Thema Demenz noch nicht angekommen

"Das Thema hat die Köpfe und Herzen der Menschen noch nicht erreicht", stellt Manfred Reich vom Crailsheimer Initiativkreis neun Monate nach dem Start der kreisweiten Demenzkampagne selbstkritisch fest.

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  • Neun Monate nach dem Start der Demenzkampagne ziehen die Mitmacher erste Bilanz. Ergebnis: Es bleibt noch viel zu tun. Foto: Wolfgang Rupp 1/2
    Neun Monate nach dem Start der Demenzkampagne ziehen die Mitmacher erste Bilanz. Ergebnis: Es bleibt noch viel zu tun. Foto: Wolfgang Rupp
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. "Demenz - eine gemeinsame Herausforderung der Stadt Crailsheim" steht auf einem Flyer, in dem die mehr als 20 Veranstaltungen unter dem Thema "Das Vergessen verstehen lernen" aufgelistet sind. Crailsheim hat sich der seit Jahresanfang landkreisweit laufenden Demenzkampagne angeschlossen. Und wie sind die Angebote angekommen? Sehr unterschiedlich, wie bei einem Treffen des Initiativkreises im Rathaus deutlich wurde.

Es war ein recht kleiner Kreis, der unter der Leitung von Mona Schneider von der Stadtverwaltung einen insgesamt etwas ernüchternden Rückblick hielt. Beispiel "Freizeittreff für Vergesslich". Waren zur Auftaktveranstaltung der von Silberdistel und Stadtseniorenrat organisierten Reihe noch ein Dutzend Besucher gekommen, reduzierte sich die Zahl sehr schnell auf die Hälfte und noch weniger, "trotz umfassender Informationen und Werbung im Vorfeld", wie Manfred Reich hervorhob. "Das Thema Demenz wird stigmatisiert", ist er überzeugt, und es habe sich noch lange nicht in den Gedanken der Menschen festgesetzt. "Doch wir lassen uns nicht entmutigen", machte er deutlich, "auch wenn wir hier noch manches dicke Brett bohren müssen."

Auch das Wolfgangstift will auf jeden Fall weitermachen. Die Einrichtung der Evangelischen Heimstiftung arbeitet mit Kindergärten und Schulen zusammen, was allen Seiten neue und wichtige Erfahrungen bringt. "Die Menschen müssen Demenz wahrnehmen und aufnehmen", ist auch ihr Anliegen, was auch von Dr. Norbert Andrejew, Chefarzt und Gerontologe am Klinikum Crailsheim, so gesehen wird. Die Klinikgespräche über das Thema Demenz seien zwar nicht der Riesenrenner, würden aber gut angenommen. "Es wird noch lange dauern", ist auch er überzeugt, bis mit diesem Thema offen und unbefangen umgegangen wird. Mit dazu beitragen könne ein in manchen anderen Landkreisen bereits bestehendes "Netzwerk Demenz", über das sich die Bürger umfassend informieren können. "Wir wollen die breite Bevölkerung erreichen", ist auch das Anliegen von André Krauß vom Seniorenpark Kreuzberg. Beim Vortrag einer Diplom-Psychologin "war unser Haus brechend voll", freute sich der Leiter dieser Einrichtung der Diakonie Neuendettelsau, während ein von Christel Pfänder im Spital angebotener Shiatsu-Nachmittag nur von einer Person besucht wurde, was allerdings weniger am Interesse gelegen haben mag, als an einem falsch veröffentlichten Termin.

"Es wird weitergehen", sind sich die Teilnehmer dieser Gesprächsrunde einig, die auf ihre eigenen und auf die Erfahrungen anderer aufbauen wollen. Ein Austausch aller Beteiligten findet am 14. November in Wolpertshausen statt.

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