Rund-um-Service weiter abgerundet

Würth errichtet derzeit ein bundesweites Netz an Paket-Abholstationen. Der Branchenprimus in Sachen Montage- und  Verbindungstechnik und baut damit seinen Multikanalvertrieb weiter aus.

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Dass Würth in Sachen Montage- und Befestigungstechnik in den zurückliegenden drei Jahrzehnten zur weltweiten Nummer 1 aufgestiegen ist, verdanken die Künzelsauer wohl vor allem dem Umstand, dass Firmenpatriarch Reinhold Würth in Anlehnung an seinen Vater stets die Nähe zu den Kunden vor Ort suchte und dabei den Direktvertrieb immer weiter perfektionierte. Dass fast jeder zweite Arbeitsplatz im Konzern von einem Außendienstmitarbeiter besetzt wird, ist wohl der sichtbarste Ausdruck dieser bis heute gültigen Firmenphilosophie. Zur Zeit zählt das Unternehmen über 31 000 festangestellte Verkäufer.

Doch längst hat der Weltmarktführer die Ansprache an seine Kunden auf mehrere Beine gestellt. Bereits vor sechs Jahren kündigte der Sprecher der Konzernführung Robert Friedmann auf der Bilanzpressekonferenz  an, dass der Handelskonzern „den klassischen Vertrieb mit den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters verbinden will“. Das Fachwort lautet „Multichannel“ und meint den Mehrwege-Vertrieb. Neben den Beratern und dem branchengängigen Telefonverkauf hat Würth seinen elektronischen Zugang konsequent erweitert. Längst sind alle 125 000 Produkte über das Internet oder dessen mobile Anwendungen, wie etwa die Würth-App, abrufbar und werden binnen 24 Stunden ausgeliefert. Daneben können die Kunden natürlich auch eine der 430 Niederlassungen und Filialen anfahren. Hier knüpft der Handelskonzern die Verbindung von Digitaltechnik und direktem Zugang noch enger. Seit wenigen Tagen wird ein bundesweites Netz an Paket-Abholstationen an strategisch wichtigen Standorten, den 430 Niederlassungen und auf wichtigen Baustellen installiert. Im Nachgang soll das System dann in Europa und später auch in allen Filialen der mehr als 400 Würth-Gesellschaften in mehr als 80 Ländern eingeführt werden. Zu den Kosten für das neue Angebot macht  der Konzern keine Angaben. Unter den ersten fünf Standorten, die noch in diesem Jahr mit der neuen Station ausgerüstet wurden, ist natürlich auch der Stammsitz, die Adolf Würth GmbH & Co.KG (AWKG) in Künzelsau-Gaisbach. In Heilbronn-Franken ist die AWKG mit acht Niederlassungen vertreten.

Die Stationen sind mit dem sogenannten „ParcelLock-System“ ausgestattet und sind Teil des „Click & Collect-Services“ von Würth. Die Kunden können über die Abholstationen im Internet vorbestellte Produkte aus dem gesamten Sortiment auch außerhalb der Öffnungszeiten an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr in Empfang nehmen. In der derzeit laufenden Pilotphase wird beobachtet, wie die Paketstationen angenommen werden und welcher Typ sich anbietet. Die Modelle reichen von Varianten mit acht bis 20 Fächern in vier unterschiedlichen Größen.

Würth will sich damit eine Reihe von Vorteilen gegenüber reinen Onlinebestellungen erschließen. Da die Ware vor Ort abgeholt wird, entfallen die üblichen Versandkosten. Laut einer Studie der Hauptgrund, warum der Service besonders geschätzt wird. Zudem können gerade auch Geschäftskunden die Sendungen nicht immer persönlich in Empfang nehmen und „die Selbstabholung“  ist meist auch schneller als der Versand. Auch ist der Kontakt direkter. Während beim Onlinehandel häufig keine Beratung gegeben ist, kann der Kunde die Ware begutachten und sich obendrein in der Filiale über weitere Produkte und Dienstleistungen informieren. Thomas Wahl, Geschäftsleitung Logistik der AWKG: „Unsere Kunden stehen permanent unter Zeitdruck, sind in ihre Projekte eingebunden und unentwegt auf ihren Baustellen unterwegs. Mit diesem Service bieten wir eine hohe Flexibilität und wollen damit auch unsere Rolle als Serviceführer weiter ausbauen.“

Mit dem neuen Paketsystem will der Handelskonzern natürlich auch sein Geschäft ankurbeln. In ersten sechs Monaten dieses Jahres erzielte die Würth-Gruppe einen Umsatz von 5,9 Milliarden Euro. In Summe wird der Konzern wohl an die Zwölf-Milliarden-Marke rücken.

Das Unternehmen ParcelLock vermarktet einen sicheren und anbieterneutralen Zugang zu Kästen und Kastenanlagen für den Empfang sowie den Versand von Paketen. Die ParcelLock GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main wurde im August vergangenen Jahres als Gemeinschaftsunternehmen von den drei Paketdiensten DPD, GLS und Hermes gegründet, die auch Gesellschafter sind. Hersteller der Paketkästen ist die Firma Burg-Wächter aus Wetter-Volmarstein, ein international führender Hersteller  von Briefkästen, Tresoren und Sicherungssystemen.

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