Rechtskunde-Professor klärt im HT-Forum über Vollmachten und Verfügungen auf

Er hat es wieder getan! Der Rechtskunde-Professor aus Marburg mit Anwaltskanzlei in Frankfurt, Dr. Edgar Weiler, erwies sich jetzt im HT-Forum erneut als brillanter Unterhalter und Vermittler schwerer Kost.

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  • Dr. Edgar Weiler hielt im HT-Forum einen kurzweiligen Vortrag über ein trockenes Thema wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. 1/2
    Dr. Edgar Weiler hielt im HT-Forum einen kurzweiligen Vortrag über ein trockenes Thema wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Foto: 
  • Vortrag Vorsorgemaßnahmen durch Vollmachten der Deutschen Vermögensberatung im HT-Forum mit (v.l.) Anton Leis, Seydan Eslikizi, Davor Stokom, Referent Prof. Dr. Edgar Weiler und Peer Leyh (HT) 2/2
    Vortrag Vorsorgemaßnahmen durch Vollmachten der Deutschen Vermögensberatung im HT-Forum mit (v.l.) Anton Leis, Seydan Eslikizi, Davor Stokom, Referent Prof. Dr. Edgar Weiler und Peer Leyh (HT) Foto: 
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Wie soll man auch umgehen mit einem Thema, das sich um den eigenen Todesfall, um Koma und geistige Umnachtung dreht? Das kann man knochentrocken abhaken. Oder man kann die Wechselfälle des Lebens wie Edgar Weiler mit einer gewissen Nonchalance locker-flockig in Angriff nehmen. "Früher an Später denken" war der Vortragsabend übrigens überschrieben.

Der Justiziar der Deutschen Vermögensberatung, die als Veranstalter des Vortragsabends im Haus des Hohenloher Tagblatts auftrat, bot mit seinen charmanten Sottisen und humorigen Einlagen einen unterhaltsamen Abend und geizte dennoch nicht mit wichtigen Infos zu Reizfeldern wie Patiententestament, Generalvollmacht und Betreuungsverfügung. Eines dürfte am Mittwoch sogar dem Letzten klar geworden sein: Wer seine "letzten Dinge" nicht regelt - und damit ist nicht das Testament gemeint -, überlässt dieses ungeliebte, aber nötige Geschäft "Dr. Zausel", um mit Weiler zu sprechen. Dr. Zausel, das ist der amtlich bestellte offizielle Betreuer. Früher wurde er "Vormund" genannt.

"Will ich das überhaupt?"

Dann doch lieber eigene Entscheidungen treffen, folgerte der Referent, "aber bitte die richtigen". Und das ist oft schwer genug, denn wem soll man vertrauen, wenn es etwa ums eigene Vermögen geht? Wer erhält die Generalvollmacht, um die Geschäfte weiter zu tätigen, ohne sich vorschnell aus dem Staub zu machen? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit per Patientenverfügung sichergestellt ist, dass Bevollmächtigte die Bedürfnisse des nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten befriedigen - und so etwa lebensverlängernde Maßnahmen, wie gewünscht, verweigern? Denn: "Die Mediziner sind in jedem Fall verpflichtet, Leben zu erhalten - da startet ohne anderslautende Verfügungen das komplette Programm." Unabhängig davon streifen die Antworten auf derlei Fragen mehr als nur die Grenzen von Ethik und Religion: "Will ich das überhaupt?"

"Raus" sind allemal die Angehörigen, wenn nichts anderes geregelt ist, weiß Dr. Weiler. Das gilt übrigens auch im Fall von minderjährigen Kindern. Auch für sie ist im Fall der Fälle offiziell der gerichtlich bestellte Betreuer zuständig - und nur der: Dr. Zausel eben. Nicht die nächsten Verwandten. "So was sollte unbedingt geregelt werden", findet der Anwalt. Womit er zweifellos richtig liegt.

Als springender Punkt erwies sich bei diesem zweiten Vortragsabend über Vorsorgemaßnahmen (Auftakt war im September ebenfalls im HT-Forum) die Frage, wo und wie die Ärzteschaft erfahren kann, dass überhaupt Vollmachten erteilt wurden. Edgar Weiler verwies auf die Stiftung Vorsorge-Datenbank in Dresden, wo Hinweise auf den Aufbewahrungsort von Vollmachten hinterlegt werden können. Es stehen aber auch andere Datenbanken bereit, die Bundeszentralstelle der Patientenverfügung etwa oder das Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer in Berlin.

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