Schubert: Das Auge des Roboters

Maschinen können sehen und begreifen, was sie sehen. Diese Art der künstlichen Intelligenz wurde bei Schubert in Crailsheim vor 30 Jahren erstmals eingesetzt. Das Unternehmen erinnert an einen Meilenstein.

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Die Väter des Bildrechners im Crailsheimer Schubert-Werk: Josef Pecht, Abdelmalek Nasraoui und Alfons Frekers (von links). Das Foto wurde in den 1980er Jahren aufgenommen. Firmenfoto

"Je intelligenter Roboter sind, desto effizienter sind sie", erklärt Dr. Abdelmalek Nasraoui. Der gebürtige Algerier kam 1986 als junger Wissenschaftler vom Kernforschungszentrum in Karlsruhe zu Schubert nach Crailsheim. "Computer können aber nur etwas, wenn man ihnen sagt, wie sie es machen sollen."

Was können die Verpackungsmaschinen, die Schubert entwickelt? Abdelmalek Nasraoui wählt das Beispiel des Verpackens von Keksen: Beim Hersteller laufen Kekse unsortiert auf einem breiten Band in die Verpackungsmaschine. Sie werden von einem Roboter erkannt, einer bestimmten Sorte zugeordnet, gegriffen und verpackt. Oder aber aussortiert, wenn sie beschädigt sind oder beispielsweise die Schokoladenverzierung nicht in Ordnung ist. Abdelmalek Nasraoui räumt ein, dass auch Menschen diese Aufgabe erledigen könnten. "Aber diese Arbeit würde den Menschen verrückt und unglücklich machen."

"Im ersten Schritt kamen CCD-Kameras zum Einsatz. Sie dienten als Augen der Roboter in der Maschinenserie Schubert Speedline, die auf der Interpack 1987 Premiere feierte", schreibt Schubert in einer Pressemitteilung. Inzwischen sind es Scanner, die die Objekte entsprechend deren Formen, Oberflächen oder Farben erfassen.

Abdelmalek Nasraoui macht deutlich, wie wichtig die Zuverlässigkeit dieser Schritte beim Vorgang des Verpackens sind: Bei diesen Sortierprozessen sei die Maschine die letzte Instanz. "Sie entscheidet, was passiert", so Nasraoui. Ob dies gelingt, stelle dann erst der Kunde fest, der daheim die Kekspackung öffnet.

"Die ersten Gespräche zwischen dem Unternehmer Gerhard Schubert und dem Institut für Material- und Festkörperforschung am Kernforschungszentrum Karlsruhe fanden im April 1984 statt. Die Forschung zur Bildinterpretation und Mustererkennung war seinerzeit eine junge Disziplin", schreibt das Unternehmen. Schubert gelang es, die beiden Wissenschaftler Dr. Abdelmalek Nasraoui und Dr. Josef Pecht zu einem Wechsel von Karlsruhe in sein Unternehmen nach Crailsheim zu bewegen. Sie bauten bei Schubert die Entwicklungsabteilung für Bildverarbeitung auf.

Den nächsten Schritt kündigt Schubert für die Fachmesse Interpack an. Im Mai in Düsseldorf stellen die Crailsheimer einen Scanner vor, der Objekte in drei Dimensionen erkennt. "Diese Technologie hebt die Qualitätskontrolle auf ein neues Leistungsniveau. Der 3D-Scanner erschließt attraktive Kontrollparameter wie Volumen, Gewicht und Stapelhöhe", erklärt das Unternehmen.

Info Die Gerhard Schubert GmbH ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit etwa 900 Mitarbeitern weltweit. Sitz ist in Crailsheim. Schubert baut Verpackungs- und Abfüllmaschinen, sowie Thermoform-, Füll- und Verschließmaschinen für Produkte jeglicher Art. Geschäftsführer sind der Gründer Gerhard Schubert sowie seine Söhne Gerald und Ralf Schubert.

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