Positiv für Schüler und Träger

Drei Jahre dauert die Praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher (Pia), die die Eugen-Grimminger-Schule in Kooperation mit der Fachschule Schwäbisch Hall anbietet.

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Drei Jahre dauert die praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher (Pia), die die Eugen-Grimminger-Schule in Kooperation mit der Fachschule Schwäbisch Hall anbietet. Der Unterschied zur traditionellen Erzieherausbildung: Die Auszubildenden werden vom Träger bezahlt und sind drei Tage die Woche in der Einrichtung.

„Die Verzahnung von Theorie und Praxis ist in diesem modernen Ausbildungsmodell zusammengefasst“, umreißt Fachbereichsleiter Thomas Berdau die Ausbildung. Für die Schüler ist es, obwohl sie Geld verdienen, eine deutliche Mehrbelastung, müssen sie die theoretische Ausbildung in der Schule, mit Klassenarbeiten, Referaten, et cetera doch parallel zur praktischen Arbeit in der Einrichtung leisten, die oft auch Vorbereitung erfordert. Ferien haben sie keine, sondern ihnen stehen wie jedem Arbeitnehmer Urlaubstage pro Jahr zu. „Das ist schon eine Herausforderung, doch Schüler und Träger haben etwas davon“, betont Berdau. Eine, die nach dem ersten Jahr von der traditionellen Ausbildungsschiene zu Pia gewechselt ist, ist Marie Kappeller. Sie ist mittlerweile im zweiten Jahr und sagt: „Pia ermöglicht einem in der Praxis, mehr von dem Gelernten auszuprobieren und umzusetzen. Es ist zwar alles etwas anstrengender und gestraffter, doch ich bereue den Schritt nicht.“

Auch Klassenkameradin Lisa Marten bewertet die Kombination von Praxis und Theorie durchweg positiv: „Die Abwechslung ist schön. Man freut sich wieder auf die Schule, wenn man in der Einrichtung ist und umgekehrt. Außerdem wissen die Kinder genau, wann wir wieder da sind.“

Voraussetzung für diese abwechslungsreiche Art der Ausbildung ist allerdings, dass die potenziellen Auszubildenden einen Träger finden, der die Ausbildung finanziert und in Kauf nimmt, dass sie nur an drei Tagen in der Woche in der Einrichtung als Arbeitskraft zur Verfügung stehen. „Gerade kleine Gemeinden können sich Pia einfach nicht leisten, und nicht jeder Träger ist bereit, das Geld zu investieren, obwohl jeder Träger, der neu dazukommt diesem Ausbildungskonzept Stabilität garantiert“, so Berdau.

16 Schüler müssen sich für Pia melden, ergo 16 Träger müssen gefunden werden, damit die Klasse zustande kommt. Damit keine Konkurrenz innerhalb des Landkreises entsteht und das Konzept nicht daran scheitern kann, kooperieren die beiden Schulen in Schwäbisch Hall und Crailsheim, indem sie Pia abwechselnd anbieten. Im nächsten Schuljahr startet wieder eine Klasse in Crailsheim. Zudem werden die Klassen aufgefüllt mit Teilzeitauszubildenden, die den gleichen Theorieanteil leisten müssen.

Annegret Junginger-Jecho, die in der Pia-Klasse unterrichtet, hat außerdem beobachtet: „Die Pia-Schüler sind hochmotiviert. Hier sitzen keine Schüler im Unterricht, die sich von der Ausbildung erholen wollen. Sie haben nicht mehr das reine Schülerdenken, weil sie Geld verdienen und es gut machen wollen für sich und den Träger.“ Ihrer Meinung nach profitieren vor allem die Träger von dem Ausbildungskonzept, da sie nicht nur Fachkräfte bekommen, die in der Einrichtung wachsen: „Mit Pia werden Innovationen aus der Ausbildung viel schneller in die Einrichtungen getragen als auf dem traditionellen Weg.“ Wer dann auch noch ein paar Stunden Mathematik die Woche aushalten kann, wird am Ende nicht nur mit einer abgeschlossenen Erzieherausbildung belohnt, sondern erhält obendrein noch die Fachhochschulreife.

Info Ausführliche Infos zu Pia unter www.eugen-grimminger-schule.de

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