Nachwuchssorgen bei den Störchen: Heuer keine Küken für Crailsheim

Das Wetter hat die Störche in diesem Jahr hart getroffen, und zwar sowohl in Crailsheim als auch in Baden-Württemberg, sagt Storchenbeauftragte Ute Reinhardt im Gespräch mit dem Hohenloher Tagblatt.

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    Aus den vier Eiern werden wohl keine Küken mehr schlüpfen... Foto: 
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    Nicht nur wegen der vier tauben Eier in Crailsheim ist für Storchenexpertin Ute Reinhardt das aktuelle Storchenjahr »katastrophal«. Foto: 
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Crailsheim wartet noch immer auf „seine“ Storchenküken. Gibt’s noch Hoffnung?

UTE REINHARDT: Oh je, wenn jetzt noch keine Küken geschlüpft sind, dann schlüpfen sie auch nicht mehr. Das ist wirklich sehr schade.

Kann man einen Grund erahnen?

Schwer zu sagen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Es gab ja Fremdstörche ums Nest. Es kann sein, dass die brütenden Störche dadurch so stark gestört wurden, dass sie zu lang vom Gelege aufgestanden sind. Es kann auch sein, dass die Eier verpilzt sind.

Und Gift?

Natürlich, das kann auch mal sein, wenn die Eltern zum Beispiel vergiftete Mäuse fressen. Manchmal habe ich den Verdacht, aber es ist sehr schwer nachzuweisen.

Wie geht es in Crailsheim jetzt mit den Störchen weiter?

Die Alten werden weiter brüten und irgendwann aufgeben. In diesem Jahr habe ich festgestellt, dass die Eltern unheimlich lange auf den tauben Eiern sitzen geblieben sind.

Dann gab es Gelege ohne Küken also schon öfter mal?

Ja, das gibt’s immer wieder. In diesem Jahr besonders. Manche Störche legen ihre Eier ja schon Ende März, und da lag noch Schnee. Wenn die Eier dann nicht regelmäßig gewendet werden, sind die Gelege gefroren. In meinem Bereich sind von sechs der frühen Gelege fünf nicht durchgekommen.

Wie war das Storchenjahr überhaupt?

Bis letzte Woche ging's noch, aber seit dem Wochenende muss ich sagen: katastrophal!

Haben Sie Zahlen?

Nein, noch nicht, aber ich fahre derzeit zum Beringen und hoffe, dass ich nicht nur tote Küken in den Nestern finde. Ich bin am Wochenende bei drei Nestern in meiner Nachbarschaft gewesen, dort saßen jeweils vier Küken. Von denen hat nur noch eines gelebt. Da kann man echt depressiv werden. Am Freitag bin ich zum Beringen in Jagstheim. Ich hoffe, dass das Küken noch lebt.

Woran lag es?

An der Kälte und am Dauerregen. Wenn die Störche nur ein oder zwei Küken zum Wärmen haben, und die dazu noch relativ klein sind, dann können sie sie vielleicht ausreichend wärmen. Aber sobald die Küken nicht mehr alle unter den Altvogel passen, dann wird’s schwer.

Das hätte dann ja wohl auch für Crailsheim gegolten.

Ja, in Crailsheim hätten es ja vier Küken sein können. Sie hätten nicht den Hauch einer Chance gehabt.

Kommt das Crailsheimer Paar im nächsten Jahr wieder?

Das ist schwer zu sagen. Oft wechselt das Weibchen den Horst, wenn sich kein Bruterfolg eingestellt hat.

War’s das dann mit Störchen in Crailsheim?

Nein, da würde ich die Hoffnung nicht aufgeben. Das Männchen kommt ja vielleicht wieder und findet eine neue Partnerin. Oder ein anderes Paar nistet in Crailsheim. Das ist alles möglich. Aber eben erst im nächsten Jahr.

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