Scholl-Grimminger-Denkmal: Stadt ehrt ihre größten Söhne

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Etwa so wie auf dieser Grafik soll die Vorderseite des Scholl-Grimminger-Denkmals aussehen: Die Verheißung namens Freiheit erstrahlt in goldenen Lettern.  Foto: 

Sie sind die wohl größten Söhne der Stadt: Hans Scholl und Eugen Grimminger, Begründer und Unterstützer der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, die sich mit Flugblättern gegen das NS-Regime auflehnte, stammen beide aus Crailsheim. Das soll im Stadtbild sichtbar werden: Bereits im April hatte der Gemeinderat die von der „Initiative Erinnerung und Verantwortung“ vorgeschlagene Errichtung eines Denkmals mit großer Mehrheit befürwortet. Zur Wahl standen zwei Entwürfe, die von den Künstlern Jörg Armbruster und Martin Burchard erarbeitet worden waren. Die Initiative entschied sich in der Zwischenzeit für den Armbruster-Vorschlag und sprach sich dafür aus, diesen auf dem Platz vor dem Jagstbrückenhochhaus zu realisieren. Dem haben die Stadträte jetzt zugestimmt.

Glaskörper auf Stahgestell

Wie soll das Denkmal aussehen? 3,60 Meter hoch soll es sein, 2,20 Meter breit und einen halben Meter tief. Die Außenflächen sollen aus zehn Millimeter dickem Sicherheitsglas bestehen. Eventuelle Schmierereien wären so leicht abwaschbar. Der Glaskörper wird von einem Stahlgestell getragen. Das Kunstwerk soll von den Farben Schwarz, Rot, Gold und Weiß geprägt sein – den Farben des demokratischen Deutschlands also, plus dem Weiß als Symbol für die „Weiße Rose“. Damit werden Folien bedruckt, die von innen am Glas angebracht werden.

Als Hintergrund vorne und auf den beiden Seiten dient der Text des fünften Flugblatts der „Weißen Rose“. Die Front wird darüber hinaus von dem Wort „Freiheit“ dominiert – womit das Streben der mutigen Widerständler klar benannt und an die letzten Worte Hans Scholls auf dem Schafott erinnert wird: „Es lebe die Freiheit!“ Die Fläche mit dieser Ein-Wort-Botschaft besteht aus drei Ebenen, sie verändert sich, wenn der Betrachter sich bewegt.

Oben – nur aus der Vogelperspektive und vom Jagstbrückenhochhaus aus zu lesen – steht das Wort „Mut“, auf den Seitenteilen sind eine Rose und der Satz „Wir schweigen nicht!“ zu sehen. Auf der Rückseite des Kunstwerks sind Hans Scholl und Eugen Grimminger abgebildet, zwei kurze Erklärtexte bringen den Betrachtern ihre Bedeutung näher. Zwischen den Porträts soll eine vergoldete Halbkugel aus Aluminium angebracht sein, die von der Sonne zum Leuchten gebracht werden soll. „Es gleicht einem Auge oder Scheinwerfer und soll die Menschen dazu animieren, näherzukommen“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage für die Crailsheimer Stadträte.

Es fallen Kosten in Höhe von 37 400 Euro an. 20 000 Euro gibt die Stadt, der Rest muss aus Spenden bestritten werden.

Denkmal als Denkanstoß

Die Stadträte, die sich in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag zu Wort meldeten, nutzten die Gelegenheit, um sich für das Engagement der Initiativgruppe zu bedanken. Wolfgang Ansel (SPD) äußerte sich auch zum Standort des Denkmals: Er verbinde damit die Hoffnung, dass über die Gesamtgestaltung des Platzes nachgedacht werde. „Das könnte ein Denkanstoß in diese Richtung sein“, so Ansel. Ähnlich äußerte sich Charlotte Rehbach (Grüne): „Wir können uns vorstellen, dass der Platz durch das Denkmal aufgewertet wird.“ Eine ansprechendere Gestaltung des Platzes um das Denkmal herum ist tatsächlich ein Wunsch, den die Initiativ­gruppe bereits kommuniziert hatte.

Fertig sein soll das Kunstwerk am 22. September 2018. Dann nämlich jährt sich der Geburtstag Hans Scholls zum 100. Mal.

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