Sanfter Eingriff ist Goldstandard

"Falls wir operieren müssen, dann ist es bei uns ein sanfter Eingriff mit kleinen Schnitten", betont Dr. med. Ralf O. Adrion, der Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum in Crailsheim.

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Dr. med. Ralf Adrion, Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe, erklärt beim Klinikgespräch sanfte OP-Verfahren am Beckenboden. Foto: Knut Siewert

Beim Klinikgespräch morgen um 18.30 Uhr in der Cafeteria des Klinikums stellt er für drei Schwerpunktbereiche die minimal-invasive Therapie vor: Brust und Achsellymphdrüsen, Gebärmutter sowie Senkung und Blasenschwäche sind seine Themen.

Organerhalt, wo immer das möglich ist, weniger Schmerzen, schnellere Heilung und deutlich bessere kosmetische Ergebnisse als beim "großen" Eingriff sprechen für eine sanfte, endoskopische Operation. "So viel wie nötig, so wenig wie möglich - das ist unser Grundsatz", betont Dr. Adrion. Offene Operationen sind heutzutage nur beim Kaiserschnitt und bei Eierstockkrebs medizinisch notwendig.

"Ein Glücksfall für unser Haus", so Dr. Adrion, ist die enge Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Fachärztin für Nuklearmedizin Dr. med. Marion Jauch. Sie führt den Gynäkologen beim Aufspüren des sogenannten Wächterlymphknotens mittels Kontrastmittel und Gammasonde an die richtige Stelle in der Achselhöhle. Finden sich im minimal-invasiv entfernten "Sentinel" (Wächter) keine verschleppten Krebszellen eines Brusttumors, können alle anderen Lymphknoten in der Achselhöhle erhalten werden, denn sie sind dann in aller Regel ebenfalls tumorfrei. Zur Untersuchung von Brustknoten setzt Dr. Adrion auf die ebenfalls minimal-invasive "Stanz-Biopsie", bei der durch einen winzigen Schnitt ultraschallgeführt eine Gewebeprobe entnommen wird.

Winzige Narben anstelle eines großen Bauchschnitts: Das ist bei einer Teilentfernung der Gebärmutter im Klinikum Crailsheim Standard. "Die Weiblichkeit bleibt", betont Dr. Adrion, wenn der Gebärmutterhals und Eierstöcke bei der fast narbenfreien Schlüsselloch-Operation erhalten werden.

"Ein verborgenes Leiden" ist die Beckenbodensenkung und Blasenschwäche. "Aber Inkontinenz muss man heute nicht mehr einfach hinnehmen", betont der Chefarzt. Mit sanften, jeder einzelnen Patientin angepassten Operationsverfahren lassen sich die Ursachen beheben. Schließt die Blase nicht mehr richtig, wird mit einem Harnröhrenbändchen Abhilfe geschaffen. Bei einer Senkung wird der Beckenboden mit federleichten, hoch-reißfesten Bändchen beidseits am Beckenring spannungsfrei befestigt. "Das Bändchen, das wir verwenden, wandert nicht durch die Scheidenhaut und führt dort nicht zu Narben", betont Dr. Adrion. Dieser "Lösungsweg" sorgt dafür, dass sich Frauen auch in Gesellschaft oder beim Sport wieder ungezwungener bewegen können.

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