Streifenwagen, Knast und Co. Polizei gewährt Einblicke in ihre Arbeit

Sich einmal wie ein echter Polizist in seinem Streifenwagen fühlen: Diesen Traum hat das Ferienprogramm der Gemeinde Frankenhardt Kindern mit einem Tag auf dem Polizeirevier in Crailsheim ermöglicht.

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Der Arbeitsbeginn der kleinen Nachwuchs-Polizisten startete am vergangenen Mittwoch um 10 Uhr morgens auf der Polizeiwache in Crailsheim. Die elf Teilnehmer - sechs Mädchen und fünf Jungen - im Alter von neun bis zwölf Jahren waren alle sehr gespannt, was es auf dem Revier zu entdecken geben würde. "Ich will auf jeden Fall ein paar Sträflinge sehen", sagt die zehnjährige Jara.

Unter der Leitung von Polizist Friedrich Gleiß, der seit knapp 40 Jahren im Dienst ist, ging es zuerst einmal quer durchs Polizeirevier. Vorbei an vielen Büros und Beamten in Uniform wurde der Nachwuchs in einen Besprechungsraum geführt. Dort stellte Gleiß die verschiedenen Teile seiner täglichen Arbeitskleidung vor: Dazu zählt unter anderem der Schlagstock, den ein Polizist allerdings nur in Ausnahmefällen benutzt, ein Pfefferspray, eine Taschenlampe und die ständig geladene Waffe. Natürlich durften auch die Handschellen nicht fehlen, die sich der zwölfjährige Hannes direkt am eigenen Körper anlegte. Er war auch derjenige, der nach der Erwähnung von Gleiß, dass ein Polizist sämtliche Rechte und Gesetze kennen müsse, neugierig fragte, ob es denn ein offizielles Gesetz gebe, dass man nur mit Helm Radfahren darf. Weitere Fragen waren beispielsweise, ob es eine Kriminalpolizei in Crailsheim gibt, oder wie und wo die Gefangenen leben.

Danach durften die Teilnehmer selbst in den Dienst: Die Besichtigung des Streifenwagens stand auf dem Plan. Um sich aber auch richtig in die Rolle eines Beamten hineinversetzen zu können, gab es für jeden Teilnehmer eine typische Polizei-Mütze. Im Kofferraum befand sich der Spuren-Sicherungskoffer, der für jeden Tatort wichtig ist. Erstaunlicherweise wussten die kleinen Polizisten schon jede Menge über die Aufgaben bei einem Einsatz. Wer sich traute, durfte auch einmal auf dem Fahrersitz Platz nehmen, während die laute Sirene des Wagens eingeschaltet war.

Um auch die andere Seite der Polizei kennenzulernen, ging es für die Gruppe in einen kleinen Raum, in dem sich sonst nur die Täter aufhalten müssen: Es wurden Fingerabdrücke mit schwarzer Farbe gemacht, um jeden identifizieren zu können. Beim folgenden Alkoholtest ging vor allem den Mädchen schnell die Puste aus, und es konnte leider kein Ergebnis festgestellt werden. Wer es dennoch schaffte, bewies ein Ergebnis von null Promille Alkohol. Zum Schluss folgte ein Blick in den Waffenschrank, der hauptsächlich für die männlichen Teilnehmer ein echter Höhepunkt war. Für die neunjährige Angelina hingegen war der Streifenwagen das Highlight des Tages. Sie möchte später selbst einmal Polizistin werden - allerdings bei einer Pferdestaffel.

Die Teilnehmer sind sich einig, dass der Einblick ins Revier spannend war, vor allem weil man diese Gelegenheit nicht jeden Tag hat. Und auch Jara (10) war begeistert, auch wenn sie an diesem Tag leider keine Gefangenen gesehen hat, wie sie es sich anfangs erhofft hatte. Bevor es für die elf Polizisten jedoch wieder nach Hause ging, bekam jeder noch eine Urkunde als Erinnerung an den erlebnisreichen Tag im Polizeirevier Crailsheim.

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