Tierschützer machen gegen Crailsheimer Weihnachtszirkus mobil

Wenn der Crailsheimer Weihnachtszirkus am Samstag zur Premiere lädt, kommen nicht nur Zirkusfans nach Roßfeld. Tierschützer haben zu Mahnwachen eingeladen und rufen zum Boykott auf.

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Solche Bilder aus dem Zirkus machen Tierschützer zornig. Sie kritisieren "artwidrige Dressurakte".  Foto: 

Zirkusse geraten immer mehr ins Visier von Tierschützern. Die Tierschutz-Organisation Peta übt scharfe Kritik an Stadt- und Gemeindeverwaltungen, die Weihnachtszirkus-Gastspiele mit Wildtierdressuren zulassen. Eine solche Diskussion läuft beispielsweise in Heilbronn. Sie könnte nun auch in Crailsheim beginnen, denn die Grüne Jugend, die Jugendorganisation der Grünen, und die Piraten-Partei veranstalten Mahnwachen vor dem Zirkus, der auch in diesem Jahr seine Zelte am Kreisverkehr in Roßfeld aufgeschlagen hat.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung betonen Grüne und Piraten, dass gerade bei den Weihnachtszirkussen die Missstände groß seien. Die Unternehmen seien mit "nicht artgerechten Kleingehegen" unterwegs. Sie müssten "artwidrige Dressuren" vorführen, hätten zu wenig Auslauf und würden unter den widrigen Bedingungen an den "mangelhaft ausgestatteten" Spielorten leiden.

Vorwürfe, die Rudi Bauer, Pressesprecher des Crailsheimer Weihnachtszirkus, zurückweist. "Wir erfüllen alle amtstierärztlichen Vorschriften", betonte er gestern auf HT-Anfrage. Für die Familie Frank - ihr Zirkus Alberti steht hinter dem Weihnachtszirkus - sei der Tierschutz sehr wichtig. Deshalb trete der mitreisende Bär auch nicht auf.

Mit dabei ist in diesem Jahr eine "seltene Gruppe kanadischer WildBisons", heißt es in der Pressemitteilung des Zirkus. Genau das bringt die Tierschützer auf die Palme. Sie kritisieren eine "artwidrige Dressur". Pressesprecher Bauer fühlt sich missverstanden. Mit "wild" sei der Auftritt der Tiere gemeint. Natürlich seien die Bisons nicht aus der freien Wildbahn.

Inzwischen erlassen immer mehr Kommunen Niederlassungsverbote für Zirkusbetriebe mit Wildtieren. Ein solcher Vorstoß der Crailsheimer Stadtverwaltung im Herbst scheiterte am Gemeinderat, der sich für nicht zuständig erklärte. Die Verwaltung hatte mit ihrem Antrag auf immer wieder aus der Bürgerschaft vorgetragene Forderungen nach einem Verbot reagiert.

Weihnachtszirkus in Crailsheim schon zum achten Mal

Zum ersten Mal "Manege frei" in diesem Jahr im Crailsheimer Weihnachtszirkus heißt es am Samstag, 22. Dezember, um 15 Uhr. Der Zirkus hat seine Zelte wieder am Roßfelder Kreisel aufgeschlagen (bis 6. Januar 2013). Kartenreservierungen unter der Nummer 01 73 / 1 88 30 44.

Die Mahnwachen von Tierschützern finden an den Samstagen, 22. und 29. Dezember, sowie 5. Januar jeweils um 13 und 16.30 Uhr in Roßfeld statt. Weitere Infos zum Thema Wildtiere im Zirkus gibts unter www.peta.de.

 

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Kommentare

31.12.2012 09:51 Uhr

Antwort auf „gegen Zirkusse mit Tieren !!!”

schön auswendig gelernt diese Peta Lüge

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20.12.2012 20:55 Uhr

gegen Zirkusse mit Tieren !!!

- Eine "artgerechte" Haltung ist im Zirkus nicht möglich
- Die Tiere werden meist mit Gewalt dazu gebracht bestimmte Kunststücke auszuführen
- Viele Zirkustiere leiden unter Verhaltensstörungen
- Kindern wird ein komplett verkehrtes Bild über Tiere und deren Bedürfnisse gezeigt

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20.12.2012 12:07 Uhr

Tierrechtszirkus

Es wäre besser, wenn dieser Tierrechtsverein endlich die Spenden für Tiere und nicht für Pressemitteilungen und Rechtsanwälte ausgegeben würden. 2,5 Millionen Euro für PETA, aber 0 € für die Tiere. PETA Amerika sollte von den 35 Millionen Dollar einmal ein paar Dollar für ein Tierheim ausgeben, dann brauchten die auch nicht jedes Jahr tausende abgegebende Tiere töten.

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20.12.2012 09:34 Uhr

weihnachtscircus

wann hören die sogenannten Tierschützer,mit ihren Protesten auf?Bisons ,Kühe,Pferde und Kamele
sind Nutztiere und keine Wildtiere.Peta hat dieses Jahr schon viele Prozesse gegen Circuse angestrebt
und alle verloren.Dieses Geld könnte sinnvoller ausgeben werden.

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