Neues Stück fusst auf altem Lied

Mit besonderem Konzert eröffnet Stadt­kapelle den Reigen der adventlichen Veranstalt­ungen in Crailsheim.

|

Dekan i. R. Dr. Winfried Dalferth führte zum Konzertmotto aus: „Im Advent bereiten wir uns vor auf die Begegnung mit dem Kind in der Krippe. Zudem ist der Aufbruch ins Gedenkjahr ‚500 Jahre Reformation‘ angesagt.“ Crailsheim sei zur „Reformationsstadt Europas“  ernannt worden.

Die Crailsheimer Stadtkapelle unter der Leitung von Franz Matysiak hat ihr Konzert unter dieses Leitthema gestellt. Vier Werke standen dabei im Mittelpunkt. Dazu gehörte die Uraufführung von Professor Hermann Pallhubers „Momentum Profectionis“, eigens für die Stadtkapelle angesichts des Reformationsjahres geschrieben. Pallhuber verweist im erweiterten Titel auf den Reformator: „Luthers Aufbruch in eine neue Zeit“. Die Komposition beruht auf dem Kirchenlied „Christ fuhr gen Himmel“. Das, so Dalferth, „vorreformatorische“ Lied entstand 1480 in Crailsheim: „Das Lied nahm, ausgehend von diesem Ort mit damals Lateinschule und Johanneskirche, seinen Weg hinaus in die deutschen Lande und in die Gesangbücher.“ Und es kehre nun mit der neuen Komposition gewissermaßen an seinen Ursprungsort zurück.

Monumental wirkte Pallhubers Einleitung, der nach Ausklingen das Thematisieren der Kirchenliedmelodie folgte. Er beleuchtet sie klangfarblich, indem er sie, des Öfteren mit marschartigen Rhythmen unterlegt, durch die Instrumentenstimmen des Blasorchesters wandern lässt. Die Stadtkapelle unterstrich dies durch einen schön durchhörbaren Orchesterklang.

Musikschulleiterin beeindruckt

Noch vor der Uraufführung waren Kompositionen zum Thema Zivilcourage zu hören. Dazu gehörte Oskar Schindler, der viele Juden vor dem Tod rettete. Die Musik zu Steven Spielbergs Film über diesen Mann hatte John Williams geschrieben. Dr. Alexandra Hänisch, die neue Leiterin der städtischen Musikschule, hat sie in ihrem Violinsolopart innig wiedergegeben, einfühlsam vor allem von den Klarinetten und Bassklarinetten begleitet. Schon zu Otto Schwarz‘ auch stark an Filmmusik erinnernde sinfonische Dichtung „Die Geschichte der Anne Frank“ war Hänisch anrührend auf ihrem Instrument zu hören. Aram Chatschaturjans „Spartacus“-Ballett gehörte als viertes Werk unter das Thema des Abends. Die Stadtkapelle bot den rund 600 Zuhörern in der Johanneskirche sinfonisches Klangschwelgen. Eingerahmt wurden diese Werke durch Anton Bruckners „Ecce sacerdos“ und einem „Greensleeves“-Arrangement von Alfred Reed, beide Werke zwischen brillantem Blech­bläserklang und weich getönten Holzbläsern.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Zirkus Manuel Weisheit gastiert mit Tigern in Saurach

Gastspiel: Nach dem Volksfest ist vor dem nächsten Spektakel: Der Zirkus Manuel Weisheit präsentiert drei Shows in Saurach – mit sibirischen Tigern. weiter lesen