Songtexte mit viel Gefühl: SWR3-Live-Lyrix verzaubert Besucher

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Besucher der SWR3-Live-Lyrix am Sonntagabend im Crailsheimer Hangar. Von Seufzern aus tiefster Seele bis zur ausgelassenen Tanzeinlage war alles dabei.

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Wie nah Freude und Leid, Lachen und Weinen beieinander liegen, brachte die schallende Ohrfeige zum Ausdruck, die Alexandra Kamp ihrem Kollegen Ronald Spieß zum Auftakt des ersten Stückes "True Love" vor großem Publikum im Hangar verpasste: Die wahre Liebe hat immer zwei Perspektiven.

Und genau so ging der Abend weiter: Kaum hatten sich die Zuschauer in Passengers "Holes" verloren und über die Leere des eigenen Lebens nachgedacht, lachten sie herzlich über die sprachliche Einfallslosigkeit der drei größten Sommerhits. Denn Sätze wie "Lass uns eine Nacht verbringen, an die du dich nicht erinnerst - Holz fällt!", hören sich schon im englischen Original kurios an. Auf Deutsch klingen sie einfach nur zum Lachen.

Mit viel Witz inszenierten Alexandra Kamp und Ronald Spieß einen selten gespielten Titel: In den 80er-Jahren hat die deutsche Rock- und Kult-Ikone Udo Lindenberg ein Stück in englischer Sprache produziert. Der Song "Germans" schafft in drei Minuten einen Querschnitt durch die deutsche Geschichte - bei Live-Lyrixs passt das Ganze sogar in einen Einkaufswagen.

Seit 17 Jahren gibt es die Pop-Lyrix

Pop-Lyrix gibt es beim Südwestrundfunk mittlerweile seit 17 Jahren. Die Idee ist einfach und genial zugleich: Schauspieler sprechen die deutsche Übersetzung ausländischer Songtexte. Im Wechsel mit der Originalaufnahme bekommt der Zuhörer Inhalt und Bedeutung des Liedes zugleich serviert. Das Ergebnis ist erstaunlich: Wer einmal einen Song mit professionell übersetztem Text gehört hat, hört ihn künftig mit anderen Ohren.

Bei den Live-Lyrix-Veranstaltungen gibt es das Radioformat Pop-Lyrix auf der Bühne. Die Musik kommt vom Band, die Texte werden live gesprochen. Auf einer Wand im Hintergrund laufen dezente Bilder oder Lichteffekte ab. "Wir präsentieren die Live-Lyrics bewusst sparsam, damit jeder sein eigenes Kino im Kopf entfalten kann", erklärt Ben Streubel. "Eine Coverband würde nur ablenken. Außerdem spielen wir extra in nicht zu großen Hallen, damit der familiäre Charakter erhalten bleibt."

Im Hangar ging das Konzept auf. Kurz nachdem Schauspieler Ronald Spieß, verkleidet als Freddie Mercury, mit Glitzerumhang über die Bühne fegte, hielt es die Zuhörer nicht mehr auf den Sitzen. Es wurde geklatscht und getanzt. Die Zugabe hätte an diesem 9. November mit David Bowies "Heroes" nicht passender ausfallen können: Das Lied erzählt die Geschichte zweier Liebender, die im Schatten der Berliner Mauer zusammenkommen.

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