorwerfen."

Die Chance, ins Fernsehen oder ins Kino zu kommen, besteht durchaus: "Wir suchen händeringend neue Gesichter", sagt Fotograf Marcel Nitschke. "Mit den Fotos erstellen wir eine Set-Karte. Die kommt bei uns in die Kartei." Und wer weiß, vielleicht suchen die Caster der UFA für die nächste Produktion von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" ja genau den Typ, den Linda verkörpert? "Wir haben 80 000 Menschen in der Kartei." Otto Nitschke: "Es ist die Vielfalt, die zählt."

Deshalb kann auch keiner der Teilnehmer am Crailsheimer Casting gewinnen oder verlieren. Auch Tobias Haase nicht, der eigentlich nur gekommen ist, um für die ASG-Schülerzeitung "Periskop" einen Artikel über das Casting zu schreiben. Doch um hautnah Erfahrungen zu sammeln, hat er sich eingereiht. "Foto ist okay", sagt er. "Aber vor die Videokamera gehe ich nicht."

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