Spitzen über Spitzen

Seit zehn Jahren klöppeln die „Spitzenhexen“ in Crailsheim. In einer Ausstellung zeigen sie am Wochenende ihre Werke.

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Die Ausstellung der „Spitzenhexen“ zeigt einen Querschnitt der Klöppelarbeiten, sakrale Motive und Weihnachtliches.  Foto: 

Verdrehen, Verkreuzen, Verknüpfen und Verschlingen – vier unterschiedliche Arbeitsschritte sind beim Klöppeln möglich. Über 40 Techniken gibt es zudem – von der Flechtspitze über die Mailänder Spitze bis zur Torchon-Spitze.

Was man für das Handwerk benötigt? Natürlich den Klöppel, eine Art Spule aus Holz, an der man Garn befestigen kann. „Hier gibt es unterschiedliche Arten, je nachdem, was man damit machen will“, sagt Margot Reinhardt. Sie muss es wissen als Gründungsmitglied der „Spitzenhexen“, einer Klöppelgruppe aus Crailsheim, die ihr zehnjähriges Bestehen feiert.

Außerdem benötige man einen sogenannten „Klöppelsack“ oder ein Flachkissen, Garn und Nadeln. Mit diesen Utensilien ausgerüstet, kann es nun ans Werk gehen – wenn man eine Vorlage hat. Diese besteht aus einem Klöppelbrief, also einer Anleitung, wie man vorgeht. Diese wird auf Pappe geklebt, darüber kommt eine Folie. Nun kann man mit den bereits beschriebenen vier Arbeitsschritten und unterschiedlichen Techniken verschiedene Muster und Objekte erzeugen. Hierzu hat man meist zwei Paar Klöppel in der Hand.

Gold und Silber verwendet

Dabei muss das Material nicht immer das gleiche sein. „Am häufigsten werden Lein- und Baumwollfäden genommen“, erklärt Margot Reinhardt. Es kann aber ebenfalls mit Seide, Metall sowie mit Silber- und Golddrähten gearbeitet werden.

Seit zehn Jahren gibt es die „Spitzenhexen“ – aber die Anfänge liegen deutlich weiter zurück. „Anfang der Siebzigerjahre habe ich in der Karlstraße bei Fink Klöppelsachen und ein Handbuch dazu gekauft“, sagt Margot Reinhardt. So hat sie sich die ersten Klöppelschläge selbst beigebracht.

Nachdem sie dann jahrelang nichts mehr gemacht hatte, bekam sie zum 40. Geburtstag eine geklöppelte Rose von einem Kollegen. Dessen Frau hatte sie hergestellt und gab auch Kurse. Es gab weitere Interessenten, und so begann der Unterricht.

„Das war vor 20 Jahren, da waren wir zu fünft“, erinnert sich Margot Reinhardt. Vor zehn Jahren hatte die Gruppe dann die erste Ausstellung. Hier fanden sich noch mehr Interessierte, sodass die „Spitzenhexen“ ins Leben gerufen wurden – mit heute 15 Mitgliedern.

Und wie kam der Name zustande? „Spitzen sind sowieso Teil des Klöppelns“, sagt Ursula Merscher, ebenfalls Gründungsmitglied. „Und wir sind die Hexen.“

Bisher wurde ein Verkauf der Objekte nicht in Betracht gezogen, da die Herstellung sehr arbeitsintensiv ist und der Preis entsprechend hoch wäre.

Nach Deutschland gekommen ist das Handwerk als „Einwanderer“. „Das Klöppeln kam aus Frankreich über Belgien und die Niederlande zunächst ins Erzgebirge“, sagt Margot Reinhardt.

Info Die Ausstellung zum zehnjährigen Jubiläum kann am Samstag, 9. Dezember, und Sonntag, 10. Dezember, jeweils von 10 bis 17.30 Uhr in der Volkshochschule Crailsheim im Spital betrachtet werden. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos zur Gruppe gibt es online unter www.spitzenhexen.de.

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