Schutz vor Magen-Darm-Infekten

Oft kommt das Unwohlsein mit Brechreiz und Durchfall wie aus heiterem Himmel. Wie man sich vor Magen-Darm-Infektionen schützen kann, erklärt Chefarzt Dr. Erich Gmähle im nächsten Klinikgespräch am Mittwoch.

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Chefarzt Dr. Erich Gmähle klärt am Mittwoch beim Klinikgespräch über Magen-Darm-Infekte auf.  Foto: 

Beim Klinikgespräch morgen um 18.30 Uhr in der Cafeteria geht es um praktische Tipps und um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse gleichermaßen. Dr. med. Erich Gmähle, Chefarzt der Abteilung innere Medizin/Gastroenterologie am Klinikum Crailsheim, ist ein exzellenter Kenner von Magen-Darm-Erkrankungen. Besonders interessant ist das Thema "Magen-Darm-Infektionen" für Mitarbeiter in Kindertagesstätten und Schulen, für Pflegende sowie für Vielreisende.

Der Chefarzt beschreibt die enorme Bedeutung der unvorstellbar großen Zahl von Bakterien, die im Magen-Darm-Trakt unterschiedlichste Funktionen wahrnehmen: "Mehr als zwei Kilo Bakterien trägt ein Mensch im Verdauungstrakt mit sich herum", so Dr. Gmähle. Die Darmflora von Vegetariern ist anders als die von Fleischessern - und sie kann auch Einfluss darauf haben, ob ein Mensch dick wird oder nicht. Es sei auffällig, dass Kinder, die während einer natürlichen Geburt "durch Blut und Stuhl hindurchgegangen sind", eine andere Immunabwehr haben als Kaiserschnitt-Kinder, berichtet der Chefarzt. Forscher entdecken zudem immer neue und erstaunlichere Zusammenhänge zwischen den Darmbewohnern, deren Summe als "Mikrobiom" bezeichnet wird, den unterschiedlichsten Körperfunktionen und Krankheiten.

Praktisch wird es im zweiten Teil des Abends, bei dem wie immer Zeit für Fragen ist. Vorgestellt werden die Standard-Infektionen. Dazu gehört die Reisediarrhö (durch die Gifte ungewohnter Bakterien verursachter Durchfall). Besonders gefährdet und nicht "tropentauglich" sind Menschen ohne eigene Magensäure oder Patienten, die Säurehemmer einnehmen müssen.

Oft helfen bei Durchfallerkrankungen schon Bananen, Reis, Apfel und reichlich Tee (die "BRAT-Diät"). Antibiotika müssen nur gegeben werden, wenn hohes Fieber und blutiger Stuhl auftreten: Diese Patienten müssen zum Arzt.

Hochansteckende Noroviren - vor zehn Jahren fast unbekannt - treten heute epidemisch auf, vorzugsweise zwischen Weihnachten und Ostern. Es gibt (noch) keine Impfung, Antibiotika sind wirkungslos, und der Mensch wird nicht immun: "Noroviren kann man jedes Jahr wieder bekommen. Man kann nur ausreichend Flüssigkeit geben und, wenn nichts mehr drin bleibt, Infusionen", weiß Dr. Gmähle.

Das gilt auch für die Ehec-Viren-Infektion. Häufigster Infektionsweg ist hier die indirekte Übertragung etwa über Milch- und Fleischprodukte sowie mit Fäkalien gedüngtes Gemüse oder Keimlinge (Sprossen). Kontakt- oder Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch werden in Gemeinschaftseinrichtungen, in Streichelzoos und in der Landwirtschaft beobachtet.

Immer häufiger werden im Krankenhaus bakterielle Darmentzündungen mit schweren Durchfällen behandelt. Ursache ist meist die Einnahme von Antibiotika, wodurch die natürliche Keimbesiedelung geschädigt wird und sich das Bakterium Clostridium difficile explosionsartig vermehren kann. Dann müssen oft bestimmte Antibiotika gegen speziell diesen Keim verabreicht werden. Bahnbrechend könnte die "Transplantation von Spender-Stuhl" eines gesunden nahen Verwandten mit einer Sonde in den befallenen Darm sein, wird aus den USA berichtet.

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