Rückblick: Als die Fahrt 30 Pfennige kostete

Zum Jubiläumsjahr gab es im Zelt der Schausteller eine kleine, aber feine Ausstellung mit vielen historischen Jahrmarktutensilien.

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Abseits des Rummels besteht heute noch einmal  Gelegenheit, in Kindheitserinnerungen zu schwelgen, historische Karussellfiguren zu bestaunen und sich an die Zeiten zu erinnern, als die Fahrt damit noch dreißig Pfennige kostete, wie es ein Preisschild aus den 1960ern ankündigte.

Die Gerätschaften sind  allesamt Leihgaben aus dem Fundus alteingesessener Schaustellerbetriebe, die seit Generationen aufs Crailsheimer Volksfest kommen. Große Schautafeln entlang der Zeltwände geben ausführlich Auskunft über die Geschichte der Schaustellerfamilien Diebold, Noli, Kalb und Hartnagel, sowie über die Verbandsgeschichte der reisenden Schausteller und Händler in Süddeutschland.

Das imposanteste Exemplar nostalgischer Jahrmarkttechnik hat Johannes Braun aus Nürnberg mitgebracht: Eine prächtige acht Meter breite und fünf Meter hohe historische Kirmes-Konzertorgel aus den 1920erJahren. Nur drei davon seien weltweit gebaut worden, erzählt ihr stolzer Besitzer. Mehr als 400 Musikstücke kann sie abspielen, sämtliche Märsche und viele Operetten kann sie zum Erklingen bringen.

Die Noten für die mit Blasebälgen erzeugten Töne werden vorgegeben durch die Lochfolgen auf den Papierrollen, die fein säuberlich und von Hand beschriftet  hinter der prunkvoll gestalteten und bunt beleuchteten Ornamentfassade aufgereiht sind. Das gute Stück diente früher nicht nur zur musikalischen Begleitung der Karussellfahrten, sondern bot vor der Erfindung des Grammophons auch ein schönes Konzert.

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