Neues Merlins-TV-Team berichtet live von jedem Heimspiel in der Arena Hohenlohe

Wer die Merlins kennt und liebt, den trifft es hart, wenn er die Heimspiele nicht vor Ort in der Arena Hohenlohe verfolgen kann. Um aber die Stimmung aus der Stierkampf-Arena den Zuschauern zu Hause vor den Bildschirmen einigermaßen näherbringen zu können, dafür sorgt das Stream-Team vom Merlins-TV.

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Vor rund sieben Jahren wurde die Idee eines Livestreams ins Leben gerufen. „Wir hatten ja sowieso schon eine Kamera am Anschreibetisch stehen, wieso dann nicht auch eine Übertragung ins Internet“, sagt Teamleiter Sebastian Weiß aus Crailsheim. Damals bestand das Team nur aus wenigen ehrenamtlichen Helfern, und auch das Equipment war teilweise privat oder vom Inventar des Vereins.

Mit jeder weiteren Saison ist das Team gewachsen, aber auch die Technik wurde immer professioneller. „Wir haben sogar eine Software entwickelt, um die Statistiken am Rand des Livestreams einblenden zu können“, erklärt Sebastian Weiß, der beruflich in einem IT-Unternehmen tätig ist.

Mittlerweile ist der 33-Jährige der Einzige, der vom ursprünglichen Stream-Team noch übrig geblieben ist. „Wir haben vor der Saison einen kleinen Aufruf im Netz gestartet, um neue Mitglieder zu finden“, sagt Weiß. Dadurch entstand ein komplett neues Team, bestehend aus 15 Ehrenamtlichen zwischen 13 und 40 Jahren, darunter vier Azubis der Media Resource Group aus Crailsheim. 

Jeder im Team habe unterschiedliche Fähigkeiten, zusammen  könne man viel daraus machen. „Unser Jüngster spielt in seiner Freizeit zum Beispiel gerne NBA auf der Konsole und kommentiert dabei dann auch seine Spiele“, sagt Weiß. Aus diesem Grund wurde der Schüler zu einem Teil des Kommentatoren-Teams.
Nicht alle Helfer wohnen momentan in Crailsheim. „Wir haben auch ein paar Leute im Team, die woanders arbeiten oder studieren und uns dann von daheim aus mit Videoschnitten oder der Vorbereitung für die Interviews unterstützen“, erklärt Teamleiter Weiß. Auch wenn die Altersspanne der Mitglieder relativ groß ist, hoffe Sebastian Weiß, dass das neue Team im Laufe der Saison immer weiter zusammenwachse. Auch wenn man als ehrenamtlicher Helfer so gut wie nie Feierabend habe, zähle doch der Spaß an der Arbeit und das Miteinander: „Das macht nämlich die Merlins aus.“

In der ersten Basketball-Bundesliga übernahm die Telekom die meisten Aufgaben wie Spielübertragung und Interviews nach der Partie. Ab der Saison 2017/18 wird es auch in der zweiten Bundesliga Pflicht sein, einen Livestream zu betreiben. Das Ziel vom Merlins-TV ist es, den Fans auch in der Pro A eine genauso hochwertige Übertragung der Heimspiele zu liefern. Möglich macht dies eine Kooperation mit der airtango AG des Crailsheimer Unternehmers Steffen Knödler.

Zur neuen Ausstattung zählen neben den sieben Kameras mit hochauflösender Qualität auch Stativwesten für eine saubere Kameraführung ohne Verwackeln, Korbkameras sowie mehrere Funkgeräte zur Verständigung zwischen Kampfgericht, DJ-Pult und Regie. „Wir können jetzt sogar in Zeitlupe filmen oder bestimmte Szenen für Highlight-Videos wiederholen“, sagt Weiß. Es werde einen festen Ablaufplan geben, damit vor jedem Heimspiel eine gewisse Routine ins Team komme und der Livestream eine Viertelstunde vor Sprungball beginnen könne. In Zukunft sollen auch Pressekonferenzen, Interviews mit Spielern, Trainern und Fans und zudem die Gesprächsrunden aus der VIP-Lounge online übertragen werden.

Damit die Fans noch mehr Einblicke bekommen, werden die Kamerateams auch zwischen den Spieltagen und außerhalb der Arena Hohenlohe unterwegs sein: „Es ist geplant, beispielsweise einen Spieler auch einmal im Alltag zu begleiten oder einen Sponsor zu besuchen“, verrät Sebastian Weiß. Dazu werden verschiedene soziale Netzwerke genutzt, um auch die Reichweite der Crailsheim Merlins zu erweitern.

Auch schon vor dem Start der kommenden Saison war das Stream-Team vom Merlins-TV fleißig unterwegs: Die Spieler wurden am Rande des Media-Days gefilmt, lustige Sprüche einstudiert und kleine Videoclips gedreht. Die Zuschauer dürfen sich also über diverse Clips der Basketballer freuen.

Livestream online unter: merlins.airtango.de

 

Zum Spiel

Die Crailsheim Merlins und die MLP Academics Heidelberg sind jeweils mit einem Sieg in die Pro-A-Saison 2016/17 gestartet. Crailsheim siegte in Nürnberg 79:74, Heidelberg 76:72 in Hanau. „Ich bin durchaus zufrieden. Es ist ja irgendwie eine alte Weisheit, dass der erste Sieg am schwierigsten ist. Dass dies direkt auswärts in Hanau gelingt, stimmt mich positiv“, erklärt Academics-Trainer Branislav Ignjatovic (Foto). „Insgesamt war unsere Vorstellung nicht erste Sahne. Wir haben sehr nervös agiert, hatten eine schlechte Wurfquote und uns deshalb sehr schwer getan. Defensiv bin ich sehr zufrieden – dort lief sogar vieles sehr gut. Offensiv haben wir aber noch viel Potenzial.“

Ähnlich äußert sich Ingo Enskat, der sportliche Leiter der Merlins, über den Auftritt seines Teams in Nürnberg. „Es war ein typisches Auftaktspiel, mit guten und schlechten Situationen.“ Wie bei Heidelberg sei auch die Verteidigungsleistung in Ordnung gewesen, aber im Angriff habe Crailsheim in der ersten Halbzeit „eine Unzahl an offenen Würfen ausgelassen“. Das mache schnell mal bis zu 20 Punkte aus, die weniger auf der Anzeigetafel erscheinen.

Gegen den „brutal angeschlagenen Gegner“ mit kleiner Achter-Rotation und drei Nachwuchsspielern sei als klarer Favorit die Spannung beim Aufwärmen schon raus gewesen. Alles reine Kopfsache, sagt Enskat. „In der zweiten Hälfte war unser Spiel dann solide. Tuomas (Trainer Iisalo; Anm. d. Red.) hat in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden.“ Enskat erklärte, sein Trainer-Herz habe in der ersten Hälfte mit Iisalo mitgelitten.
Gegen Heidelberg erwartet Enskat einen harten Kampf, „aber das wollen die Zuschauer ja sehen“. Der sportliche Leiter glaubt, dass sich die Gäste im oberen Drittel der Tabelle einfinden werden. „Mit einer ausgeglichenen Bilanz am Ende der Saison wäre ich zufrieden. Zudem wäre es toll, wenn wir es in die Play-offs schaffen“, erklärt Academics-Trainer Ignjatovic.

Mit dem erfahrenen Center Phillipp Heyden (28; 159 BBL-Spiele) hat Heidelberg „eine richtige Kante unter dem Brett“, wie Enskat sagt. „Für mich ist Phillipp ein zentraler Spieler in unserem System. Auf der anderen Seite hat Crailsheim auf den großen Positionen gleich zwei bis drei solcher zentralen Spieler“, betont Ignjatovic. „Wir müssen über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen.“ Auf den Gegner hält er große Stücke: „In Crailsheim sind hervorragende Voraussetzungen für die BBL vorhanden. Sie spielen um den Aufstieg mit – alles andere wäre meiner Meinung nach zu schlecht für die Merlins.“     

 

JOACHIM MAYERSHOFER

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Kommentare

30.09.2016 13:18 Uhr

Kosten?

Und mit was für kosten muss der Endverbraucher rechnen oder wird dies kostenlos zur Verfügung gestellt?

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30.09.2016 13:17 Uhr

Kosten

Und mit was für kosten muss der Endverbraucher rechnen oder wird dies kostenlos zur Verfügung gestellt?

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