Nach Rohstoffabbau: Seminar in Triensbach zu Verfüllung und Wiederbewaldung

Wenn Steinbrüche oder Kiesgruben nicht mehr gebraucht werden, gehts an die Verfüllung und oft an die Wiederbewaldung. Dazu hat es kürzlich ein interessantes Seminar in Triensbach gegeben.

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73 Unternehmer, Forstwirte und Vertreter von Genehmigungs- und Umweltbehörden informierten sich im Gipsbruch Triensbach II über die Rekultivierung von Abbauflächen.  Foto: 

Eingriffe in den Wald lassen sich bei der Gesteinsgewinnung nicht vermeiden, weil rund 40 Prozent der Abbaufelder im Land in Waldgebieten liegen. Einer guten forstlichen Rekultivierung ehemaliger Abbauflächen kommt deshalb eine hohe Bedeutung zu. 73 Unternehmer, Forstwirte und Vertreter von Genehmigungs- und Umweltbehörden haben kürzlich das vom Landesbetrieb Forst-BW und dem Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg (ISTE) initiierte Fortbildungsseminar "Technische Rekultivierung und Wiederbewaldung von Abbaustätten" in Triensbach teilgenommen. Einem Theorieteil am Vormittag schloss sich ein Praxisteil in Triensbach an.

Gipsabbau als "Schatzkästlein biologischer Vielfalt"

Im Abbaufeld Triensbach II der Firma Knauf erhielten die Teilnehmer detaillierte Einblicke zum sachgerechten Umgang mit Abraum und mit wertvollem Oberboden. "Ebenso wurden die natur- und artenschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen begutachtet, die erkennen lassen, dass der Gipsabbau und dessen Umfeld ein Schatzkästlein der biologischen Vielfalt sind. Auf den bereits verfüllten Flächen im alten Abbaufeld konnten die Vorgehensweise bei der Verfüllung von Abbaustätten und Beispiele für die erfolgreiche Wiederherstellung der durchwurzelbaren Bodenschicht nachvollzogen werden", schreibt der ISTE in einer Pressemitteilung.

Als vorbildlich seien dabei von der Forstverwaltung der Abbau und die Wiederbewaldung in direkter Nähe zu den Erdfällen im Naturschutzgebiet Reußenberg genannt worden. Der dort wiederbegründete Wald sei durch eine standortangepasste Auswahl insbesondere von Edellaubhölzern und einen schonenden Bodeneinbau kaum noch von einem Standort ohne vorherigen Rohstoffabbau zu unterscheiden. Ebenso seien Biotopflächen in stillgelegten Abbauflächen und die Wanderbiotope innerhalb der betriebenen Steinbruchsflächen wertvolle Lebensräume für Arten, die von bestimmten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dringend benötigt werden.

"Abbaustätten stellen für diese Arten essenzielle Lebensräume dar", sagte der leitende Forstdirektor Matthias Schappert des Regierungspräsidiums Tübingen. "Ein dynamischer Gesteinsabbau und dessen Folgeflächen aus einem Mosaik von Wald, Offenland und Sukzessionsflächen stehen der Biodiversität des benachbarten Naturschutzgebietes in nichts nach. Beide haben ihre Berechtigung und können sich ideal ergänzen", heißt es.

Die Gelbbauchunke finde beispielsweise in flachen, unbewachsenen Kleintümpeln in den Steinbrüchen ideale Laichgewässer, während sie im Unterholz eines alten Waldes am besten überwintern könne, so Lothar Benzel, Referent für Rohstoffsicherung beim Industrieverband.

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