Pilgern auf dem Jakobsweg kann man auch von zu Hause aus

Mal verschnaufen. Mal dem Alltag entfliehen. Das ist ganz einfach. Man muss nur den Rucksack und die Wanderschuhe packen und aus der Haustüre treten.

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Die Jakobsmuschel ist das Symbol für den Jakobsweg. Die Pilger brachten sie im Mittelalter als Zeichen zurück, wirklich in Santiago gewesen zu sein.  Foto: 

„Ich bin dann mal weg“, schrieb Hape Kerkeling in seinem Bestseller über den Jakobsweg, und die Pilgerzahlen explodierten. Im Jahr nach Erscheinen des Buchs stiegen sie um mehr als das Doppelte – das war der „Kerkeling-Effekt“. Mittlerweile hat der Run etwas nachgelassen, aber dennoch ist der Camino Francés, der spanische Teil des Jakobswegs, mittlerweile gut erschlossen und international.

Sofort loslaufen

Vor allem die letzten 100 Kilometer sind stark frequentiert, das berichtet auch Britt Windmüller aus Gaildorf, die vor genau einem Jahr vom Camino Francés zurückgekommen ist. „Ich habe dann das Gefühl ein bisschen bewahren wollen und bin auch hier ein paar Etappen des Jakobswegs gewandert“, sagt die Homöopathin aus Gaildorf. „Wieder alleine. Das war sehr schön.“ Man sollte eigentlich sofort loslaufen, meint sie. „Jetzt ist gerade die schönste Zeit dafür. In Spanien und auch hier.“

Denn das ist möglich: Denn auch in unserer Gegend gibt es den Jakobsweg, und wer geruhsam pilgern will, der ist hier gut aufgehoben. Es führen viele Wege nach Santiago, ganz Europa ist durchzogen von diesen uralten Wegen. Und das ist wörtlich zu verstehen: Oslo, Budapest oder Zagreb liegen am Jakobsweg, was die europäische Dimension dieses Wegenetzes zeigt. Der Camino Francés und vier französische Hauptlinien, die schon im Mittelalter beschrieben wurden, gehören heute sogar zum Weltkulturerbe.

Los geht's in Rothenburg

Die Region Hohenlohe wird gleich von zwei Hauptlinien durchquert: Eine führt von Rothenburg ob der Tauber südwestlich über Schrozberg, Langenburg, Braunsbach nach Schwäbisch Hall und weiter über Tullau nach Murrhardt. Eine weitere Hauptlinie – der sogenannte fränkisch-schwäbische Jakobsweg hält sich von Rothenburg aus südlich und führt über Brettheim, Wallhausen, Crailsheim, Frankenhardt und ab Ellwangen in zwei Routen über die Alb nach Ulm.

Aber Achtung: Der Jakobsweg ist der einzige Wanderpfad, der in nur eine Richtung ausgeschildert ist – die Muschel zeigt in Richtung Santiago und die Schilder sind so angebracht, dass man sie auf dem Hinweg sieht. Auch daran sieht man, dass der Weg kein reiner Wanderweg ist, sondern immer auch eine spirituelle Komponente hat.

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